August Burns Red im Interview – „Ich will für die Band den Legendenstatus“


August Burns Red gehören zur Szene wie veganes Fast Food zum With Full Force. Am 26.06 erscheint das siebte Studioalbum der Band FOUND IN FAR AWAY PLACES und wir haben uns mit Gitarrist JB Brubaker mal ein wenig zum kommenden Album unterhalten.

Wie fühlt es sich an FOUND IN FAR AWAY PLACES fertig gestellt zu haben?

Es ist großartig ein weiteres Album fertig gestellt zu haben. Da geht eine Menge Arbeit in den gesamten Prozess. Vom rohen Skelett der Songs bis hin zur fertigen Erscheinung, wenn wir sie veröffentlichen. Wir haben bisher schon eine Menge Alben veröffentlicht, also ist das nichts Neues für uns. Dennoch sind wir jedes mal froh und zufrieden, wenn wir ein neues Album fertig gestellt haben. Aktuell bin ich ziemlich aufgeregt die Platte zu veröffentlichen und freue mich, dass unsere Fans die Scheibe bald hören können.

Kannst du uns etwas zum Titel und Artwork erzählen? Was ist die Geschichte dahinter?

Der rote Faden „Found in Far Away Places“ stammt aus dem sechsten Track des Albums mit dem Titel „Majoring In The Minors“. Diese Zeile beschreibt für mich August Burns Red als Ganzes und wie weit wir bisher als Gruppe von Typen gekommen sind. Wir waren überall auf der Welt unterwegs und wir haben viele Hochs und Tiefs gemeinsam überstanden. Wie wir heute sind, das ist ein Resultat aus all den Orten, die wir gemeinsam bereist haben. So haben wir uns im Prinzip gefunden.

Seit unserem ersten Album THRILL SEEKER entwirft Ryan Clark (Demon Hunter) alle Albencover von uns. Obwohl wir nicht mehr bei Solid State Records unter Vertrag sind, so wollten wir Ryan Clark als Designer haben. Auf dem Cover ist ein Ort zu sehen, der nicht auf der Erde ist, der Erde aber auch nicht unähnlich ist. Es ist eine natürliche Landschaft, aber im Himmel sind viele Monde und Sonnen zu sehen, also ein Ort, der weit entfernt ist.

War die Entstehung des Albums anders als die Entstehung der vorhergehenden Platten?

Dieses Album ist auf ähnliche Art und Weise wie RESCUE & RESTORE entstanden. Die selben Produzenten und das selbe Studio. Somit war es für uns ein sehr kalkulierter Prozess und wir haben unser Album als 9 to 5 Job angesehen. Wir waren jeden Tag zur gleichen Zeit im Studio und haben es auch zur gleichen Zeit verlassen. Am Wochenende waren wir Zuhause und haben die Zeit mit unseren Familien verbracht. Insgesamt war die Atmosphäre sehr stressfrei, was großartig ist, denn ein Album aufzunehmen kann sehr stressig und frustrierend sein.

August Burns Red

 

Wie hat sich die Musikwelt verändert, seitdem ihr angefangen habt Musik zu machen?

Aus der Sicht eines Gitarristen kann ich sagen, dass derzeit digitale Dinge die Oberhand gewinnen. Sogar für mich. Früher hatte ich dieses riesige Road Case mit zwei Amps und jeder Menge Zubehör. Mittlerweile kann ich nach Europa fliegen und habe lediglich ein FX im Gepäck, womit ich den gleichen bzw. ähnlichen Sound erzeugen kann. Alles ist irgendwie einfacher geworden und hilft mir definitiv als Gitarrist.

Für mich als Individuum hat sich natürlich auch einiges getan. Mittlerweile geht es nicht nur noch um mich und was ich will. Ich bin verheiratet und dementsprechend ist meine Frau sehr wichtig für mich. Entscheidungen wie auf Tour gehen waren früher für mich eher so, dass ich gedacht habe: „Cool! Ich will dahin, ich habe eh keine anderen Verpflichtungen.“ Mittlerweile denke ich aber: „Ok, wie wird diese Zeit fern von Zuhause meine Ehe beeinflussen?“. Das ist eben ein Teil des Erwachsenwerdens und der neuen Phase meines Lebens. Ich habe bisher keine Kinder, was Dinge in Zukunft vermutlich noch etwas komplizierter machen wird. Mittlerweile würden wir keine 3 Monate nonstop auf Tour gehen, ohne dabei Zuhause vorbeizuschauen. Das hätten wir früher definitiv getan.

Was können Fans von der neuen Platte erwarten?

Ich denke insgesamt können sie eine etwas härtere Platte erwarten. FOUND IN FAR AWAY PLACES fühlt sich insgesamt etwas dunkler und härter an als die letzten Alben, die wir veröffentlicht haben. Ich glaube auch, dass es mehr „Outside the box“-Momente gibt und die Fans mehr Überraschungen erleben werden. Wenn man unsere härteren Seiten mag, dann wird man definitiv seine Freude an dem Album haben. Jedoch kommen auch Fans, die unser „nicht Metal“-Zeug mögen ebenso auf ihre Kosten. Es ist irgendwo das beste aus beiden August Burns Red-Welten. Dadurch hat jeder Song seine eigene Identität und das Album ist sehr vielseitig geworden. Insgesamt glaube ich auch, dass es leichter zugänglich ist als RESCUE & RESTORE.

 

Gibt es noch etwas was du mit August Burns Red erreichen willst? 

Mein Ziel für die Band ist es, dass wir eine Metal Band sind, die lange im Geschäft bleibt und mehrere Generationen an Zuhörer hat. Wir spielen auf einer Menge Festivals in Europa und auf diesen spielen große Bands, die es schon seit 20 Jahren oder mehr gibt. Sie ziehen viele Menschen an und die Leute freuen sich wirklich sie zu sehen. Ich denke es wäre großartig, wenn August Burns Red dieses Level erreichen würde. Ich will, dass jeder im Genre den Namen August Burns Red kennt. Ich will für die Band diesen Legendenstatus.

Du bist ein ziemlich großer Fan der Philadelphia Phillies (Baseball). Denkst du Baseball ist cooler als Football?

(Lacht). Ich liebe Football, so ist es nicht, aber ich bevorzuge Baseball. Der Grund ist, dass Baseball ein Spiel ist, bei dem du es dir wirklich verdienen musst da die Saison einfach so lang ist. Insgesamt gibt es 162 Spiele und die Mannschaften spielen fast jeden Tag für sechs Monate. Es gibt viele Regeln und es ist kein wirklich schneller Sport, dementsprechend muss man die Nuancen und die Regeln wirklich verstehen, um es auch zu würdigen. Ich bin wirklich ein richtiger Baseball-Nerd und kenne dementsprechend diverse Statistiken und noch so kleine Details. Mich interessieren alle Baseball-Spiele, nicht nur die meiner Mannschaft. Während Baseball eher wie Post Rock ist, ist Football eher wie Pop Musik. Bei Baseball musst du viel Zeit und Geduld aufbringen, um es wirklich zu genießen. Football hingegen ist super eingängig und irgendwie bekannt. Sie spielen einmal in der Woche und jeder mag es. Eben wie Pop Musik.

Vielen Dank!

Falls ihr schon einmal einen Vorgeschmack auf das kommende Album wollt, dann hört hier in „Identity“ rein.

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