IMPERICON-FESTIVALREPORTER @WACKEN – LEA


30 Jahre Wacken und lauter normale Leute!

Anfang August war es endlich wieder soweit und die kleine Gemeinde „Wacken“ wächst zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt heran. Tausende Metal-Fans pilgern auf den heiligen Acker und ich darf tatsächlich wieder mit dabei sein! Das Line up lässt jedenfalls keine Wünsche offen und so darf man sich auf große Headliner wie Rose Tattoo, Demons & Wizards, Sabaton, Parkway Drive, Hämatom, Powerwolf und viele mehr freuen.

Anreise

Leider musste ich am Freitag noch arbeiten und so kamen wir erst gegen Freitagabend am Holy Ground an. Total ärgerlich, weil wir dadurch die 20th Anniversary Show von Sabaton am Donnerstagabend und viele andere tolle Bands verpasst haben. Unsere Anreise stand daher unter dem Motto: „besser spät als nie!“ und obwohl wir erst ab Slayer da waren hat es sich mehr als gelohnt.
Nach den typischen Staus, mit denen man rechnen muss, wenn man nach Wacken fährt, kamen wir total motiviert im Ort an und überall wurde man mit lautem „Wackööööööön“-Gegröle herzlichst in Empfang genommen. Zum Glück hatten wir uns vorher schon einen Platz bei einer netten Campingtruppe sichern können und durften vorbei an den vollen Campgrounds bis fast nach ganz vorne zu unserer Truppe, die fleißig unseren Platz freigehalten haben. Wacken wird halt mit den richtigen Leuten nochmal schöner. Noch nicht ganz aus dem Bulli raus, wurden wir auch schon mit einem Bier Willkommen geheißen. So kann Wacken starten!

Meine 5 Bandhighlights

Gerne hätte ich mir mehr angeschaut und auch über die tollen Acts am Donnerstag und Freitagnachmittag berichtet. Leider kann ich das nicht und so beschränken sich meine Bandhighlights auf Freitagabend und Samstag.
SLAYER haben am Freitagabend ihre letzte Festivalshow in Deutschland gespielt und damit absolut die Hütte abgerissen! Raining Blood war live einfach der Wahnsinn. Vor der Bühne war kaum mehr Platz und das Infield war so voll, dass wir und etliche andere Metalheads die Show von weitem
verfolgt haben. Dank der vielen Screens verpasst man aber absolut nichts.

Spontan sind wir dann nach Slayer ins Zelt zur Headbangers Stage gestolpert und waren absolut angetan von THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA. Wir haben zwar nur die letzte halbe Stunde mitbekommen, die Stimmung, die Jungs und Mädels da aufgebauscht haben, war aber absolute Spitzenklasse. Getoppt wurde diese nur noch, als zur großen Polonaise zum Abschluss aufgerufen wurde und aus dem Wirrwarr vor der Bühne eine riesen Polonaise aus feiernden Menschen entstand, die einfach jeden mitgerissen haben. The Night flight Orchestra steht für mich auf jeden Fall ab sofort auf der Liste der Bands, die ich mir noch einmal anschauen möchte.

Schon beim sichten des Line ups habe ich mich auf die Show von SUBWAY TO SALLY gefreut und fand, dass sie live tatsächlich noch besser als auf Platte sind. Die seichteren Melodien und der Mix aus mittelalterlichen und modernen Instrumenten war eine angenehme Abwechslung auf dem Wacken open air. Auch wenn die Band auf vielen Festivals spielt gehört sie für mich jedes Mal wieder mit auf meinen Plan.

PARKWAY DRIVE war für mich mein absolutes Festival Highlight! Die Jungs fingen schon mit einem epischen Einzug durch die Menschenmenge an und ließen keine Sekunde in ihrer Leistung nach. Schade, dass Bassist Jia O’Connor sich kurz zuvor einen Kreuzbandriss zugezogen hat; Hut ab, dass er die Show dennoch spielt und zwar im Rollstuhl. Toll war auch, dass Jia’s Mom unter lautem Jubel ihr erstes Mal crowdsurfen war.
Musikalisch waren die Australier der absolute Wahnsinn und wurden gebührend mit Headbanging und Moshpits gefeiert. Es war brechend voll im Infield und jeder Song hat aufs neue die Stimmung aufgeheizt, nicht dass es in der Menge eh schon heiß genug war. Die Meute war am Toben und immer, wenn stille einkehrte wurde im Takt immer wieder „Parkway drive“ gerufen und die Band mit Jubel gefeiert. Die Atmosphäre war einfach der Wahnsinn!
Gegen Ende durfte ich auch mein erstes Mal Crowdsurfing genießen und war ganz kurz ganz nah an den Jungs auf der Bühne dran. Einfach Großartig!

Zum Abschluss haben wir uns Eisbrecher angesehen. Liedsänger Alexx hat einfach eine tolle Stimme und die Texte und Melodien laden zum mitgrölen ein. Genau so war auch die Show von der Stimmung her behaftet. Alle am Feiern, Tanzen und Mitsingen.

Festivalgelände und Essen

Wacken hat neben den Bühnen noch viele weitere Attraktionen zu bieten. So war dieses Jahr ein riesen Kaufland auf der Camp Site aufgestellt. Ich persönlich war leider nicht so begeistert, da der Kaufland viele Artikel nicht führte, oder bereits ausverkauft war. Der kleine Edeka im Dorf war dafür wieder einmal bestens ausgerüstet und hat der Flut von Metalheads standgehalten.
Generell muss man, wenn man in Wacken ist, einmal das Dorf besuchen. Die Dorfbewohner ziehen total mit und so sind kleine Bars in den Vorgärten aufgebaut und überall gibt es Bier, etwas zu essen oder Mitbringsel.
Das Festivalgelände selbst beherbergt auch ein kleines Mitelalterdörfchen das „Wackinger Village“.
Toll um dort etwas zu Essen oder sich mit einem Trinkhorn auszustatten. Die „Zyklopenspieße“ sind sehr zu empfehlen und auf jeden Fall ein Muss, auch wenn man da teilweise länger ansteht, als an der Schlange zu den Toiletten.
Neben dem Village gibt es noch das Wasteland. Dort stellen die Wasteland Warriors ihre selbstgebauten Konstrukte im Mad-Max-Style aus. Auch die „Aussteller“ selber sind toll kostümiert und leben ihren Style dort mit Showkämpfen und sonstigen verrückten Showeinlagen.
Wer shoppen möchte ist in Wacken auf jeden Fall auch gut bedient. Es gibt haufenweise Aussteller und Shops in denen mal sich eine neue Kutte oder ein Paar Dr. Martens zulegen kann.

Fazit

Ich bin mehr als zufrieden mit dem Wacken-Wochenende und würde jedes Jahr aufs Neue hinfahren.
Die Atmosphäre und die ganzen netten Leute, denen man auf Wacken begegnet sind einfach toll. Ein Besuch des Wacken Open Air gleicht einfach einem Urlaub für die Seele. Zumindest, wenn man die Musik mag.

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