The Devil Wears Prada Quinten Quist

Mike (The Devil Wears Prada) über ZII, Politik und Metal in den Charts!


Mit ZII geben The Devil Wears Prada einem Fanwunsch nach und veröffentlichen die Fortsetzung der 2010 erschienenen ZOMBIE EP. Sänger Mike Hranica erzählt im Interview über die Entstehung, Politik und den Stellenwert der Metalcommunity.

Die Ankündigung der ZII EP hat viele Fans sehr glücklich gemacht. Wieso hat es ganze elf Jahre gedauert, bis es soweit war?

Es ist nicht, dass wir nicht zwischendurch mal darüber nachgedacht haben. Wir hatten wirklich viel Spaß mit diesem Format und haben mit der SPACE EP nochmal ähnliches gemacht. Es fühlte sich nach zehn Jahren irgendwie gut an und durch die Pandemie hatten wir Zeit, also dachten wir es wäre spaßig ein neues Kapitel an ZOMBIE Songs zu schreiben.

Ist eine EP das perfekte Format für eure Konzepte? Auf einem Album könnte man doch sicherlich mehr erzählen.

Ein Album kann manchmal zu ausführlich sein. Ich denke, was für die ZOMBIE Songs am besten funktioniert ist, dass sie in kurzer Zeit einen harten Punch haben. Das EP Format fühlt sich für diese thematischen Songs einfach richtig an.

Du sprichst den harten Punch an. Woher kommt diese neugewonnene Härte auf der ZII EP?

Ich denke, dass wir viele weniger harte Sachen in der Vergangenheit geschrieben haben. Wir haben uns nicht vorgenommen härter zu werden. Wir schreiben immer was wir wollen und schauen dann, was dabei herauskommt. Mit der Aufgabe mehr ZOMBIE Songs zu schreiben, war klar, dass der Sound hart werden wird. Aber es ist nicht so, das wir das eine dem anderen Vorziehen. Wir lieben es Akzente zu setzen und es ist grundsätzlich ein offenes Buch wie hart ein Song am Ende wirklich wird.

Wie stehst du dazu, dass ihr mit einer Konzept-EP Märkte wie Spotify eigentlich kaum ansprecht?

Es ist wahr, dass Spotify und Apple Music den Markt diktieren, was die Accessibility betrifft und wie man Songs veröffentlichen sollte, damit sie am besten funktionieren. Ich selbst liebe Alben und TDWP genauso. Wir werden auch weiter Alben schreiben, aber von Zeit zu Zeit Singles oder EPs veröffentlichen. Es gibt ja immer mal wieder Stimmen, dass LPs aussterben, aber das sehe ich nicht. Ich verstehe aber, dass frequentierte Singles für Fans dafür sorgen, dass sie am Ball bleiben.

Es gibt ja immer mal wieder Stimmen, dass LPs aussterben, aber das sehe ich nicht.

Was bedeutet das für die Zukunft von The Devil Wears Prada?

Wir haben immer versucht nicht zu viel Content zu veröffentlichen, aber für die Zukunft planen wir regelmäßiger zu veröffentlichen und voranzuschreiten. Wir sitzen aktuell an neuem Material und versuchen bald so viel wir können zu veröffentlichen und uns selbst auszudrücken.

Gab es bei ZII etwas, das dich anders beeinflusst hatte als bei der ersten ZOMBIE EP? Die Pandemie hat ja schon eine gewisse Bedeutung, die auf das Konzept passt…

Beim ersten Teil habe ich viele Zombie Filme geschaut und Comics gelesen. Dieses Mal war das weniger. Ich wollte auch nicht, dass die EP ein Covid-19 Album wird und es zu viel Bezug auf die Pandemie hat. Aber die aktuellen Umstände, wie die Pandemie sich entwickelte und das Fehlverhalten einiger Instanzen, hatte definitiv Einfluss auf die EP.

Wie sieht es denn mit einer Fortsetzung der SPACE EP aus?

