Beartooth Below

Caleb von Beartooth über BELOW und David Hasselhoff


Morgen ist es soweit: Das neue Beartooth Album erscheint, und damit ein weiteres Highlight in diesem releasestarkem Jahr. Wir haben mit Caleb Shomo, Sänger und Mastermind hinter Beartooth über das neue Album und… David Hasselhoff gesprochen.

Wann sind die Songs entstanden, die wir auf BELOW hören werden?
Eigentlich bin ich konstant am Schreiben. Die Idee zum Album hatte ich schon vor längerer Zeit. Selbst den Titel hatte ich schon vor Jahren im Kopf. Bevor ich konkret angefangen habe, an BELOW zu arbeiten, hatte ich schon ein gutes Dutzend Instrumentaltracks fertig, aus denen später Songs für BELOW werden sollten.

Ich habe viele der Sachen auf der DISEASE-Tour geschrieben. Ich ziehe mich ab und an zurück und arbeite an Songideen. Im Vordergrund stehen hier zunächst die Gitarrenriffs. Wir sind eine Band, bei der Gitarren sehr stark im Fokus stehen, also fangen die meisten Ideen auch mit einem Gitarrenriff an und entwickeln sich von da aus weiter. Im nächsten Schritt kommen die Texte dazu und ich beginne, das Album als Ganzes zu arrangieren Auch wenn ich eine sehr konkrete Vorstellung davon habe, wie das Album am Schluss wirken soll, braucht es eine Weile, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob man dieses Ziel erreicht und ob man die Gesamtatmosphäre so einfangen kann, wie es ursprünglich gedacht war.

„Beartooth sind ein gutes Stück härter geworden“

Was können wir von BELOW erwarten? Inwiefern hat sich der Beartooth-Sound verändert?
Als ich angefangen habe, an BELOW zu arbeiten, war mein Ziel, ein härteres Album zu schreiben und dabei trotzdem einfache Songstrukturen zu haben, die die Leute genießen können. Die Fans sollen bei einem Song spüren, wann der nächste Breakdown kommt oder wann es zurück zum Refrain geht. Natürlich alles im Hinblick auf die Live-Tauglichkeit der Songs.

Ich habe das Gefühl, Beartooth sind ein gutes Stück härter geworden und haben diesmal allgemein mehr neue Einflüsse zugelassen. Das ist zunächst etwas einschüchternd, wenn du versuchst, etwas zu riskieren und nicht DISEASE Teil 2 zu schreiben. Natürlich wollen wir den Erfolg des letzten Albums reproduzieren, aber uns auch neu erfinden und den Fans frische Eindrücke bieten. Die Spannung ist kaum auszuhalten, bis du das erste Feedback bekommst, aber in diesem Fall waren die Reaktionen super. Die Leute lieben die neuen Songs und wir können es kaum erwarten herauszufinden, wie die Lieder unter Live-Bedingungen funktionieren.

„Während der Pandemie habe ich ein paar Mixing- und Mastering-Jobs gemacht“

Wie sieht es mit anderen Produktionen aus? Hast du mal daran gedacht, im großen Stil andere Bands zu produzieren?
Ich habe früher sehr viel produziert, ich hatte damals ein größeres Studio zur Verfügung, in dem ich mehr Möglichkeiten hatte. Allerdings ist es so, dass Beartooth so viel Zeit in Anspruch nehmen dass es schwierig ist, anderen Dingen die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie verdient hätten. Während der Pandemie habe ich allerdings ein paar Mixing- und Mastering-Jobs gemacht. Die Arbeit mit anderen Bands macht mir großen Spaß und fehlt mir wohl mehr als alles andere. Leider lässt die übrig bleibende Zeit keine größeren Projekte zu. Künftig werden es daher wohl eher kleinere Produktionen bleiben, denen ich mich widme. Mehr als ein Mix oder Remix wird voraussichtlich nicht möglich sein. Aber man sollte niemals nie sagen. Lust hätte ich definitiv.

„Einen Track mit „The Hoff“ zu machen, stand ganz oben auf meiner To-do-Liste“

Apropos, du hast einmal einen Remix von einem David Hasselhoff-Song gemacht. Wie kam es dazu?
Okay, erwischt! Das war eine ziemlich verrückte Sache. Ein gemeinsamer Freund hatte diesen Metal-Song mit David Hasselhoff zusammen geschrieben und ihn mir vorgespielt. Ich fand den Song auf Anhieb super und er bat mich darum, einen Remix davon zu machen. Ich habe dem Ganzen einen schönen Achtziger-„Knight Rider“-Synthie-Anstrich verpasst und alle haben es geliebt. Es war irgendwie absurd und random, aber es hat riesigen Spaß gemacht. Einen Track mit „The Hoff“ zu machen, das stand heimlich ganz oben auf meiner To-do-Liste.
Interview: Carsten Jung

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