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Impericon-Festivalreporter Benjamin @Rock Im Park: „Ein Hauch von Rock’n’Roll Himmel“


Blut, Schweiß und bestimmt auch das ein oder andere Freudentränchen… das was Rock im Park 2018. Es war ein überragendes Festivalwochenende – ja fast ein Hauch von Rock´n´Roll Himmel. Traumhaftes Wetter, süffiges Bier und vor allem richtig gute Musik. Aber beginnen wir von vorne…

Anmerkung: Dieser Artikel stammt von unserem Rock Im Park-Festivalreporter Benjamin – willst du auch für uns vom ganz normalen Festivalwahnsinn berichten? Dann bewirb dich hier fürs Wacken, Summer Breeze, Highfield, Southside, Vainstream, Elbriot oder Hurricane!

Donnerstag – der perfekte Start

Donnerstag, 5.30 Uhr. Erfreulicherweise werden die Campingplätze eher als geplant geöffnet und wir gehören zu den Ersten, die das weite Areal stürmen. Entsprechend genial liegt unser Platz: Festivalgelände, Fressmeile und Toiletten sind in unmittelbarer Schlagdistanz. Darauf kann man sich schon mal ein Bierchen gönnen, was wir auch feierlich tun. Ein leichter Schauer in den Abendstunden soll der Einzige für dieses Wochenende bleiben. Da auf und vor den Bühnen noch Ruhe herrscht, widmen wir uns an diesem Abend ganz der Feierei…

Freitag – zwischen Deathcore-Geballer und Riesenradfeeling

Der Start in diesen Tag gestaltet sich als sehr mühevoll. Nach einem Frühstück und einer etwas zu kalten Dusche, läuft es jedoch schon wesentlich besser. In den frühen Nachmittagsstunden bewegen wir uns zum ersten Mal Richtung Bühne. Die Punkrock-Legenden von Bad Religion laden zum Tanz. Wir sind etwas spät dran, doch Gott sei Dank ist der Andrang an den Schleusen nicht sehr groß und wir schaffen es fast pünktlich zur Becks Park Stage. Dort erleben wir exakt das, was Bad Religion seit rund 30 Jahren auszeichnet: eine zwar nicht besonders innovative, aber durchaus mitreißende Show. Nach gut einer Stunde verabschieden sich die Oldies um Frontmann Gregg Griffin und drücken Good Charlotte die Klinke in die Hand. Der sonnige Pop Punk-Sound der Kalifornier passt perfekt zu den Temperaturen. Hits wie „I Just Wanna Live“, „Lifestyles Of The Rich And The Famous“ oder „The Anthem” gehen nicht nur runter wie Butter, sondern verbreiten auch ein wenig Nostalgie. Wir genießen das Ganze aus einigen Höhenmetern bei einer Runde Riesenrad. Im Anschluss gönnen wir uns ein wenig Bier und etwas Ruhe – das braucht es jetzt, bevor es eine Stunde später wieder zur Bühne geht. Ich freue mich auf Deathcore-Geballer von Thy Art Is Murder. Diese zerlegen die AlternArena auf vorbildliche Art und Weise. Wir verlassen die Halle jedoch noch vor Ende des Sets, um pünktlich an der Park Stage zu sein. Dort erleben meine Freunde und ich ein fulminantes Set der Foo Fighters, voller Power und extrem emotional. Bevor es zur letzten Etappe des Tages geht, ärgere ich mich ein wenig über die Toilettensituation. Sowohl an Dixis als auch an Porzellanklos wurde im Vergleich zum letzten Jahr ordentlich gespart, lange Wartezeiten sind die Folge. Wir sehen uns noch einen Teil des Sets der Gorillaz aus der Ferne an, ehe wir den Abend am Campingplatz ausklingen lassen.

