10 Alben aus dem Jahr 2007, die Death- und Metalcore definiert haben


Vor ein paar Wochen haben wir auf Facebook schon mal darauf aufmerksam gemacht, dass Bands wie Black Dahlia Murder die erste Welle des Deathcores ausgelöst haben – und damit kontroverse Diskussionen ausgelöst. Natürlich wollten wir nicht sagen, dass alle Bands Deathcore machen, sondern dass die folgenden zehn Bands die komplette Metalszene und damit auch uns als Impericon sehr stark geprägt und beeinflusst haben. Würde es diese Alben nicht geben, würde die Musik im Jahr 2017 definitiv ganz anders klingen…

#1 Suicide Silence mit THE CLEANSING

Erscheinungsdatum: 18. September 2007 – Platz 94 der Billboard 200 und 7.000 verkaufte Kopien in der ersten Woche

Wer, wenn nicht Suicide Silence, haben uns gezeigt, was Breakdowns sind. Mir war Mitch Luckers Stimme anfangs viel zu krass (denn sowas kannte ich bislang gar nicht), aber man hat sich sehr schnell daran gewöhnt und es sogar lieben gelernt. Das Gekrächze in Kombination zu Growls haben für mich damals ein neues Türchen geöffnet in die wunderbar schöne neongrüne Welt des Deathcore. R.I.P. Mitch <3

#2 Parkway Drive mit HORIZONS

Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2007 – Platz 6 der US Top Heatseekers Albums

Aber erstmal weg von neongrün und hinein in die blaue Surferwelt von Parkway Drive. HORIZONS ist nach wie vor das Top-Album in meiner Sammlung und man muss es einfach mit Intro hören. Ich könnte nie bei Track 2 („The Siren’s Song“) anfangen und das wäre 2007 auch vielleicht noch zu brutal als Einstieg gewesen. Haha.

„Boneyards“ beste Stelle: „Sinking always sinking, there’s blood in the water“ – mit dem wohl zu der Zeit härtesten Breakdown, der alles runter gehauen hat, was nur ging. Nach wie vor mein Lieblingsbreakdown. Gefolgt von „Idols and Anchors“, das mich frühs beim Kaffeevorheizen schon sprungartig und hüpfend ins Wohnzimmer und zurück jagt, bis meine Kaffeemaschine dann auch mal soweit ist…

#3 As I Lay Dying mit AN OCEAN BETWEEN US

Erscheinungsdatum: 21. August 2007 – Platz 1 der US Top Rock Albums

Ganz ganz schwieriges Thema. Wir haben euch die Woche schon auf Facebook dazu befragt, was ihr davon haltet, wenn AS I LAY DYING zurück auf die Bühne kommen und Sänger Tim Lambesis letztendlich das einzige hinterbliebene Mitglied sein würde. Reisen wir mal lieber zehn Jahre zurück, als die Welt noch in Ordnung war und das Video zu „Nothing Left“ raus kam. Das hat mich ja immer sehr an den Film „Waterworld“ erinnert und diese Frau, die am Ende am Abgrund steht und springen muss, hat einige bleibende Schäden bei mir hinterlassen. Gut, dass uns As I Lay Dying beim Folgevideo „The Sound of Truth“ die Geschichte weiter erzählen, was denn nun mit der Frau passiert. Also mit der aus dem Video, nicht Tims Ex…

#4 Chimaira mit RESURRECTION

Erscheinungsdatum: 6. März 2007 – Chimaira war für vier Wochen in den Top 30 der USA…

…und damit die erste Band, bei denen ein Subdrop bei Titel 1 „Resurrection“ (Minute 00:07) zu hören war. Was damals noch undenkbar war, benutzen heutzutage Bands wie Architects fast bei jedem Lied. Ich glaube ja, dass Chimaira so gefeiert wurden, weil das Riffing doch noch schön thrashig war und viele Metaller sich damit identifizieren konnten und somit nicht ablehnten. RESURRECTION wurde 2007 via Nuclear Blast veröffentlicht, was für eine Band aus dem Metalcore in der damaligen Zeit eine echt große Nummer war. Danach wurden leider viel zu oft die Labels gewechselt und die Band schwankte mir etwas zu sehr in ihrem Genre hin und her. Im Juni hat man Einiges zu einer Reunion lesen dürfen. Ich bin gespannt, denn sie waren schon sehr sehr lange nicht mehr in Deutschand zu sehen. Sehr sehr lange!

