All Time Low über ihren neuen Song

All Time Low: „Taylor Swift ist schneller beim Schreiben als wir“


All Time Low sind zurück! Knapp ein Jahr nach dem Erscheinen ihres letzten Albums WAKE UP SUNSHINE meldet sich das Pop-Punk-Quartett mit dem neuen Song „Once In A Lifetime“ zurück. Über Zoom erzählt uns Gitarrist Jack Barakat, ob damit eine neue Ära rund um ein neues Album für sie beginnt; wie es ist, nach einem Charterfolg wie „Monsters“ weiterzumachen; und ihr erfahrt, was das Ganze mit Taylor Swift zu tun hat.

Ihr habt gerade einen neuen Song veröffentlicht, „Once In A Lifetime“, und ihr wurdet das wahrscheinlich schon oft gefragt, aber wie groß war der Druck auf euch, wenn man bedenkt, dass „Monsters“ eine ganze Weile in den Charts war?

Das ist eine gute Frage, eigentlich hat das noch niemand gefragt. Ich würde sagen, dass wir aufgrund der Art und Weise, wie wir da rangegangen sind, ohne die Absicht, dass am Ende ein brauchbares Produkt stehen muss, keinen großen Druck verspürt haben. Es war nicht so, dass wir das Gefühl hatten, wir müssten „Monsters“ übertreffen oder ein weiteres „Monsters“ schaffen, denn, um ehrlich zu sein, wir haben 18 Jahre ohne ein „Monsters“ überlebt. Wir wussten also, dass wir keinen Hit brauchen, um als Band zu überleben, und ich denke, das nimmt einen großen Teil des Drucks weg.

Das Coole an einem Song wie „Once In A Lifetime“ ist, wir machen das nur um der Musik willen – weil wir nicht auf Tour gehen konnten. Und es war nicht so, dass wir gerade einen zwei- oder dreijährigen Tourzyklus von WAKE UP SUNSHINE beendet hatten und bereit waren, wieder mit dem Schreiben anzufangen. Wir saßen einfach nur gelangweilt herum, aber wir leben alle mit einem Haufen von Freunden als Nachbarn, die Songwriter und Produzenten sind, mit denen wir aufgewachsen sind, also passierte das aus purer Langeweile, daraus ist „Once In A Lifetime“ entstanden.

„“Once In A Lifetime“ kann etwas Negatives sein.“

„Once In A Lifetime“ ist eher ein trauriger, düsterer Song. Liegt das an der Pandemie? Wie sehr hat sie das Songschreiben beeinflusst?

Ich denke, zumindest ein bisschen. Als wir „Once In A Lifetime“ geschrieben haben, das war im November letzten Jahres, da hatten wir gerade drei oder vier Monate damit verbracht, in unseren Häusern herumzusitzen. Ich denke, dass so etwas einen gewissen Einfluss darauf hat, woran man denkt, wenn man sich Texte und Songideen überlegt. Aber ich glaube nicht, dass es sich so unmittelbar auswirkt, in dem Sinne, dass ein Song von COVID-19 handelt oder dergleichen.

Als Alex die Idee für ein Stück zum Thema „Once In A Lifetime“ hatte, haben wir das Ganze erst viel später umgedreht, also dass das etwas Negatives sein kann. Ich glaube, zuerst kam er in die Session und sagte: „Ich will einen Song über Dinge schreiben, die nur einmal im Leben passieren.“ Und erst nach ein oder zwei Stunden meinte Alex oder auch jemand anderes: „Was, wenn es eine schlechte Sache ist, die einem einmal im Leben passiert?“

Eine neue Ära?

Gleichzeitig passt „Once In A Lifetime“ gut zum Vibe von WAKE UP SUNSHINE. Bedeutet dieser Song den Anfang einer neuen Ära oder sollte er als Teil der WAKE UP SUNSHINE-Ära verstanden werden?

Ich wünschte, ich hätte eine bessere Antwort für dich, aber da wir die Songs bloß aus Langeweile schreiben und nicht aus der Notwendigkeit heraus, die nächste Platte zu produzieren, weil die aktuelle erst seit zehn Monaten oder vielleicht einem Jahr draußen ist, wir also nicht wirklich unter Druck stehen, etwas zu veröffentlichen, weiß ich das noch nicht. Ich denke, solche Momente sind es, in denen man seine beste Musik macht, weil man nicht das Gefühl hat, dass man diese Songs veröffentlichen muss oder so, man kann einfach weiter schreiben, bis man genug beisammenhat, von dem man denkt, dass es gut genug für eine Platte ist. Haha, das ist der Plan! Einfach weitermachen und sehen, was passiert.

„Taylor Swift ist schneller beim Schreiben als wir“

In einem Interview mit KERRANG! sagte Alex Gaskarth kürzlich, dass er sich vorstellen könnte, so etwas zu machen wie Taylor Swift mit ihren Schwester-Alben. Gibt es da konkrete Pläne?

Nein. Irgendwann vielleicht, aber ich denke, das Coole an der Taylor Swift-Platte ist, dass sie, ähnlich wie wir, einfach nur gelangweilt zu Hause war und Musik gemacht hat, sie ist nur ein bisschen schneller beim Schreiben als wir, haha. Also ich weiß nicht, theoretisch klingt das cool, aber ich will das auch nicht ankündigen und dann passiert nichts und die Leute sind sauer auf mich.

Angenommen, ihr würdet ein Schwester-Album machen, würde dann jedes für ein bestimmtes Gefühl oder vielleicht eine Jahreszeit stehen? Denn WAKE UP SUNSHINE verbreitete definitiv ein gewisses Sommer-Feeling.

Ja, das tut es wirklich, was interessant ist, denn die Hälfte der Platte ist eigentlich im letzten Januar entstanden, „January Gloom“, „Clumsy“, „Melancholy Kaleidoscope“ und „Getaway Green“ sind eigentlich alle im Winter entstanden, aber sie hatte definitiv ein Sommergefühl. Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass wir solche Platten schreiben. Ich glaube auch nicht, dass wir WAKE UP SUNSHINE nach dem Motto „Jeder Song muss jetzt fröhlich klingen“ geschrieben haben, und ich finde auch gar nicht, dass es so viele heitere Songs darauf gibt. Wenn man mal auf die Texte achtet, gibt es eine Menge düsterer Sachen, aber die Musik hat ein bisschen was von einem Upbeat-Vibe. Ich glaube nicht, dass wir uns irgendwann buchstäblich hinsetzen und sagen: „Lasst uns eine richtig dunkle Platte schreiben“, so was haben wir noch nie gemacht.

Können sich die Fans denn 2021 auf neue Musik freuen?

Ich hoffe es! Ich muss wieder anfangen zu schreiben! Ich denke nicht, dass es außerhalb des Bereichs der Möglichkeiten liegt.

Foto: Nolan Knight

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