Du bist die zweite Person die das fragt, haha. Wir planen da erstmal nichts. Auch eine Zombie III EP haben wir jetzt nicht im Blick. Wir schreiben Songs, die wohl Singles für das nächste Album werden. Aber wenn es wieder Zeit ist, aus der Monotonie der Alben herauszubrechen könnte es durchaus sein, dass nochmal eine EP kommt. Wer weiß wie es in fünf oder zehn Jahren aussieht.

„Contagion“ deutet ja direkt auf auf eine Pandemie hin, oder?

Natürlich, aber ich wollte es nicht zu offensichtlich machen und denke die Hörer:innen werden die Bezüge zur Pandemie erkennen, wenn sie die Lyrics lesen.

Wie stehst du dazu, dass eure Musik politische Inhalte aufgreift. Gibtes denn Themen und Bereiche, die du mit The Devil Wears Prada noch nicht behandelt hast, aber unbedingt angehen willst?

Einige unserer Tracks auf THE ACT und TRANSIT BLUES waren kritischer was die Politik in den USA betrifft. Auf den EPs verstecken wir nichts heimlich, um ehrlich zu sein. In den USA gibt es viele, die wollen, dass wir die Politik aus unserer Musik halten. Viele sagen: seid still und macht Musik, ihr seid keine Politiker. Aber ich schreibe immer, was ich sagen will. Wir haben schon oft über die Diskrepanz zwischen Armut und Reichtum geschrieben, aber das ist eine Thematik, die ich noch nicht ausreichend behandelt habe.

In den USA gibt es viele, die wollen, dass wir die Politik aus unserer Musik halten.

Ich finde es ist enorm wichtig politische Themen zu behandeln, da man als Sprachrohr in die Welt fungiert. Außerdem war Musik schon immer mit politischen Inhalten konnotiert.

Exakt. 100% richtig. Musik hatte schon immer politische Inhalte. Ob es das Feiern einer Gesellschaft war, oder die Kritik daran.

Ohne das würden weder Punk noch Hardcore existieren oder?

Ich könnte dir nicht mehr zustimmen. Ich denke in Punk, Hardcore und Metal ging es immer um Freiheit und Frieden und wie es den Menschen damit geht. Es geht um Kritik an Gesellschaft, Politik und den Regierungen und ist ein perfekter Kommunikationskanal.

Aktuell sind viele Metalbands in den Charts zu sehen. Gojira haben sogar die Top 1 Position in den Billboard Charts belegt. Wie fühlt sich das für dich an?

Das ist so großartig. Gojira sind der Wahnsinn. Es ist auszeichnend. Ich liebe es, dass diesen Artists so viel Aufmerksamkeit zukommt. Ich denke, wir sind uns dessen noch nicht bewusst, aber da gibt es eine zweite Welle von Bands wie Metallica, Iron Maiden oder Judas Priest. Sie klingen zwar nicht so, wie sie, aber Architects, Bring Me The Horizon oder Gojira werden diese Stellung einnehmen. Sie spielen weltweit die größten Venues. Und je mehr Bands es so weit schaffen, desto besser ist es, denn es hat keinen negativen Einfluss auf eine Band wie TDWP. Es ist es wert gefeiert zu werden!

Ich denke, wir sind uns dessen noch nicht bewusst, aber da gibt es eine zweite Welle von Bands wie Metallica, Iron Maiden oder Judas Priest.

Und wie sieht es mit The Devil Wears Prada aus? Wo willst du die Band innerhalb dieser Welle sehen?

Ich weiß nicht, wie es in 20 Jahren aussieht. Wenn ich in der Pandemie etwas gelernt habe, dann alles zu seiner Zeit wertzuschätzen. Ich schätze jeden Tag an sich wert und wollte meine psychische Gesundheit verbessern. Es gibt definitiv keinen Halt für unsere Zukunft, sondern nur noch mehr Aufgaben, die gemeistert werden müssen. Wir wollen noch mehr Leute erreichen und die Community dieser Band aufbauen. Wie lange das dauert, können wir nicht sagen. Für das erste hoffen wir, dass wir nächstes Jahr wieder Shows spielen können!

Foto-Credit: Quinten Quist

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