Christian Thiele Heaven Shall Burn

Interview Mit Christian Thiele: Der Mann Hinter Dem WANDERER-Artwork


Keine Band zelebriert den Release ihres neuen Albums aktuell so wie Heaven Shall Burn. Das fing vor einigen Monaten mit mysteriösen Rätseln an, die es zu knacken galt, um einen neuen Song zu hören. Und das endet beim beispiellosen Artwork von WANDERER, das es Ende August sogar in einer eigenen Ausstellung zu bestaunen gab. Hinter den Fotografien des Outdoor-Konzeptalbums steckt Christian Thiele (34). Anfang des Jahres wurde er von der Band (mit der ihm eine lange Freundschaft verbindet) nach Island geschickt – zurück kam er mit Fotos, die es auch in unsere WANDERER-Bundles schafften. 

Eindrücke von der Fotoausstellung zu WANDERER (August 2016, Berlin) 

Impericon: Du bist schon sehr lange immer wieder mit Heaven Shall Burn unterwegs – bist du auch Fan der Band?

Christian Thiele: Ich bin definitiv Fan, vor allem auch wegen der vielen historischen und gesellschaftlichen Bezüge in ihren Texten und natürlich auch wegen ihrer Live-Qualitäten. Während andere internationale Bands routiniert ihre Sets auf hohem Niveau runterspielen, sieht man bei HSB immer noch das Feuer in den Augen und spürt ihre Freude und Begeisterung.

Und hast du WANDERER schon hören dürfen?

Ali hat mich nach dem Deichbrand mit zurück nach Hamburg genommen und während wir so durch das alte Land gefahren sind, lief WANDERER in voller Lautstärke. Vor Freude bin ich aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen. WANDERER ist pure Urgewalt. Von daher passen auch die Bilder von Island ganz gut zu dem Album.

Island ist ein gutes Stichwort! Erzähl doch mal, wie die Bilder für das Artwork entstanden sind.

Fast alle Bilder sind auf Island entstanden. Einige wenige stammen allerdings auch von meiner Heimatinsel Rügen. Maik rief mich im Februar an und fragte, ob ich Zeit und Lust hätte, nach Island zu fliegen, um Fotos für das Artwork der neuen HSB-Platte zu schießen. Da konnte ich natürlich nur mit „JA“ antworten. Maik hat dann noch kurz Rücksprache mit den Anderen gehalten und schon war der Flug und das Wohnmobil gebucht und ich saß jeden Abend bis zum Abflug vor Google Maps und habe nach Spots, Motiven und möglichen Routen geschaut. Maik hat mir dabei relativ viel freie Hand gelassen. Nur der Kirkjufell musste unbedingt dabei sein, das ist sein Lieblingsberg.

Kannst du die Reiseroute etwas genauer beschreiben? Vielleicht interessiert sich der eine oder andere ja für einen Island-Trip á la WANDERER. 

Die Reiseroute führte zuerst in den Süden. Vorbei am Seljalandsfoss weiter der Ringstrasse folgend Richtung Dyrhólaey und Vik gefolgt vom Skaftafell-Nationalpark, dem Jökulsárlón See und den schwarzen Stränden dort. Höfn war dann der Endpunkt für mich im Süden und dort am Strand von Stokksnes zu stehen war schon etwas ganz Besonderes für mich, denn ich hab viele Jahre immer wieder Fotos von dort gesehen und dann endlich selber dort zu stehen ist ziemlich unwirklich. Danach ging es dann die gleiche Strecke wieder zurück Richtung Hauptstadt und von dort zur Halsbinsel Snæfellsnes, wo ich das blauste Wasser gesehen habe und das schönste Sonnenlicht. Fern von den Touristen, die sich entlang der Ringstrasse bewegen, ist diese Insel magisch. Wer schon mal dort war, wird mich verstehen.

Eine Frage, die alle Profi- und Hobby-Fotografen interessieren dürfte: Welches Equipment hast du benutzt? 

Eine Nikon Vollformat Spiegelreflexkamera und in Sachen Objektiven waren hauptsächlich im Einsatz das 24mm und 70-200mm von Sigma. Dazu noch Polfilter von Hoya und ein leichtes Reisestativ. Das war es dann auch schon.

Durftest du auch deinen Senf dazugeben, welche Fotos für das Cover und Artwork ausgewählt werden?

Nein, aber das wollte ich auch gar nicht. Ich habe da voll auf Maik und die Jungs vertraut. Ich habe Maik jeden Abend von Island aus ein paar Fotos des Tages via Whatsapp geschickt und als er am vorletzten Tag zu mir meinte „Christian, allein von den Bildern, die du mir bisher geschickt hast, war eigentlich schon für jeden Song ein Bild dabei“ war ich glücklich und erleichtert. Das Endergebnis mit dem Artbook, dem Travel Diary und dem Booklet spricht ja auch für sich.

Heaven Shall Burn Preorder

Einblicke in das Reisetagebuch, enthalten im WANDERER Special Pack

Letzte Frage: Was steckt hinter dem Bild für das WANDERER Cover?

Oh, da gab es bei der Ausstellungseröffnung letztens in Berlin ganz spannende Gedanken. Deshalb mag ich da auch gar nicht viel zu sagen.

Kommentare