Atreyu

Brandon von Atreyu über europäische Fans!


Am vierten Juni erscheint das neue Atreyu Album BAPTIZE. Wir haben mit jetzt Frontmann Brandon Saller über das neue Album gesprochen, und was die Unterschiede zwischen den amerikanischen und europäischen Fans sind.

„John ist der beste in dem was er tut.“

Ihr habt für BAPTIZE erneut mit John Feldmann zusammengearbeitet, seines Zeichens der Producer-Guru für die Pop-Punk-Szene. Wie kam es dazu und was ist John für ein Typ? 

Die Wahl war tatsächlich sehr einfach. John ist der beste in dem was er tut. Er ist bei jeder Produktion gewillt, die Extrameile zu gehen, und gibt wirklich alles. Er ist den meisten wohl eher bekannt als Sänger von Goldfinger und absolute Koryphäe, was Pop-Punk-Produktionen angeht, aber der Typ kann einfach alles. Vor allem liebt er harte Musik und hat ein ganz besonderes Gespür dafür, wie ein Riff, eine Melodie, ein Song oder ein ganzes Album funktioniert. Nicht selten streut er eigene Ideen ein, die einfach sofort klick machen und es passt. Er hat die seltene Fähigkeit, euch als Band zu verbessern und die Musik mit euch zusammen weiterzuentwickeln. Ehrlich gesagt, zum jetzigen Zeitpunkt glaube ich nicht, dass wir noch mal mit jemand anderem zusammenarbeiten wollen.

„In den USA hast du das Gefühl, alles ist etwas schnelllebiger und entwickelt sich rasant weiter, auch die Musikszene.“

Gibt es einen Unterschied zwischen eurem Publikum in den USA und dem in Europa?

In den USA hast du das Gefühl, alles ist etwas schnelllebiger und entwickelt sich rasant weiter, auch die Musikszene. Was heute cool ist, kann einen Tag später schon wieder out sein. Wenn du in Europa jemanden erreicht hast und er hat sich einmal dazu entschieden, Fan deiner Musik sein zu wollen, dann bleibt er auch dabei. So erscheint es mir zumindest. Fan zu sein, das ist in Europa viel mehr eine Lebenseinstellung, die Leute leben und sterben für die Musik.

Manchmal triffst du Leute, die waren auf deinem ersten Gig in Europa, und über zwanzig Jahre später triffst du sie wieder und findest im Gespräch bei einem Konzert heraus, dass es langjährige Fans sind. Ich liebe diese Energie. Das heißt aber nicht, dass wir unsere Fans in den USA weniger schätzen. Egal wo wir hinkommen, wir können wirklich froh und zufrieden sein, wie man uns annimmt. Wir spielen große Konzerte und Festivals und sind unendlich dankbar, dass wir das alles noch immer tun dürfen. Das ist keine Selbstverständlichkeit für uns.

Wenn du in Europa jemanden erreicht hast und er hat sich einmal dazu entschieden, Fan deiner Musik sein zu wollen, dann bleibt er auch dabei.

Gibt es eine Band, mit der ihr besonders gerne touren würdet, sobald Live-Veranstaltungen wieder möglich sind?

Klaro. Avenged Sevenfold. Okay, das ist ein wenig gecheatet, da wir auch privat sehr gut befreundet sind, uns sehr oft treffen und alle aus der gleichen Gegend kommen. Aber ja, wenn wir uns eine Band aussuchen dürften, sind es definitiv Avenged Sevenfold. Wir haben immer riesigen Spaß mit den Jungs und die gemeinsamen Shows und Touren waren immer genial. Wenn es nach mir ginge, könnte es schon morgen losgehen.

„Ich muss zugeben, ab und an überkommt es mich und ich lege für die eine oder andere Live-Show noch mal etwas Mascara auf. Love it or hate it.“

Vermisst ihr manchmal dieses Szene-Ding der frühen NullerJahre? Es wird doch heutzutage eindeutig viel zu wenig Mascara getragen, oder?

Haha, das war damals eine verrückte Zeit und wir hatten teilweise echt verbotene Outfits an. Aber es war eben so, wie es war. Wir haben vor ein paar Jahren mal eine Jubiläumstour gespielt, bei der wir einfach die Outfits von damals anhatten. Das war irgendwie verdammt befremdlich, aber auch ultra lustig. Ich muss zugeben, ab und an überkommt es mich und ich lege für die eine oder andere Live-Show noch mal etwas Mascara auf. Love it or hate it.

Was steht bei euch als Nächstes an?

Wir hoffen, dass die Welt schnellstmöglich zur Normalität zurückkehrt. Man muss weiterhin verhindern, dass die Menschen an einem Virus sterben, den man mit etwas mehr Vorsicht, einer guten Impfstrategie und auch mehr Empathie bekämpfen kann. Ich habe letzte Woche meine erste Impfung erhalten und bin froh, dass die Impfkampagne weltweit an Fahrt aufnimmt. Für uns als Band besteht noch die Hoffnung, zum Ende des Jahres hin ein paar Shows beziehungsweise Festivals in den USA spielen zu können. Vielleicht klappt es ja sogar Anfang kommenden Jahres mit einer Europatour.

Interview: Carsten Jung

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