Architects - New Single Meteor

Architects: Sam Carter über „For Those That Wish To Exist“


Das neue Album der Briten steht an und es wird heiß erwartet. Architects-Sänger Sam Carter beantwortete uns ein paar Fragen zum kommenden Release.

Wie sehr freust du dich auf die Veröffentlichung von „FOR THOSE THAT WISH TO EXIST„?

Es ist super aufregend, da es sich bei der Platte so anfühlte, als würde alles zur richtigen Zeit passieren. Zum einen sind da natürlich die Inhalte, die in den Texten behandelt werden, und zum anderen ist da der Schritt in eine neue musikalische Richtung, den zu gehen wir uns jetzt getraut haben. „HOLY HELL“, „ALL OUR GODS HAVE ABANDONED US“ und „DAYBREAKER“ schlugen irgendwie alle in die gleiche Kerbe. Dieses Mal haben wir uns die Freiheit gegönnt und sind zu den Wurzeln zurückgekehrt, mit denen wir uns schon länger mal wieder beschäftigen wollten.

ARCHITECTS „Dead butterflies“

„Wir verfügen über eine Plattform, um junge Leute dazu zu inspirieren, etwas bewegen zu wollen“

Neben Themen wie Rassismus und die Klimakrise mangelt es auf der Platte auch nicht an Kapitalismuskritik.

Es scheint, als betrachten eine Menge Leute die Menschen um sich herum nicht als gleichwertig. Stell dir alleine mal vor, wie viele Milliardäre es im Verhältnis zu den Leuten gibt, die nicht mal ein Dach über dem Kopf haben, geschweige denn etwas zu essen. Es ist verrückt, wie viel Geld manche haben und dass sie damit nicht einfach soziale Probleme lösen wollen. Stattdessen geht es nur darum, noch mehr und mehr zu bekommen, ohne sich dabei um andere zu kümmern. Was man mit einer Milliarde schon alles verändern könnte?! Ich sehe uns als Band in der Pflicht, diejenigen zu unterstützen, die an den Zuständen etwas ändern wollen. Als Architects verfügen wir über eine Plattform, um Menschen zu Diskussionen anzuregen und junge Leute dazu zu inspirieren, etwas bewegen zu wollen oder sich von ganzem Herzen für eine gute Sache einzusetzen.

„Umso trauriger ist es, dass sich vor allem People of Color nicht überall sicher fühlen können“

Was macht es mit dir, wenn du die vielen jungen Menschen siehst, die sich der „Black Lives Matter“-Bewegung angeschlossen haben?

Es macht mich sehr, sehr glücklich und stolz. Bei uns in Brighton haben die vielen Menschen, die sich an den BLM-Märschen beteiligt haben, für ein paar Tage die ganze Stadt lahmgelegt. Sie haben friedlich protestiert und es tat sehr gut zu sehen, dass den Leuten dieses Anliegen wirklich wichtig ist. Es geht ja auch darum, dass wir alle eigentlich überall auf der Welt willkommen sein sollten. Egal in welcher Stadt, in welchem Land. Umso trauriger ist es, dass sich vor allem People of Color eben nicht überall sicher fühlen können. Und das nur, weil sie anders aussehen als andere. Das ist für mich einfach immer noch unfassbar.

„Ihre Herangehensweise an Musik hat uns dazu ermutigt, unseren Sound weiter zu öffnen“

Inwieweit hatten Biffy Clyro einen Einfluss auf euch als Band?

Wir sind schon sehr lange Fans der Band, quasi von der ersten Platte an. Daher kam auch der Wunsch, irgendwann mal mit Sam Neil zusammenzuarbeiten. Schließlich hat ihre Herangehensweise an Musik auch uns dazu ermutigt, Streicher einzusetzen und unseren Sound immer weiter zu öffnen. Ich finde es schön, wenn man einer Band anhören kann, von wem sie beeinflusst worden ist. Schließlich stecken auch die Beatles in Architects. Nun ja, vielleicht nicht ihre Musik. Aber ihre Art, sich mit Musik oder einem Song auseinanderzusetzen.

Was wünscht du dir für die Zeit nach der Veröffentlichung von „FOR THOSE THAT WISH TO EXIST“?

Ich wünsche mir, dass wir zu einer Normalität zurückkehren, in der es wieder möglich ist, Konzerte zu spielen und mit anderen in engem Kontakt zu sein. Andererseits hoffe ich aber auch, dass diese Krise dazu geführt hat, dass wir bestimmte Dinge einfach mehr zu schätzen wissen. Ob eine Show zu sehen, unsere Freunde oder unsere Familien. Das, was jetzt gerade passiert, sollte uns in Zukunft daran erinnern, dass wir unsere Zeit besser für wichtige Dinge nutzen sollten.

Interview: Sebastian Wahle

Foto: Ed Mason

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