Cruel Hand

Cruel Hand: Interview mit Chris zur neuen EP „Dark Side Of The Cage“


Vier Jahre mussten die Fans von CRUEL HAND auf Neuigkeiten warten. Jetzt ist die Band um Sänger Chris Linkovich zurück. Auch Jerry Breau, der zu Beginn hinterm Schlagzeug saß und später zur Gitarre wechselte, ist wieder mit an Bord. Ihre 4-Song-EP haben wir zum Anlass genommen, Chris über die Zukunft der Band aus Portland, Maine auszufragen.

Lass uns über „Dark Side Of The Cage“ sprechen. Euer letztes Album wurde 2016 veröffentlicht, eine ziemlich lange Zeit für eure Fans – warum habt ihr euch trotzdem für diese kurze EP entschieden?
Die Band hat aktuell für die meisten von uns nicht die oberste Priorität, es ist mehr ein Nebenprojekt. Es wird nie ein offizielles „Wir hören auf“ geben, aber 2016, nach „Your World Won’t Listen“, haben wir beschlossen, uns eine Auszeit zu nehmen von der ganzen Tourerei, die wir bis dahin unerbittlich durchgezogen haben, und uns auf andere Dinge zu konzentrieren. Doch falls sich etwas Zeit findet oder einer hat ein paar Songs, die wir im Studio aufnehmen können, dann tun wir das auch. Wir haben aber keinen wirklichen Druck, ein komplettes Album abzuliefern. Solltet ihr darauf gewartet haben, tut es mir leid, aber es ist, wie es ist.

Was ist in der Zwischenzeit bei euch passiert, musikalisch und privat?
Wir haben mit CRUEL HAND eine Pause eingelegt. Ich habe begonnen, mit TERROR zu touren und Bass zu spielen. Andrew Budwey, unser Gitarrist, ist Vollzeit bei FUMING MOUTH eingestiegen. Die anderen haben sich ganz zurückgezogen und zu Hause Jobs gesucht. Aber wenn sich eine Gelegenheit ergibt zu touren, dann gehen wir raus und geben unser Bestes. So wie bei der Tour mit KNOCKED LOOSE or zwei Jahren, das war großartig, besonders nach dieser längeren Auszeit. Kurz zuvor hatten wir die Vinyl-Single „Never Be Whole“ aufgenommen, die ich auf meinem eigenen Label Cheap Life Records veröffentlicht habe. Ich kann mir nicht vorstellen, noch etwas anderes zu herausbringen, aber es war eine coole Gelegenheit und Jay Reason, der Betreiber von Static Era Records, hat mir bei der ganzen Sache geholfen, so dass wir sie rechtzeitig zum Tourstart fertig hatten.

Auf Static Era kommt jetzt auch eure neue EP raus. Das Label wurde erst 2019 gegründet, warum habt ihr euch dafür ausgerechnet ein so neues ausgesucht?
Ich bin mit Jay schon ewig befreundet. Wir waren bereits in den frühen Nuller Jahren zusammen auf Tour. Ich war damals in einer Band namens OUTBREAK und spielte Gitarre, er war der Sänger von THE DISTANCE aus Connecticut, beide waren bei Bridge 9 Records. Jay kümmerte sich später um Stillborn Records, dem Label von Jamey Jasta von HATEBREED, also hat er das Know-how. Letztes Jahr oder zwei Jahre zuvor kam er mit der Idee zu mir, als die TERROR-Tour mit HATEBREED durch Connecticut gezogen war – er wolle ein neues Label gründen und meinte, CRUEL HAND wären die perfekten Kandidaten für die erste Veröffentlichung. Ich war begeistert, dass er das Vertrauen in die Band hatte, dieses Projekt mit uns zu starten.

Das hätte von CRUEL HAND keiner erwartet.

Eines der Stücke auf „Dark Side Of The Cage“ ist eine Version von „Weeds“ von LIFE OF AGONY. Warum habt ihr gerade diesen Song gecovert?
Wir waren schon immer große LIFE OF AGONY-Fans, besonders von der ersten Platte. Ich stand schon immer auf diesen Sound, Rockmusik und Alternative Rock, und das wird sich auch nie ändern. Ich war überzeugt, wir könnten dem Song gerecht werden. Ich wollte den schon seit Jahren mal machen, egal ob mit CRUEL HAND oder sonst wem, nun hat sich einfach die Gelegenheit ergeben. Zudem hätte das von CRUEL HAND keiner erwartet. Letztlich war mir völlig egal, was die Leute davon halten, aber die Tatsache, dass es so eine positive Resonanz gab, ist ein Gewinn. Ich würde in „Weeds“ gerne eine Art Vorgeschmack sehen, nach dem Motto: Hey, wir sind in der Lage, so was zu spielen, also seid nicht überrascht, wenn ihr auf unseren künftigen Veröffentlichungen mehr davon hört!

Wollt ihr mit CRUEL HAND irgendwann auch wieder auf Tour gehen?
Ja, auf jeden Fall. Auch wenn es nur ein- oder zweimal im Jahr ist, es wäre großartig, wieder rauszukommen und auf Tour zu gehen. Wir haben uns kürzlich mit M.A.D. Tourbooking zusammengetan, und wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben sind und es wieder losgehen kann, wird M.A.D. sich um die europäischen Dates kümmern, was großartig wäre. Ich fühle mich im Moment als Sänger und Frontmann wohler denn je, also wäre es cool, diese Energie und das, woran wir gearbeitet haben, live zu präsentieren.

Wie sieht die Zukunft von CRUEL HAND aus? Werden die Fans weitere fünf Jahre auf ein neues Lebenszeichen warten müssen?
Wir hocken im Moment auf einem Haufen Musik, aber wir müssen es nach Gehör spielen. Ich denke, da kommt in naher Zukunft mehr von uns, es wird nicht erneut vier oder fünf Jahre dauern, bis ihr wieder etwas von uns hört. Jetzt wissen wir, wo die Band steht, und wir sind happy damit. Es ist alles eine Frage des Timings, also müssen wir abwarten, dass die Sterne für CRUEL HAND günstig stehen.

Foto: Gina Bullwinkel

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