Ich hab euch mal nicht den Titeltrack verlinkt, sondern den, der lyrisch wieder ganz böse ist und von der Vergewaltigung und Gefangenschaft einer Frau erzählt:

That he’d make his little
Girl scream out loud
I’m gonna pound you into oblivion
I will make you fucking bleed
There is no escaping me
This is your destiny

#5 Whitechapel mit THE SOMATIC DEFILEMENT

Erscheinungsdatum: 31. Juli 2007 – auf #2 in den US Hard Music Albums Charts (beim Re-Release)

Ach ja, diese Mischung aus Death-Metal, Grind, bisschen Hardcore, Screams in Abwechslung zu Growls macht Whitechapel einfach einmalig. Niemand (außer vielleicht Job For a Cowboy) hat zu dieser Zeit so gefrickelte Riffings in Kombi zu Breakdowns rausgebracht. Für mich die Vader des Deathcores. Ich find’s ja ein bisschen schade, dass sie nicht mehr so „hart“ sind. Denn auch wenn Lieder wie „Elities Ones“ von der aktuellen Platte MARK OF THE BLADE zu meinen Favorites zählen, vermiss ich doch (übrigens auch bei Job For A Cowboy) den bösen Whitechapel-Rotzsound. Dafür freu ich mich dann umso mehr über Bands wie Thy Art Is Murder, die ihren Stil wieder in Richtung Oldschool ändern.

#6 The Black Dahlia Murder mit NOCTURNAL

Erscheinungsdatum: 18. September 2007 – auf Platz #6 in den US Independent Albums

Vor vier Wochen habe ich ja schon meine Liebe zu Black Dahlia Murder ausgesprochen. Aktuell gibt es auch keine Band im Death Metal-Bereich, die nach zehn Jahren so ein „Comeback“ feiert. Auch wenn man die letzten Jahre weniger hörte, verschwanden sie nie ganz von der Bildfläche und zockten trotzdem weiterhin ihre 150 Gigs im Schnitt pro Jahr. NOCTURNAL ist das Album, das jeder mag. Trotzdem vertrete ich persönlich die Meinung, dass ABYSMAL von 2015 NOCTURNAL vom „Feeling“ am Nähsten kommt und jede Melodie einfach genau passt, vor allem gegen Ende des Albums.

Alben wie beispielsweise RITUAL waren vielleicht zu einfach gestrickt oder fast schon zu melodisch gehalten und haben dadurch nicht mehr ganz den Oldschool-Fan angesprochen. Seit sie im August 2017 aber den Song „Nightbringers“ vom kommenden Album veröffentlicht haben, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir hier wieder den ABYSMAL/NOCTURNAL-Sound zurück bekommen. Fakt ist: Sie machen melodischen Death-Metal in Perfektion! Für damalige Verhältnisse etwas, das man so noch nicht kannte und das definitiv den Deathcore-, Metalcore und ganz besonders Death Metal beeinflusst hat, bis ins heutige Jahr. Da kann sich Schweden meiner Meinung nach noch eine ganz ganz große Scheibe von abschneiden.

#7 Job For a Cowboy mit GENESIS

Erscheinungsdatum:  15. Mai 2007 – Platz #2 in den US Billboard Independent Albums, Platz # 15 in den US Billboard Top Rock Albums

Stellen wir mal wieder eine mathematische Gleichung auf: Death Metal + Metalcore= Deathcore? Ich persönlich verwende den Begriff „Deathcore“ nicht gern, da Job For a Cowboy ganz einfach kein Deathcore machen. Hierzu würden immer noch Breakdowns gehören und die bringen die Jungs nicht. Dafür zermetzeln sie aber alles, was ihnen unter die Finger kommt. Job For a Cowboy sind ein klassisches Beispiel für eine Band, die in ihrer musikalischen Entwicklung wahrscheinlich zu viel ausprobiert hat und dadurch bei einigen Fans auf Ablehnung traf. Mich macht das fürchterlich traurig, da sie auf ihrer EP von 2014, genannt SUN EATER, vollkommenes musikalisches Melodieverständnis zeigen und eine wahnsinnige Atmosphäre und Epik aufbauen. Erstmalig zur Veröffentlichung des Videos „Tarnished Gluttony“ wurde mir bewusst, dass Job For a Cowboy melodiös richtige Perfektionisten sind. Das Video war übrigens jahrelang von der GEMA in Deutschland gesperrt – und ich denke auch zurecht. Dass mit diesem Sound der „trve Death Metaller“ nichts mehr anfangen kann, geht mir persönlich ziemlich aufn den Geist…

