Confess Iranische Metalband

Eine Iranische Metalband Soll Für Ihre Musik Hingerichtet Werden


Die Facebook-Seite der iranischen Metal-Band CONFESS könnte gewöhnlicher nicht sein: 5561 Likes (Stand: 19.2.2016), Links zu Merch-Stores, Band-Schnappschüsse und Updates zum neuen Album, das am 28. Oktober 2015 erschien. Von der letzten Sorte ist auch der Post vom 5. November 2015, der bis heute das letzte Facebook-Lebenszeichen von Confess bleibt:

–> به کدام یک از تک آهنگ های جدید بیشتر علاقمند هستید؟ <–____________________________________________________1. „اک…

Posted by Confess on Donnerstag, 5. November 2015

Denn nur 5 Tage nach der Veröffentlichung dieses Posts wurden zwei der drei Bandmitglieder festgenommen. Die Anklagepunkte: Gotteslästerung, Hetze gegen das System, die Gründung eines Plattenlabels mit satanischem Hintergrund, atheistische und anarchistische Songtexte sowie Interviews mit (verbotenen) ausländischen Radiosendern.

Nachdem sie mehrere Monate in Isolationshaft verbringen mussten, wurden die Beiden Anfang Februar auf Kaution (ca. 30.000 Dollar) freigelassen. Doch von Erleichterung keine Spur: Auf die Bandmitglieder wartet eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Jahren – oder die Todesstrafe. Denn Gotteslästerung wird im Iran mit Hinrichtung bestraft. Vor allem zwei Songs stehen im Mittelpunkt der Anklage: I’m Your God Now und Teh-Hell-Ran.

Unfassbar aber wahr: Rock Musik ist im Iran seit der Islamischen Revolution 1979 verboten. Für eine iranische Band ist es fast unmöglich, die Erlaubnis zu bekommen, ein Konzert zu spielen. Einziger Ausweg: Die Songtexte (die nur in Persisch sein dürfen) von der Regierung billigen lassen oder ganz auf Lyrics verzichten. Aus Gründen wie diesen bleiben die meisten Iranischen Bands vollkommen im Untergrund.

Doch gerade schaut die ganze Welt auf das Schicksal von Confess. Eine Schwedin hat diese Change.org-Petition eingerichtet, die sich mit so vielen Unterschriften wie möglich an den iranischen Präsidenten wenden soll, um ihm zu zeigen: Die Welt steht hinter Confess.

Kommentare