Humanity's Last Breath - Välde Promo

Humanity’s Last Breath: Buster Odeholm im Interview über „Välde“


Eigentlich wären Humanity’s Last Breath nach der Veröffentlichung von „Välde“ mit Cabal und Black Tongue auf Tour gegangen. Bedenken hat Songwriter Buster Odeholm deswegen aber nicht, da sie noch nie direkt nach einem Release getourt haben. Dennoch schlagen die Schweden mit „Välde“ ein neues Kapitel auf, wie Buster im Interview erzählt.

Das neue Album klingt viel reifer als die bisherigen. Woran liegt das?

Ich denke, das passiert von ganz allein, wenn du schon ein paar Alben gemacht hast und dann ein neues schreibst. Du wirst besser in dem, was du tust, und entfernst die Dinge, die du nicht magst, während du die Aspekte, die du magst, hervorhebst.

Welche Elemente hast du für „Välde“ fallengelassen?

Ich würde sagen, wir sind nicht mehr so Breakdown-zentriert. Wir haben sie zwar noch, aber wir versuchen harte Musik zu machen, die in ihrer Natur hart ist und nicht nur weil wir Buildups haben, die zu Breakdowns führen. Diese Reife liegt für mich in der Aussparung von zu offensichtlichen Breakdowns oder Deathcore- oder Djent-Komponenten.

Was habt ihr akzentuiert?

Was die Melodien betrifft, haben wir versucht, mehr nach Black Metal zu klingen und diese Atmosphäre mit unserem Groove-basiertem Riffing zu vereinbaren.

Deshalb ist das Finale von „Tide“ also kein Breakdown, sondern ein Part mit Cleangesang, der jedoch überraschend gut bei den Fans ankommt. Hattest du da anfangs Bedenken?

Ich war wirklich überrascht, weil die Leute den Part anscheinend mehr feiern als alles, was wir zuvor gemacht haben, haha. Eigentlich bin ich nie besorgt darüber, was die Leute denken, weil es mir darum nicht geht. Es ist aber großartig zu sehen, dass die Menschen offen für Neues von uns sind!

Kannst du dir erklären, warum sie diesen Part so feiern, während Clean Vocals bei anderen Bands oft ein Problem darstellen?

Ich schätze, das ist der Black-Metal-Einfluss, was die Melodie betrifft. Außerdem habe ich nie das Gefühl gehabt, etwas einfügen zu müssen, wenn es nicht passt. Bei vielen anderen Bands greift der Cleangesang einfach nur Popmelodien auf und führt dann zurück zu den harten Riffs. Das Ende von „Tide“ ist ein harter Part, weil wir harte Musik spielen und manchmal auch Clean Vocals einbauen. Worauf es ankommt, ist die Art, wie wir das mit dem Rest der Musik verbinden, ohne den Vibe abreißen zu lassen.

„Harter Clean Gesang“

Man könnte sagen, es ist ein anderes Level von „Heaviness“!

Das nehme ich, haha!

Wird sich der Sound von Humanity’s Last Breath in Zukunft überhaupt ändern oder bleibt es innerhalb dieser Sphäre der Trostlosigkeit?

Was die Melodien und die Sprache betrifft, werden HLB immer so bleiben. Wenn ich mich danach fühlen sollte, ein anderes Gefühl auszudrücken, würde ich ein neues Projekt starten. Aber die Musik wird sich definitiv ändern. Die Band sagt, dass die neuen Sachen sehr anders sind, sie es aber mögen. Sie meinten, ich würde damit die Essenz von HLB immer weiter herausdestillieren. Wie schon gesagt, ich nehme raus, was ich nicht mag, und verstärke, was ich mag.

Hilft dir dabei auch, dass du als Producer viel mit anderen Bands arbeitest?

Absolut. Ich muss überzeugt von meiner Musik sein. Dadurch, dass ich mit vielen Metalbands arbeite, weiß ich, wo die Leute gerade stehen, was Riffs und Strukturen betrifft. Ich tendiere dazu, Sachen zu mögen, die anders klingen als das. Dadurch habe ich ein Gefühl dafür, was wir mit HLB machen können, um uns davon abzuheben.

Laut Spotify ist „Thall“ ein Genre, in dem man neben Vildhjarta und HLB auch viele andere Bands findet, mit denen du gearbeitet hast, wie zum Beispiel Reflections. Was hältst du davon?

Ich glaube, ich weiß, wovon die Leute reden, wenn sie „Thall“ als ein eigenes Genre bezeichnen. Wir haben das so nie benutzt, aber ich habe nichts dagegen, wenn Leute das so kategorisieren. Jede Bewegung, wenn alle dieselben Sounds mögen und sich darüber vernetzen, ist cool. Wenn sie es dann „Thall“ nennen, ist das eine wundervolle Sache. Der Begriff „Thall“ stammt ja eigentlich von Vildhjarta und die kommen eher vom Prog Metal. Am Ende ist es natürlich gut, wenn Leute uns dadurch auf Spotify leichter finden können.

Vielen Dank für deine Zeit!

Erst letzte Woche haben Humanity’s Last Breath ihre neue Single „Dehumanize“ veröffentlicht. Am Freitag folgt das Album „Välde“, das ihr hier vorbestellen könnt.

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