Aber zu diesem Thema werde ich mich noch öfter äußern, in weiteren Artikeln zum Thema „2nd wave of Deathcore“. Erstmal zurück zum Wesentlichen: GENESIS ist das Brett schlechthin, direkt zur ersten Sekunde geht’s los und ja, man braucht ein paar mal, bis man das Konzept verstanden hat. Jedes Video hat auf jeden Fall immer einen hohen psychopathischen/künstlerischen Anteil mit dabei. Sehr unterhaltsam. 

# 8 August Burns Red mit MESSENGERS

Erscheinungsdatum: 19. Juni 2007 – Platz #1 in den US Christian Charts, Platz #81 der US Billboard 200 Charts

So muss Metalcore von 2007 einfach klingen. Was August Burns Red unverwechselbar macht, ist, dass immer in den Breakdown rein gefrickelt wird, bevor es wieder zum Standard UFDA-UFDA-Mitnick-Takt zurück geht. Kurz darauf noch einen progressiven Zwischenpart mit Bridge zurück zum Rumgedudel. Das Geile daran: Sie haben über zehn Jahre lang ihren eigenen Sound und die Gliederung ihrer Lieder perfektioniert, können daher rein theoretisch in jedes Genre reinspringen – und klingen trotzdem noch 1:1 wie August Burns Red. Hammer, dass sie aktuell wieder etwas technischer unterwegs sind als beim Vorgänger FOUND IN FAR AWAY PLACES. Ich freu mich riesig auf das kommende Album PHANTOM ANTHEM am 06. Oktober, vor allem nach dem mitreißenden Gig auf dem Summer Breeze 2017.

#9 Neaera mit ARMAMENTARIUM

Erscheinungsdatum: 24. August 2007 – Platz #65 der German Albums (Offizielle Top 100)

Ich liebe dieses Album. Ich liebe den Anfang von „Spreheading the Spawn“, weil es ein wunderschönes Death Metal-Melodienriff ist und es sich genial bis Minute 02:06 aufbaut, bis dann erstmalig die Doublebase zu hören ist. Schöne Metalcore-Parts, schöne Pausen. Es ist ein Auf und Ab von Tempo über Riffing, kombiniert mit wunderschönen Gitarrensolis. Unverkennbar für mich: Sie haben immer ein bisschen Black/Death mit drin, obwohl der Sound sich eigentlich hauptsächlich im Metalcore aufhält. Das Schlagzeug ist aber öfter auch mal thrashig gewählt. Neaera – ich vermisse euch wahnsinnig. Ich habe geweint, als euer Konzert in Leipzig 2015 rum war. Kommt bitte wieder zurück, ich passe auch solange auf eure Kinder auf.

Armamentarium
Get armed against the poison
Armamentarium
The antidote is almost under way

#10 Architects mit RUIN

Erscheinungsdatum: 25. Juni 2007

RUIN hat mit dem heutigen Sound von Architects relativ wenig zu tun: Zum einen ist die Produktion eine ganz andere, zum anderen wurden die Lyrics ganz anders geschrieben und auf die jeweilige Passage gelegt. Aber eine Band hat eben nun mal immer einen Ursprung und Architects kommen ganz klar aus dem Hardcore. Für damalige Verhältnisse ist das ja schon sehr technisch und ’neben dem Takt‘ gewählt. Erinnert mich teilweise sogar an Job For A Cowboy.


Zum Schluss noch eine Bemerkung: Ich finde es sehr schade, dass All Shall Perish erst 2008 AWAKEN THE DREAMERS veröffentlicht haben, denn damit wären sonst all meine Jugendbands mit dabei gewesen. Aber das Jubiläum feiern wir dann nächstes Jahr…

Wir sind stolz, ein Teil dieser Szene sein zu dürfen und freuen uns auf die nächsten zehn Jahre! Bis dahin könnt ihr euch ja die Spotify Playlist reinziehen mit den besten Titeln der genannten Alben

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