Samstag – ein kunterbunter Musikrausch

Dieser Morgen gestaltet sich wesentlich besser als der vorhergehende und auch meine Kopfschmerzen halten sich in Grenzen. Bereits am Vormittag machen wir uns auf zu einer kleinen Einkaufstour im Supermarkt-Zelt des Festivals. Es existiert seit dem letzten Jahr und besticht durch handelsübliche Preise. Ich finde die Idee dahinter wirklich super, da das Anschleppen großer Vorratsmengen entfällt und bedarfsgerechtes Einkaufen vor Ort möglich ist. Unsere Motivation zur Bühne zu gehen hält sich für lange Zeit in Grenzen, weshalb wir erst am späten Nachmittag dort ankommen. Enter Shikari überzeugen mich allerdings nicht wirklich, was unter Anderem am sehr pop-lastigen Set der Briten liegt. Wesentlich besser machen das Hollywood Undead. Mit ihrem Rap-Rock-Crossover Sound sorgen sie für begeisterte Gesichter und gewinnen an diesem Tag den einen oder anderen neuen Fan. Es geht weiter mit Rap. Casper – der auch in der Core-Szene viele Fans hat – zeigt, dass er der Hauptbühne gewachsen ist. Dies spürt man besonders beim Song „Jambalaya“, der frenetisch mitgesungen wird. Einen Klasse Auftritt legen außerdem Stone Sour hin. Besonders Corey Taylor hat einen großartigen Tag, ehe Marilyn Manson ein gelungenes Finale auf der Park Stage abliefert. Was für ein toller Tag. Auf dem Rückweg dancen meine Freunde zu „Hit Me Baby One More Time“. Das feiere ich.

Sonntag – der emotionale Höhepunkt zum Schluss

Der letzte Festivaltag beginnt wieder mit strahlendem Sonnenschein. Bevor es zur Bühne geht, liegt jedoch erstmal etwas Arbeit vor uns. Sachen packen, aufräumen, Zelt abbauen, Auto beladen… anstrengend, aber unumgänglich. Diejenigen unter uns, die noch eine Nacht bleiben, chillen währenddessen ihr Leben. Zur Mittagszeit eröffnen Bury Tomorrow den Sonntag. Wir sind pünktlich vorne und erleben eine coole Show. Das Bier schmeckt ebenfalls – was bei einem Preis von 5,00 Euro für 0,4 Liter aber auch zu erwarten ist. Im Anschluss drehen wir eine kleine Runde über das Festivalgelände, ehe wir bei Body Count wieder an der Park Stage stehen. Ich kann dem Sound der Band um Rapper Ice-T leider nicht besonders viel abgewinnen und freue mich umso mehr auf den Auftritt von Bullet For My Valentine. Die Jungs spielen ein solides Konzert. Die phänomenale Leistung beim Festival von vor zwei Jahren erreicht der 4er aus Wales allerdings nicht.

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Können Parkway Drive das toppen? Jein. Die Band beweist an diesem Abend einmal mehr, dass sie es mit ihrer Abkehr vom Metalcore Ernst meint. Das komplette Set besteht bis auf 3 Tracks ausnahmslos aus Songs der letzten beiden Alben. Stark ist der Auftritt trotzdem und auch der Sound vor der Bühne ist wie immer großartig. Besonders rührend: Sänger Winston holt kurz vor Schluss seine Mutter auf die Bühne. Während viele Festivalgäste bereits die Heimreise antreten, warte ich sehnsüchtig auf mein persönliches Highlight: Den Auftritt von Alexisonfire. Die Kanadier sind seit Teenager-Zeiten eine meiner absoluten Lieblingsbands, welche ich jedoch aufgrund der äußerst spärlichen Livepräsenz noch nie zu Gesicht bekam. Es ist das vielleicht schönste und bedeutendste Konzert, dem ich je beiwohnen durfte. Extrem tight zocken sich Alexisonfire durch ihr Set, welches das komplette Spektrum der Band eindrucksvoll widerspiegelt. Gekrönt durch diesen besonderen Moment verlasse ich Rock im Park.

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