Eskimo Callboy vs. Callejon

Callejon vs. Eskimo Callboy: Die Abrechnung Im Beef-Interview


Es passiert selten, doch manchmal lesen wir in anderen Musik-Magazinen Artikel, die wir noch geiler finden als das, was wir hier jeden Tag in die Tasten hauen. Dieses mal klauen wir mit freundlicher Genehmigung von FUZE, denn in deren aktuellen Ausgabe haben sich Callejon und Eskimo Callboy endlich zu ihrem Beef geäußert. Auch wenn ihr mit den beiden Metalcore-Granaten ‚Made In Germany‘ nicht viel anfangen könnt – lest dieses Interview, danach werdet ihr ein kleines bisschen Fan sein. Versprochen.

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Wenn Ende April die Impericon Festivals auf Tour gehen, sind auch zwei der größten Streithähne mit dabei: CALLEJON und ESKIMO CALLBOY haben gerade ordentlich Beef im Internet. Wir haben beide Bands dazu befragt, natürlich getrennt voneinander.

Wie hat das Ganze angefangen? Kannst du dich erinnern, wann dir die andere Band das erste Mal so richtig auf den Zeiger gegangen ist?

Bernhard, CALLEJON: Ich kann gar nicht sagen, wann uns ESKIMO CALLBOY mal nicht auf die Nerven gegangen sind. Alleine der Name der Band ist ja schon ein lachhaftes Eingeständnis von geistiger Beschränktheit. Leider haben wir sie dann aus reinem Mitleid mit auf Tour genommen – ein fataler Fehler. Von Minute eins an sind uns die Typen tierisch auf die Eier gegangen.

Sushi, ESKIMO CALLBOY: Puh, das ist schwierig zu sagen … ist schon eine ganze Weile her. Das muss so ungefähr ein Jahr vor der Gründung von CALLEJON gewesen sein. Um 2001 herum.

Kevin, ESKIMO CALLBOY: Basti von CALLEJON hatte uns damals fälschlicherweise Currysauce statt BBQ-Sauce zu unserem 20er Chicken McNuggets eingepackt. Das haben wir aber erst zu Hause gemerkt. Könnt ihr euch vorstellen, wie krass einen das abfuckt? Wer bitte frisst Curry zu seinen Nuggets?

Wenn du die andere Band charakterisieren müsstest: Wie sind die so? Was ist der mit Abstand schlechteste Charakterzug der Band?

Bernhard: ESKIMO CALLBOY sind einfach ein schlecht erzogener Haufen Castroper Hampelmänner, die einen auf Rockstar machen und heimlich Jürgen-Drews-Quartettkarten tauschen. Diese „Band“ ist wie Straßenkarneval: Alle sind besoffen, tragen peinliche Kostüme und die Musik ist zum Kotzen. Die maßlose Selbstüberschätzung dieser Typen wird nur durch ihre als gute Laune getarnte Mallorca-Proletendummheit übertroffen.

Sushi: Na ja, die Songs sind ganz geil. Aber die produziert ja auch Bushido. Was aber gar nicht geht, ist ihre Unaufrichtigkeit bezüglich ihres veganen Lebensstils. Kürzlich haben wir sie nämlich am Frikadellenbuffet eines Festivals erwischt. Den ganzen Mund voller Hack hatten die. Ein schrecklicher Anblick.

Gerne können wir auch auf die einzelnen Mitglieder der Band eingehen: Wer von denen ist besonders schwer zu ertragen und warum?

Bernhard: Da ist einer schlimmer als der andere. Wenn die aufeinander hängen, wird es laut und unangenehm: sechs Gehirnzellen auf Tour. Zum Beispiel ist es Pascal und Daniel sehr viel wichtiger, besoffen „Tooor“ durch den Bus zu schreien, weil einer aus Versehen bei „Fifa“ den richtigen Knopf gedrückt hat, als mal den Hauptschulabschluss nachzuholen. Außerdem steht Kevin grundsätzlich immer im Weg, weil er die Hälfte des Tages damit beschäftigt ist, debil in der Gegend rumzuglotzen und Selfies von sich und seiner Zahnbürste aufzunehmen.

Kevin: Am tückischsten von den Jungs ist wohl Bernie. Man weiß bei ihm nie, ob sein opulentes Haar vom Kopf in die Arschritze wächst oder andersherum. Deswegen will ihn auch keiner umarmen.

Und andererseits: Was ist an euch so viel geiler?

Bernhard: Muss ich jetzt wirklich auf das Offensichtliche eingehen? CALLEJON sind die mit Abstand musikalisch, konzeptuell und intellektuell relevanteste, erfolgreichste, innovativste und künstlerisch überzeugendste, mit einem Wort: beste Band der vergangenen vierzig Jahre.

Sushi: Zuallererst, wir sind nicht CALLEJON. Dazu kommt, dass wir zwei Backing-Spuren weniger benutzen als die.

Kevin: Und wir essen keine Popel.

Was ist deiner Meinung nach der beschissenste Song der anderen Band?

Bernhard: Keine Ahnung, ich höre mir diesen Mist doch nicht an.

Kevin: Uns ist die Mucke generell ein wenig zu Emo. Aber jedem das seine. Der einzige Track, den wir uns reinziehen können, ist „Trauma“ auf „Wir sind Angst“.

Ihr werdet euch ja bei den Impericon Festivals wiedersehen. Muss man dort mit einer Eskalation des Streits rechnen? Oder erwartest du, dass die sowieso den Schwanz einziehen, sobald ihr aufeinander trefft?

Bernhard: Da gibt es nichts zu eskalieren. Du würdest auch nicht den Terminator fragen: Diese eine Stechmücke hat dich echt genervt, muss man mit einer Eskalation des Streits rechnen?

Sushi: Also wenn die Jungs ihre Pimmel noch weiter einziehen, kommt er ihnen aus dem Arsch wieder raus.

Kevin: Wir sind ja mehr so die Raubeine. Ruhrpott-Style. Wenn die Düsseldorfer Bonzenblagen von der Kö Stress suchen, können sie den gerne haben.

Es spielen auf der Tour ja auch noch Bands wie HATEBREED, NORTHLANE, EMMURE, BURY TOMORROW. Empfindet ihr den Bands gegenüber eine gewisse Fremdscham? Immerhin seid ihr beide ja die deutschen Aushängeschilder, und das könnte euren Ruf durchaus in Mitleidenschaft ziehen, wenn die anderen wieder total versagen, oder?

Bernhard: Die beiden Aushängeschilder!? Ich bin mir fast sicher, dass ihr euch bei der Frage vertippt habt. ESKIMO CALLBOY sind ein Nichts, auf das wir herabblicken müssen, um überhaupt davon Notiz zu nehmen, dass es sie gibt.

Sushi: Wir haben schon relativ früh damit aufgehört, uns Gedanken über unseren Ruf zu machen. Außerdem zählen wir uns allein von der Mucke her eher zu den erstgenannten Bands. Da werden CALLEJON mit ihren Lui-Witong-Umhängetaschen leider die Außenseiterrolle einnehmen.

(Dennis Müller)


 

Hier könnt ihr die aktuelle Ausgabe der FUZE kostenlos runterladen.

 

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