Safe Spaces statt Mosh Pits

Verabschiedet euch von Mosh Pits – „Safe Spaces“ sollen das nächste große Ding sein


Genießt die Mosh Pits bei den kommenden Sommerfestivals so gut es geht – es könnten die letzten sein, die ihr erleben werdet.

Zumindest wenn es nach dem Artikel „Dance of death: are the days of the moshpit numbered?“ geht, der am Freitag im britischen Guardian erschien. Autorin Hannah Ewens prophezeit darin, dass in der Zukunft viele Bands auf ihren Shows Mosh Pits verbieten und stattdessen sogenannte „Safe Spaces“ einführen werden – vor allem um zu gewährleisten, dass sich weibliche Fans auf Gigs sicherer fühlen können.

Ein Zitat aus dem Artikel:

In der Hardcore und Metal-Szene ist ein wilder Mosh Pit immer noch der Gradmesser dafür, wie erfolgreich eine Show ist. Aber Rock hat sich in den letzten Jahren verändert – auch dadurch, dass sich immer mehr Frauen unter seinen Hörern finden. Gemeinschaft war im Punk-Genre immer ein großes Thema und trotzdem wurden gleichzeitig Minderheiten an den Rand gedrängt. Erst jetzt scheint sich in der Szene wirklich etwas zu tun: DIY Punkbands wie PWR BTTM, Diet Cig und Adult Mom haben auf ihren Shows sogenannte „Safe Spaces“ eingeführt – auf Kosten von Mosh Pits.

In den meisten Fällen sollen Mosh Pits von Männern ausgehen – Frauen würden sich in deren Nähe nicht wohlfühlen, auch weil es in der Vergangenheit im Gedränge und Chaos nicht selten zu sexuellen Übergriffen oder Belästigungen gekommen ist (Anmerkung am Rande: Das angesprochene Unwohlsein möchte ich als Frau an dieser Stelle bestätigen).

Die Autorin durfte eine solche Show mit Safe Spaces statt Mosh Pits bereits miterleben und schreibt in ihrem Artikel darüber: „Als ich im letzten Jahr meine erste PWR BTTM-Show in London besucht habe, war jeder nur am Tanzen und Lachen und es hat sich mehr wie eine Party angefühlt als ein Konzert. Diese maskuline Form der Aggression wird dort nicht geduldet, damit sich Minderheiten – Frauen, Trans-Männer und Frauen, Menschen mit anderen Hautfarben etc. – frei fühlen können.“

Doch wenn es nach While She Sleeps-Gitarrist Sean Long geht, der auch in dem Text zu Wort kommt, ist es genau das, worum es in Mosh Pits geht: FREIHEIT. Zitat: „Mosh Pits sind in unserer Szene so akzeptiert und beliebt, weil viele Leute in ihrem Leben sonst kein Ventil für Emotionen haben.“

Die Frage, die auch der Artikel stellt, ist allerdings: Wie weit dürfen Mosh Pits gehen? Sollte es – auch ohne Safe Spaces – trotzdem eine Art Beschränkung oder Grenze dafür geben?

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