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Absturz oder Höhenflug? 8 Bands, für die das nächste Album wegweisend sein wird


Viele Musiker kommen im Laufe ihrer Karriere an eine Weggabelung, also den Punkt, an dem man sich für eine musikalische Richtung entscheiden muss. Für folgende 8 Bands ist das nächste Album wegweisend und entscheidet über Absturz oder Höhenflug.

Polaris

Aufgrund ihres 2017 veröffentlichten Debütalbums THE MORTAL COIL erlebten die 5 Jungs einen kometenhaften Aufstieg, den ihnen so wahrscheinlich niemand zugetraut hätte. Kritiker adeln sie bereits zum „Next Big Thing From Down Under“. Dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden ist eine große Herausforderung, die man mit dem nächsten Longplayer angehen will. Am fehlenden musikalischen Talent sollte es bei den Australiern jedenfalls nicht scheitern. Bands wie Northlane, Periphery oder In Hearts Wake sehen das ähnlich und nahmen Polaris bereits mit auf Tour.

Attila

Im Jahr 2006 präsentierte sich ein gewisser Chris „Fronzilla“ Fronzak mit seiner Band in der legendären TV-Show „MTV Made“. 12 Jahre später sind Attila in die 1. Liga der Metal- und Hardcoreszene aufgestiegen. Besonders in den USA genießt das Quartett eine für eine Deathcore-Combo außergewöhnlich große Popularität und gehört zu den finanziell erfolgreichsten Acts der Szene. Der letzte Longplayer CHAOS rief bei Fans und Kritikern jedoch sehr gemischte Reaktionen hervor. Viele der Arrangements und Songstrukturen wirkten zu kalkuliert und uninspiriert. Seit Anfang des Jahres ist die Gruppe offiziell „unsigned“ und werkelt fleißig am Nachfolger. Wird die Band ihre Anhänger wieder überzeugen können? Oder wurde hier bereits die Kommerzialisierung eingeläutet?

Callejon

Callejon gehören seit Jahren zur Spitze des deutschen Metalcore. Mit dem 2017 erschienenen Album FANDIGO wagte man einen äußerst mutigen Schritt und präsentierte ein sehr experimentierfreudiges und elektronisch angehauchtes Album. Kritiker fanden durchaus gefallen an dem Silberling, alt eingesessene Fans watschten Basti und Co. jedoch gnadenlos für ihren Stilwechsel ab. Dadurch polarisieren Callejon mehr denn je. Umso gespannter blicke ich der zukünftigen Entwicklung entgegen. Verfolgt die Band ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter? Oder bleibt es bei einem einmaligen Ausflug in fremde Gefilde, um in Zukunft in bekanntes Fahrwasser zurückzukehren?

Alazka

Bei Alazka handelt es sich um eine der talentiertesten und vielversprechendsten Newcomer-Bands Deutschlands, mit einem außergewöhnlich starken Hit-Potential. In den wenigen Jahren konnte man sich eine große Fangemeinde erspielen, die das Debütalbum PHOENIX abfeierte. Gleichzeitig genießt die Gruppe bereits jetzt einen zweifelhaften Ruf als „Metalcore-Boygroup“ – ein Etikett, das man bekanntlich so leicht nicht wieder loswird. Ob das nächste Album etwas am allgemeinen Standing in der Szene ändern wird?

The Amity Affliction

Der Fünfer aus Brisbane ist neben Parkway Drive der wohl größte Core-Act aus Australien. Alben wie YOUNGBLOODS oder das großartige LET THE OCEAN TAKE ME sorgten für weltweite Bekanntheit und machten auch mich zu einem Fan. Mit der letzten Veröffentlichung THIS COULD BE HEARTBREAK geriet die Band allerdings ein wenig ins straucheln. Fehlender Biss und eine zu glatt gebügelte Produktion kristallisierten sich als Hauptkritikpunkte heraus. Führt man sich die hohe Qualität von Newcomern wie Polaris vor Augen, wird Eines deutlich: Die Konkurrenz schläft nicht und MISERY, das am 24. August 2018 erscheint, könnte das vielleicht wichtigste Album in der Karriere von Ahren Stringer und Co. werden.

Bullet For My Valentine

Bullet For My Valentine GRAVITY Preorder

Bullet For My Valentine waren bereits abgeschrieben, ehe sie mit dem 2015 erschienenen Silberling VENOM alle überraschten und zurück zu alter Stärke fanden. Ich finde das Album nach wie vor super! Ob die Waliser diesen Aufschwung mit in das Songwriting für den kommenden Longplayer nehmen konnten? GRAVITY erscheint am 29. Juni. Die vorab veröffentlichten Singles grooven ordentlich, deuten aber auch das ein oder andere Experiment an…

Bring Me The Horizon

50 Prozent der Metal- und Hardcorehörer hassen BMTH – eine Zahl die ich einfach mal in den Raum werfe. Freilich hat vieles davon mit dem bubihaften Auftreten aus den Anfangstagen zu tun und weniger mit dem musikalischen Output. Der 2008er Longplayer SUICIDE SEASON wurde zum Genre-Klassiker und SEMPITERNAL ist für mich zweifelsohne ein Meisterwerk. Das extrem poppige THAT’S THE SPIRIT aus dem Jahr 2015 wurde jedoch zum Schlüsselalbum für die Band: Während die Einen den neuen musikalischen Ansatz der Gruppe für gut befanden, erklärten die Anderen sie endgültig zum Feindbild des Metals. Umso größer ist der Druck, der auf den Schultern der Engländer lastet. Wird die Band das Kunststück schaffen, beide Fanlager glücklich zu machen?

As I Lay Dying

Die Metalcore-Giganten sind zurück! Nach einem Beinahe-Auftragsmord, einer Verurteilung und einem dreieinhalbjährigen Knastaufenthalt kehrt Tim Lambesis zurück hinters Mikrofon von As I Lay Dying – und das mit der Unterstützung seiner Bandkollegen, die ihm 2013 aufgrund des Skandals den Rücken kehrten. Diese Tatsache sorgt durchaus für Fragezeichen bei vielen Fans. Darüber hinaus wird im Netz wild diskutiert, ob man Lambesis und As I Lay Dying nach den Vorfällen überhaupt noch unterstützen dürfe. Der Comeback-Track „My Own Grave“ scheint über all dem erhaben zu sein und liefert ein Statement, das stärker nicht sein könnte. Knapp 1,5 Millionen Aufrufe des zugehörigen Musikvideos nur 7 Tage nach der Veröffentlichung belegen dies eindrucksvoll. Jetzt ist es die Aufgabe der Band, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen. Mit einem Album auf einem ähnlich hohen Niveau könnte das durchaus gelingen…


Der Artikel stammt von unserem Gastautor Benny – falls du auch Bock hast, für unser Magazin zu schreiben, kannst du dich gerne mit einem Themenvorgeschlag melden, am besten via Mail an s.siegert@impericon.com!

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