Im Interview mit Daniel Tomley von THFKDLF – „Wir spielen auf einem ganz anderen Level.“


Wusstet ihr, dass sich hinter dem Namen „thfkdlf“ eigentlich die Phrase „The Fucked Life“ verbirgt? Wir haben uns mal mit Daniel Tomley, Mitbegründer des Modelabels, bisschen über das Label, Inspirationen und was es mit der Nummer 13 auf sich hat, gesprochen.

THFKDLF steht für „The fucked life.“ Was ist die Geschichte hinter diesem Namen?

Das Label bestand Anfangs nur aus zwei Personen und im Prinzip ging es uns darum Klamotten abzufucken. Zu der Zeit haben wir entweder gefärbt, Acid Washing betrieben, Ärmel abgeschnitten, neue Ärmel angenäht und so weiter. Im Prinzip war das alles sehr grob und die Arbeit war eine riesige Sauerei. Daher kommt eben der Name. Wir wollten keine unangetasteten Klamotten verkaufen, also brauchten wir einen passenden Namen und so kamen wir zu „The fucked Life.

Was hat dich 2013 motiviert dieses Unternehmen zu gründen?

Wir waren Beide in einer Band, die eine starke DIY-Ethik hatte. Unser komplettes Merch wurde von uns selbst entworfen und gedruckt. Einige Ideen die wir hatten waren aber einfach nicht passend für Band Merch. Es mag egoistisch klingen, aber es war hart den Aufwand für solche extravaganten Dinge zu rechtfertigen, nur um damit zur nächsten Show zu kommen. Hätten wir das so gemacht, dann hätte unser Merch sicherlich jede andere Band in die Tasche gesteckt, stattdessen wurde unser Label geboren.

Wie du es eben angesprochen hast, hast du einen starken musikalischen Hintergrund. Ist diese Form der Kunst anders als die Kunst Kleidung für thfkdlf zu entwerfen?

Eigentlich gibt es da sogar viele Gemeinsamkeiten. Das Entwerfen nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch, wie das Produzieren einer CD, aber wenn wir ein großes Release vor uns haben, dann ist es ähnlich wie das Release eines Albums. Der ganze Aufbau ist identisch. Das Pressen und anschließend so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu erzeugen. Am Ende ist es der ganz normale Prozess von Kreativen. In einer Band zu sein oder ein Modeunternehmen zu leiten ist wunderbar.

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Auf eurem Tumblr sieht man interessante Fotos von Architektur. Was mögt ihr hieran und beeinflusst das die Designs von THFKDLF.

Unser tumblr ist eigentlich nur ein großes Stimmungsbarometer für die komplette Marke. Hier wird nichts zerdacht. Wenn wir ein Bild sehen, was uns gefällt, dann posten wir es. Dort kann es dann jeder sehen und wenn wir Inspirationen brauchen, scrollen wir durch unseren Feed und schauen, was wir gepostet habe. Für uns können Ideen überall herkommen und manchmal kann das auch Architektur sein. Falls wir eine bestimmte Form oder Kurve in einem Gebäude sehen, dann kann uns das zum Beispiel für einen neuen Schnitt inspirieren. Unsere Kollektionen scheinen immer von einer kleinen Idee zu kommen, die wir dann zum Wachsen bringen.

Ihr fokussiert euch stark auf große All Over Prints mit Naturmotiven. Was drückt ihr damit aus?

Wir lieben es draußen zu sein und wir haben das Glück in einem Teil der Welt zu leben, der von großartiger Landschaft umgeben ist. In einer Stunde Autofahrt bist du an der Küste, direkt vor der Tür hast du Wasserfälle, Berge und große Seen. Wir können nicht verneinen, dass dies einen großen Einfluss auf die Prints hat. Für unsere letzte Kollektion sind wir im Prinzip um die ganze Welt gereist und haben verschiedene Aspekte der Erde gezeigt.

In eurem aktuellen Image Clip erzählt ihr uns, wieso ihr den Großteil eurer Arbeit bei euch in England selbst verrichten. Ist es nicht schwierig so mit anderen Firmen zu konkurrieren, die viel günstiger irgendwo in China oder der Türkei produzieren?

Wir haben nicht das Gefühl, dass wir mit anderen Unternehmen konkurrieren. Um ehrlich zu sein glauben wir, dass wir auf einem ganz anderen Level spielen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Besitzer vieler Marken keine Ahnung haben wie man ein Stück Kleidung aus dem Nichts entwirft. Für ihre Bankkonten mag es gut sein, wenn sie solche Länder durch billige Arbeitskraft ausbeuten, aber was machen sie schon außer Bilder im Internet zu posten und Bestellungen zu packen? Wir machen Kleidung von Hand aus weil wir es lieben kreativ zu sein und an etwas zu arbeiten,  was wir lieben.

Ihr entwerft auch Socken. Denkst du, dass Menschen Socken allgemein zu wenig Beachtung schenken?

Ich denke Socken sind das Kleidungsstück, dem Leute die geringste Beachtung schenken, wenn sie ihr Outfit zusammenstellen, jedoch glaube ich, dass sich das bald ändern wird. Mittlerweile geben manche Menschen so viel Geld für Sneaker aus, da wäre es unangebracht darunter alte und zerschlissene Socken zu tragen.

 

Die 13 ist ja „eure Nummer“ und wird oft als Backprint auf eure Shirts gedruckt. Das hat sicherlich was mit eurem Gründungsjahr zu tun. Hattet ihr nie Angst vor der Unglückszahl 13?

Ich war nie eine abergläubische Person und bin als Fußballfan aufgewachsen, was ich auch immer noch bin. So waren Nummern auf der Rückseite immer etwas, was mir persönlich gut gefallen hat. Irgendwie passt die 13 als Unglückszahl auch zur Marke „thfkdlf„, doch am Ende ist es wirklich nur das Gründungsjahr. Letztens habe ich mir die Nummer hier auf den Arm tätowieren lassen, also habe ich definitiv keine Angst vor der Unglückswirkung.

Kannst du das Gefühl beschreiben, wenn man jemanden sieht, der das eigene Shirt von thfkdlf trägt?

Das ist ziemlich großartig. Es gibt da einen speziellen Laden in London, in dem wir immer essen gehen. Und fast immer sehen wir dort jemanden, der unsere Shirts trägt. Das ist richtig cool. Als wir früher Leute mit unserem Bandmerch gesehen haben, dann wussten die normalerweise wer wir sind, aber bei thfkdlf sind die Chancen eher gering, dass sie wissen wer wir sind.

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