A Day To Remember

A Day To Remember: Sänger Jeremy McKinnon im Interview


Mit YOU’RE WELCOME erscheint nach einigen Verschiebungen im März nun endlich das neue A Day To Remember-Album. Ich spreche mit Sänger Jeremy McKinnon über seine Lieblingsbands und die Lieblingssongs von der kommenden Platte.

Welche Band würde Jeremy gerne einmal live sehen, wenn das wieder möglich ist?Beartooth vielleicht. Ansonsten habe ich Tickets für die Abschiedstour von Elton John. Er ist wirklich unglaublich. Es wird das erste Mal sein, dass ich ihn live sehe. Und sehr wahrscheinlich auch das letzte Mal.“ Hat Jeremy sich eine der momentan beliebten Online-Shows angeschaut? „Leider nein, dazu bin ich nicht gekommen. Aber die von Architects hätte ich gerne erlebt.“ Ich schwärme ihm etwas von dem Auftritt vor. „Oh ja, ich habe die Videos gesehen … allein die Location! Wow. Was für eine unglaubliche Band Architects sind. Und dann die Royal Albert Hall ohne Zuschauer – was für ein Zeitzeugnis. Sieh dir diese Show in zehn Jahren noch mal an und dann werden die Leute dir erzählen, damals waren Live-Shows aufgrund von COVID-19 nicht vor Publikum möglich, so wie eine coole Anekdote zur Aufnahme.“

„Es war cool, mal länger Zeit mit der eigenen Familie verbringen“

Aber wie ist es für den Sänger, gerade nicht auf Tour zu sein? „Ganz ehrlich? Man nimmt es viel zu schnell als selbstverständlich, unterwegs sein zu können. Der Song „Reentry“ auf YOU’RE WELCOME handelt vom genauen Gegenteil der aktuellen Situation, nämlich davon die ganze Zeit unterwegs zu sein und nach Hause zu wollen. Weißt du, dieser Zwischenzustand, immer auf dem Sprung quasi. Es war so cool im vergangenen Jahr, mal länger Zeit mit der eigenen Familie verbringen zu können, mal ordentlich auf die Bremse zu treten.“

A Day To Remember – Everything We Need

Einen Tag vor unserem Interview veröffentlicht die Band das kurze Live-Akustikset „Live At The Audio Compound“, in dem auch der Song „Everything We Need“ das erste Mal den Fans zugänglich gemacht wird. „In der Albumversion erscheint das Stück genau jetzt in diesem Moment, während wir sprechen. Nach unserem Interview werde ich erst einmal nachschauen, wie die Reaktionen sind, haha. Viele, die das Album bereits hören durften, sagten mir, es sei ihr liebster Song auf der Platte. Bislang gibt es ja nur die heruntergebrochene Akustikversion.“

Hat er selbst einen Favoriten auf YOU’RE WELCOME? „„F.Y.M.“ ist ein Song, den ich sehr mag. Dieser Bruce Springsteen– oder The Gaslight Anthem-Vibe. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren. Alles eben etwas moderner und mit dem sehr eigenen Sound. Das ist wahrscheinlich mein Favorit. „Resentment“ hat sich auch als perfekt für mich herausgestellt. Ein düsterer Popsong. So mit dem Nine Inch Nails-Vibe, dann aber mit einem großen Metal-Gitarrenriff und einem ordentlichen Breakdown.“

Bestellt hier das neue Album vor!

„Das neue Album klingt so, als ob man sich quer durch die Genres skippt“

Dabei freut er sich schon sehr auf die Reaktion der Fans. „Ich kann es echt nicht mehr abwarten, haha. Wir bewegen uns auf der neuen Platte zwischen so vielen Genres. Als Hörer bin ich selbst oft zwischen so vielen verschiedenen Arten von Musik unterwegs und das neue Album klingt ein bisschen so, als ob man sich quer durch die Genres skippt: Metal, Country, vielleicht sogar etwas HipHop. Ich freue mich so darauf zu erfahren, wie die Fans das wahrnehmen. Ich bin echt stolz auf das Album und darauf, dass wir uns so sehr aus unserer Komfortzone gewagt haben.“

A Day To Remember – Degenerates

Gibt es für Jeremy ein Album, auf das er sich selbst freut dieses Jahr?FOR THOSE THAT WISH TO EXIST. Die Richtung, die Architects damit einschlagen, ist absolut großartig. Überleg mal, was für einen Berg es zu besteigen gilt, wenn du einen Bruder verlierst. Und sie sind zurück und haben alle Erwartungen über Bord geworfen und neu definiert, was Architects als Band sind. Ich meine, wie ersetzt man jemanden, der unersetzlich ist? FOR THOSE THAT WISH TO EXIST gefällt mir so gut. Es pusht wirklich den modernen Metalsound.“

„Nine Inch Nails waren für mich ein riesengroßer Einfluss“

Mir ist das Nine Inch Nails-Shirt aufgefallen, das er während der „Live At The Audio Compound“-Session trug. „Ja, das habe ich jetzt auch an, haha. Ich liebe diese Vintage-Nineties-Shirts. Nine Inch Nails waren für mich immer ein riesengroßer Einfluss und deswegen liebe ich das Shirt umso mehr. Ich habe noch eins von Torche, das ich sehr mag. Die Band hat letztes Jahr ein Album herausgebracht und ich bin wirklich besessen von „Admission“, dem Titeltrack. Was ich auch besonders gern hatte, war ein altes Shirt von MxPx mit zwei Cartoon-Charakteren. Da war ein Mädchen, das das Herz eines Jungen hielt. Das fand ich immer sehr geil.“

Und was kann man in naher Zukunft von A Day To Remember erwarten? „Wir werden ein Video zu „Everything We Need“ drehen und dann hoffentlich wieder Shows buchen, wenn das alles sicher ist.“

Letzte Worte? „Danke an alle Fans für den anhaltenden Support! Ich würde mir einfach wünschen, dass jeder, der das neue Album hört, mit einem offenen Mindset an die Musik herangeht.“

Text: Marvin Kolb

Foto: Jimmy Fontaine

Lest auch:

Kommentare