Die besten Bands, die über den Genre-Tellerrand blicken


Wir wissen leider nicht genau, wie Musik entstanden ist. Vermutlich saßen am Anbeginn der Zeit zwei behaarte Höhlenmenschen am Feuer, verspeißten einen Säbelzahntiger, rülpsten innerhalb von wenigen Sekundenbruchteilen in verschiedenen Tonlagen hintereinander und mit einem Schlag war Musik geboren. Zwar auf einem Level wie wir es heute nur von Justin Bieber her kennen aber seit diesem Zeitpunkt hat sich Musik als Kunst stetig weiterentwickelt. Dieser Fortschritt wird maßgeblich von Bands vorangetrieben, die gerne einmal über den Tellerrand hinausblicken und Elemente anderer Genres in ihren Sound einfließen lassen. Wir haben hier mal eine kleine Liste mit genau solchen Bands zusammengestellt:

Deez Nuts

Mit dem Motto „Sex, Drugs and Hardcore“ und eskalierenden Live Shows haben sich die Jungs aus Down Under in die Herzen einer ganzen Szene gespielt und können ohne weiteres als die Rolling Stones des Hardcore bezeichnet werden. Selbst wenn man sich mit ihrer Musik und ihrem Stil nicht identifizieren kann, so muss man neidlos zugeben, dass sie musikalisch gesehen ganz großes Tennis spielen. Obwohl Rap und Hardcore zusammen passen wie Picaldi-Jeans in die Nike-Socken, tun sich Vertreter dieses Crossover-Spagats immer irgendwie schwer, nur eben nicht Deez Nuts. Wenn JJ Peters ans Mic geht, dann könnte man meinen, dass Rapper schon immer über Hardcore gerappt haben und es auch nie anders sein sollte.

Make Them Suffer

Liest man auf Wikipedia nach, so werden Make Them Suffer als Deathcore-Band gelistet, dabei ist die Combo aus Perth soviel mehr. Zwar ist es vollkommen richtig, dass ihr Grund-Sound über jeden Zweifel erhabener Deathcore ist, aber das war es dann auch schon. Die Jungs und das Mädel verzieren jeden Song mit einer klangvollen Melodie, die durch ihrer Weichheit und ihren tragischen Klang stets das perfekte Gegenstück zu dem üblen Gedresche ist. Damit spielen sie definitiv in ihrer ganz eigenen Liga.

Hellions

Und noch eine Band aus dem sonnigen Australien. Hellions ist eine noch relativ junge Band, die aus den Überreseten von The Bride entstanden ist, die aber in den kommenden 2 Jahren schon das nächste große Ding aus Australien sein wird. Beim ersten Mal hören fällt einem vielleicht nicht wirklich auf, wo Hellions über die eigenen Genregrenzen hinwegsehen, aber nach einiger Zeit fällt einem der ungewöhnliche Punk-Sound auf. An sich ironisch, wenn man bedenkt, dass ein Rückschritt in Richtung Punk mittlerweile schon wieder als Fortschritt gilt. Doch auch abseits davon ignoriert die Band, die aus lediglich 3 Mitgliedern besteht, munter jegliche Grenzen und bedient sich an einer breiten Palette von Musikrichtungen.

Nails

Nails verstehen sich als Hardcore-Band, doch mit ihrem Sound, der einem Amoklauf gleicht, generieren sie eher Musik, die irgendwo zwischen Grindcore, Crustcore und Hardcore angesiedelt ist. Mit üblichen Genres sind die fiesen Jungs aus Kaliforniern nicht greifbar und hier liegt auch ihr künstlerisches Potential. Mit ihren nichtmal 15 Minuten langen Alben haben sie musikalisch gesehen mehr geschaffen als so manche Oldschool Hardcore-Band mit ihrer gesamten Diskografie.

The One Hundred

The One Hundred sind eine noch relativ unbekannte Band aus dem Land, welches ekelhaftes Frühstück serviert, stets von miesem Wetter geplagt ist und trotz all dieser Widrigkeiten musikalisch unglaubliche Maßstäbe setzt. Sie nehmen das, was Hacktivist angefangen haben, mischen es mit einer ordentlichen Portion Enter Shikari und fertig ist ein ziemlich individueller Sound.

Enter Shikari

Natürlich dürfen in dieser Liste die Götter des Trancecore nicht fehlen. An der Mischung Dubstep und Metalcore sind viele Bands gescheitert und trotz der harten Natur beider Stilrichtungen, waren Fans immer viel zu verbohrt, damit dieser Mix wirklich wachsen kann. Nur Enter Shikari findet breite Akzeptanz, was sicherlich auch an der unglaublich guten Ausührung liegt.

Astroid Boys

Bisher habe ich in der Liste Bands genannt, die harte Musik spielen und Elemente aus anderen Richtungen einfließen lassen. Was ist aber, wenn wir das Pferd von hinten satteln und eine Band nehmen, die sich an Beatdown-Elementen bedient? Ich kenne nur eine Band, die sich an dieser ungewöhnliche Mischung probiert und das sind die Jungs von Astroid Boys. Der Sänger sollte euch übrigens bekannt vorkommen, er hat einen kleinen Gastpart auf der Beatdown-Hymne von Desolated „Death By My Side“

Being As An Ocean

Selbstverständlich darf in dieser Liste Being As An Ocean nicht fehlen. Die Jungs kamen quasi aus dem Nichts und spielten sich mit Lichtgeschwindigkeiten in die Herzen einer ganzen Core-Generation. Ihre Mischung aus Post Hardcore, Spoken Word, Screamo und Melodic Hardcore klingt so perfekt und makellos, dass es kein gebrochenes Herz gibt, welches nicht DEAR G-D 7 mal hintereinander gehört und sich dabei mit Häagen Dazs vollgestopft hat.

Bring Me The Horizon

Bring Me The Horizon waren schon immer unangepasst, wenn es um die Kategoriesierung ging. Bis SUICIDE SEASON kann man sie zwar ohne weiteres dem Deathcore zuordnen, obwohl sie hier aber auch eher Metal-Deathcore gespielt haben, danach wird es aber zunehmend schwieriger. Auch wenn sie oftmals als die Backstreet Boys des Metalcores betitelt werden, so sind Oli und seine Jungs technisch gesehen auf einem unerreichbar hohen Level und hierbei geben sie sichtlich wenig darauf, wo Grenzen anfangen und aufhören. Ganz objektiv betrachtet, haben sie hierbei einen enormen Einfluss darauf, wie sich Metalcore in den kommenden 5 Jahren entwickeln wird.

Schaut man sich die Liste an, dann sind wir weit gekommen, als unsere zwei Höhlenmenschen zu den ersten Gesängen im Licht des Feuers gemosht haben. Welche Bands habe ich noch vergessen?

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