Marco Avocado Booking

Ein Interview mit Marco, dem „Papa“ der Never Say Die! Tour: Über Fan-Enttäuschung, Highlights und Wunsch-Lineups


Für unsereins ist es kaum vorstellbar, welcher Aufwand hinter einer so großen Konzertreihe wie der Impericon Never Say Die! Tour (21 Shows in diesem Jahr!) steckt – umso spannender, dass wir die Chance hatten, mit Marco von Avocado Booking, dem Veranstalter der Tour, zu sprechen.

Wie kam dir damals die Idee zur Never Say Die! Tour?

Marco: Die Intention, damals wie heute, ist die gleiche geblieben: Wir möchten vor allem jungen, aufstrebenden und talentierten Bands die Möglichkeit geben, sich vor einem größeren Publikum zu präsentieren/zu beweisen, um damit neue Fans zu gewinnen. Zudem setzen wir die Ticketpreise – obwohl es sich um eine Festivaltour handelt – sehr niedrig an. Das Publikum honoriert dies und drückt sich jährlich in starken Besucherzahlen aus.

Und was ist so dein größtes „Learning“, das du in all den Jahren der Tourplanung gemacht hast?

Dass Musik vielleicht nach wie vor das wichtigste Medium ist, um Emotionen und Inhalte zu transportieren. Und genau deshalb freuen wir uns total, dass Hope For The Day mit auf Never Say Die! aufgesprungen sind. Uns liegt viel daran, mit der Tour auch inhaltliche Themen zu präsentieren. Das Thema Depressionen, Burnout, Suizid ist bei jungen Menschen allgemein, aber vor allem im Musik Business leider sehr präsent. Nur wenn wir über unsere (psychischen) Probleme sprechen und lernen damit umzugehen, haben wir eine Chance auf ein gesundes und wirklich besseres Leben. Dafür braucht es Leute, die helfen den ersten Schritt zu machen, sich zu öffnen. Jonny von Hope For The Day – der die Tour auch begleitet – ist eine dieser großartigen Persönlichkeiten.

Ich kann mir vorstellen, dass bei so einer Tour auch immer jede Menge Pannen passieren – kannst du dich an die größte, „schlimmste“ erinnern?

Wir machen die Tour lange genug – logistisch und organisatorisch bereitet sie uns daher keine allzu großen Kopfschmerzen mehr. Eine richtige einschneidende Panne gab es in all den Jahren nicht. Die eigentliche Herausforderung jeder Never Say Die! Tour ist es, vorab alle gewünschten Bands auf einen Nenner zu bekommen. Die Gespräche und Diskussionen erstrecken sich manchmal über Monate und führen nicht immer zu einem positiven Ergebnis.

neversaydietour tickets 2018

Was die Musikrichtungen der Touren angeht, ist der Fokus Jahr für Jahr sehr verschieden: 2017 zum Beispiel sehr hart, dieses Jahr eher Melodic Hardcore mit Being As An Ocean und Co. – wovon hängt das ab, welche Bands ihr anfragt?

Das Schlüsselelement in der jährlichen Planung ist immer die Stimmigkeit: Welche Bands passen am besten zusammen und welche Bands erreichen in Kombination den besten und größtmöglichen Synergie Effekt. Die Line Ups der letzten 11 Jahre waren immer sehr unterschiedlich und das steht der Tour auch sehr gut. Im Underground brodelt es gewaltig und immer wieder starten neue geile Bands durch, die unser Interesse wecken und bei denen wir gerne als Agentur an Bord kommen bzw. die wir gerne auf Never Say Die! sehen.

Und spielen bei der Planung auch Fan-Wünsche eine Rolle?

Jein. Direkte Wünsche können wir leider nicht erfüllen, jedoch versuchen wir speziell bei der Never Say Die! Tour, die Up and Coming Bands der Stunde zu einem Paket zu schnüren. Insofern überschneiden sich immer wieder Fan-Wünsche mit unseren Line Ups.

Was sagst du/ihr zu der Kritik, die von vielen, leicht enttäuschten Fans zum Lineup 2018 kam?

Es gibt jedes Jahr Fans, die sich enttäuscht zeigen. Wir können es leider nicht jedem Recht machen und wollen das auch gar nicht. Der ultimative Gradmesser für den Erfolg der Tour zeigt sich auf der Tour bzw. auf den einzelnen Shows.

Welches war dein persönliches Lieblingsjahr?

Eines der Highlights war sicherlich 2008, als Parkway Drive das erste Mal die Tour geheadlined haben. Als Support mit dabei waren damals Unearth, Despised Icon, Protest The Hero, Architects, Carnifex und Whitechapel. Die Tour hat richtig eingeschlagen und große Hallen gefüllt – und dass, obwohl alle Bands damals noch sehr viel kleiner waren als heute. Die Idee der 2008er Tour ging voll auf und die Tour hat auch den Werdegang und Erfolg von Parkway Drive zum Teil mitgeprägt.

Welche Band hättest du bei der Never Say Die! Tour gerne mal?

Heaven Shall Burn, Terror, Hatebreed, Black Dahlia Murder, Nasty, As I Lay Dying, Periphery, etc. Ich könnte Dir noch viele weitere großartige Bands auflisten.

Zum Schluss noch eine Frage: Was ist das am Ende für ein Gefühl, wenn dein „Tour-Baby“ durch Europa rollt?

Darf ich mit einem Video antworten:

Danke Marco für das Interview – auf einen gelungenen Start der Never Say Die! Tour 2018!

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