IMPERICON-FESTIVALREPORTER @Vainstream – Felix


Felix Stricker 

Heiß, Heißer, Vainstream!

Hätten die Veranstalter des Vainstreams in Münster der diesjährigen Auflage des Festivals einen alternativen Slogan verpassen wollen, dann hätte dieser wohl gepasst, wie Dosenbier zu Festivals. 

Vainstream

Anstatt sich aber solchen Nebensächlichkeiten anzunehmen, hatten die Veranstalter der Hitze den Kampf angesagt und mit guten Ansätzen die Temperaturen erträglicher gemacht. Neben Trinkwasserstationen standen auch Outdoor-Duschen und Wasserbecken zur Abkühlung bereit. Wer seinen Platz vor der Bühne aber nicht aufgeben wollte, musste sich auch keine Sorgen machen dort auszutrocknen. Für jene hatte das Vainstream einen Wasserschlauch mittig zwischen den beiden Bühnen platziert. Mit dem wurde immer wieder das kühle Nass in die Menge befördert wurde und die Brillanz dieser Idee steht außer Frage. Sollte es aber im kommenden Jahr erneut so heiß wie in einer finnischen Sauna werden, wäre ein ausschweifender Einsatz des Wasserspritzinstruments definitiv wünschenswert! 

Gelände

Auf dem Gelände gab es zum Glück der Festivalgänger das ein oder andere schattige Plätzchen, welches entweder die Natur in Form von Bäumen bereitstellte oder bei dem das Vainstream höchstselbst seine Finger im Spiel hatte. Wie beispielweise beim Coconut-Beach, der ein bisschen Abseits der Bühnen gelegen war, auf den aber nichtsdestotrotz mit Fug und Recht Loblieder gesungen wurden. Denn diese Oase lud zu Bier und Cocktails ein, während man mit den Füßen im Sand am Wasser stand und Sonnensegel Schatten spendeten. 

Dahingehend gab es wenig auszusetzen und allgemein merkt man auf dem Vainstream schnell, dass es das Festival bereits seit ein paar Jahren gibt und die Veranstalter wissen worauf es ankommt. Es gab ausreichend Sanitäranlagen, sodass sich keine zu langen Schlangen bildeten, ein gutes Angebot an Getränken und Speisen, zu normalen Festivalpreisen und zwei nebeneinander liegende Hauptbühnen, durch die lange Wartezeiten zwischen den Acts vermieden wurden. Alles in allem also eine runde Sache, sodass ich mich ohne schlechtes Gewissen dem Wichtigsten zuwenden kann, der Musik:

Vorweg sei gesagt, dass ich mich nicht jedem Auftritt widmen kann und deswegen eine Auswahl treffen musste, mit der die Meisten hoffentlich zufrieden zu stellen sind.

Dropkick Murphys

Eskimo Callboy: 

Starke Performance, ohne dass etwas passiert ist, mit dem nicht zu rechnen war. Mit ‚Supernova‘ konnte man einen Song vom kommenden Album schon mal live erleben, dessen Sound vermuten lässt, dass es eventuell mehr Popmusik-Elemente enthalten wird, als das letzte Album. 

Beartooth:

Momentan einer meiner liebsten Liveacts, weil man sich darauf verlassen kann, dass die Jungs abliefern und mit viel Herzblut dabei sind. Frontmann Caleb Shomo ist ein musikalisches Mastermind und die ganze Band versteht es qualitativ gute Musik mit einer mitreißenden Show zu vereinen. 

Feine Sahne Fischfilet:

Wie immer ein kompletter Abriss, denn anders kann und will die Band um Frontmann Monchi wahrscheinlich gar nicht. Das Publikum hatte auf jeden Fall auch extrem Bock und hat trotz der Hitze nicht auf die Bremse getreten. Wie so oft bei Auftritten von Feine Sahne hat es auch nicht an Pyrotechnik und Rauchfackeln gefehlt, wobei sich da schon seit längerem die Geister scheiden. Während viele es wegen der Atmosphäre nicht missen wollen, sind andere wiederum genervt vom bunten Rauch. 

Architects: 

Der Auftritt fing holprig an, da die Band mit der Stimmung vor der Bühne nicht zufrieden war. Zwar äußerten sie Verständnis dafür, dass die Leute schon lange auf den Beinen waren und die Hitze viel Kraft raubte, aber trotzdem forderten sie ein erneutes Aufbäumen. Am Ende war die Band zufrieden, fand noch ein paar versöhnliche Worte und räumte das Feld, für die gefühlt beliebteste Band des diesjährigen Vainstreams: Die Donots. 

Donots: 

Was bei den Donots vor der Bühne abging, muss das gewesen sein, was Architects zuvor gefordert hatten. Vielleicht mussten die Leute den Appell erstmal verarbeiten oder hatten schlicht und ergreifend mehr Bock auf die Donots. In jedem Fall ein starker Auftritt und selbst diejenigen die von den Donots grundsätzlich nicht so angetan sind, waren spätestens als Wölfi von den Kassierern auf die Bühne kam, um ‚Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist‘ anzustimmen, Feuer und Flamme. 

Dropkick Murphys:

Die Murphys fingen an zu spielen und das Vainstream verwandelte sich in ein irisches Volksfest. Überwiegend amateurhaft, aber trotzdem auf beeindruckende Art und Weise präsentierte ein jeder seine feinsten irischen Volkstanzschritte. Das es an den Bierwägen kein Guinness zu kaufen gab, war in diesem Moment schade, aber wohl ein situationsabhängiges Problem. Der Stimmung hat es keinen Abbruch getan und die Murphys haben das Hauptprogramm des Vainstreams 2019 würdig beendet. 

Alles in allem wahrt das Vainstream mit der diesjährigen Ausgabe seinen ohnehin schon hohen Standard und bleibt für mich eines der besten Tagesfestivals Deutschlands. Bis nächstes Jahr Vainstream! 

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