Devil Sold His Soul

Devil Sold His Soul: Ed & Paul im Interview über LOSS


Am Freitag veröffentlichen Devil Sold His Soul ihr neues Album LOSS. Nach insgesamt neun Jahren ist es das erste Full-Length-Album der Briten, die zuvor bereits drei Alben und zwei EPs rausbrachten. Zudem unterschrieb die Band einen Plattenvertrag bei Nuclear Blast Records. Wir sprechen mit den beiden Sängern Edward Gibbs und Paul Green über das Album und darüber, welche Chance sie in einem Labeldeal wie diesem sehen.

Hey ihr beiden, ich kann mir vorstellen, dass ihr aufgeregt seid. Das erste Album nach so langer Zeit und dann direkt mit einem Label wie Nuclear Blast. Habt ihr Angst, dass ihr für deren Publikum vielleicht zu soft seid?

Paul: Das ist für mich enorm aufregend. Auf Nuclear Blast gibt es überwiegend harte Bands und das bedeutet, dass es definitiv Menschen geben wird, die mit unseren Songs und unseren Melodien nichts anfangen können. Das wird wahrscheinlich brutal und wir werden einiges an Kritik abbekommen.

Ed: Wir haben aber keine Angst. Nuclear Blast ist ein großartiges Label und für uns eine riesige Chance!

Was erhofft ihr euch von LOSS beziehungsweise wie sieht diese Chance für euch aus?

Paul: Wir wollen als Band weiterkommen. Wir wollen unsere Fanbase erweitern, größere Shows spielen und in Länder reisen,in denen wir zuvor nicht waren. Das alles ist natürlich mit einem Risiko verbunden. Aber wir wissen, dass das Album gut ist, weil wir niemals Musik rausbringen würden, von der wir nicht 100% überzeugt sind.

Für viele wird es wohl das erste Devil Sold His Soul-Album sein, das sie hören. Ist das ein Vorteil oder eher sogar schwieriger, weil ihr wie Newcomer wirken könntet?

Ed: Nach 17 Jahren als Band weiß man, dass es immer Menschen gibt, die bestimmte Aspekte mehr oder weniger mögen. Wir haben uns definitiv verändert und sind als Menschen gewachsen. Es gibt noch immer Leute, die von uns A FRAGILE HOPE Part II erwarten, aber das wird es nicht geben.

Paul: Wir sind nicht mehr dieselbe Band wie im Jahr 2007. Das ist ein positiver Schritt für uns, weil wir nicht zwanghaft irgendetwas versucht haben, um einem Marketingplan gerecht zu werden. Es ist aufregend, dass gewisse Menschen nun die Möglichkeit bekommen, ganze drei Alben von uns zu hören, die sie vorher nicht kannten.

Ihr tragt alle relative normale Klamotten und Skinny Jeans. Ich kann mir vorstellen, dass das bei Metalheads nicht so gut ankommen könnte. Viele Bands haben ein bestimmtes Image und setzen auf Kostüme oder Corpsepaint. Wie geht ihr mit diesem Thema um?

Paul: Wir sehen alle nicht wie Metalheads aus, haha. Mir ist gerade aufgefallen, dass wir drei auch jetzt im Moment ganz normale Hemden tragen. Wir stechen für das breite Publikum definitiv heraus, aber wir sind einfach ganz normale Typen. Wir hören selbst so viel und so gerne Musik, wie wir sie machen.

Ed: Es gab schon ein paar hasserfüllte Kommentare, die auch in eine homophobe Richtung abdrifteten. Wir sind übrigens beide mit Frauen verheiratet, aber dass wir Skinny Jeans tragen, ist für viele ein Grund uns abzustempeln.

Das heißt ihr bekamt auch schon für eure Musikvideos etwas Hate ab? Ist das nicht frustrierend?

Paul: Ich finde die Community selbst sehr spannend. Es gibt offenbar eine Subkultur, die es glücklich macht, wenn sie mit dem Finger auf andere Leute zeigen können. Sie genießen es regelrecht, andere anzuschwärzen für Dinge, die nicht in ihr Weltbild passen. Das ist nicht cool, das ist absoluter Quatsch. Zudem sehen sie nicht den Widerspruch darin, dass sie sich als Metalheads selbst sehr speziell kleiden, komplett in Schwarz und mit Bandshirts, was sie auch zu einer Subgruppe macht und eine gewisse Ironie besitzt.

Ed: Am meisten daran nervt mich, dass die Leute uns verurteilen, bevor sie uns eine Chance gegeben haben.

Macht ihr euch deshalb größere Sorgen?

Ed: Nein, wir glauben fest an das, was wir machen, und es kümmert uns nicht. Am Ende sind es einfach nur normale Klamotten. Wir sind weiße Männer und ziehen wirklich einfach das an, was wir auch privat tragen. Alleine dass wir dafür schon etwas abbekommen, ist verrückt. Es gibt aber in der Musikindustrie Gruppen, die es viel schwieriger haben. Alles wird gelabelt und so entstehen schließlich Bezeichnungen wie „Female Fronted“.

Paul: Und genau das ist kein verdammtes Genre!

Seht ihr hier ein größeres Problem innerhalb der Metalszene und des Musikbusiness?

Ed: Homophobie scheint wirklich ein enorm großes Problem innerhalb der Szene zu sein und auch in den sozialen Medien weit verbreitet. Dort gibt es Leute, die uns persönlich mit Hass überziehen, was uns im echten Leben wahrscheinlich nicht passieren würde.

Paul: Es ist einfach enorm frech, dass manche Leute denken, dass sie mit ihren Hassbotschaften irgendetwas bewirken würden.

Ed: Versteh mich nicht falsch: es ist absolut cool seine eigene Meinung zu haben. Problematisch wird es nur, wenn die Leute ihre Meinung auf dich selbst projizieren und davon überzeugt sind, dass du falsch handelst.

Dem kann ich nur zustimmen. Wie steht es denn um weitere neue Musik? Wird es wieder neun Jahre dauern, bis es ein weiteres Devil Sold His Soul-Album geben wird?

Paul: Hoffentlich nicht, haha. Kurz nach dem Studioaufenthalt waren wir erst mal völlig leer. Ich habe auf LOSS alles verarbeitet, was es zu verarbeiten gab.

Ed: Ich habe bereits die eine oder andere Idee. Mal sehen, wie sich alles entwickelt. Wir können es erst mal kaum abwarten, wieder auf Tour zu gehen, sobald es wieder möglich ist!

Wenn es in neun Jahren kein neues Album gibt, sprechen wir uns noch mal. Danke für eure Zeit!

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