Fit For An Autopsy Interview

Interview mit Fit For An Autopsy: „Wir SINGEN auch mal und wurden dafür nicht ans Kreuz genagelt“


Vor einigen Wochen haben wir mit Within The Ruins über ihr neues Album und die Entwicklungen in der Deathcore-Szene gesprochen (das Interview findet ihr hier) . HALFWAY HUMAN ist jetzt seit kurzem draußen (und ein verdammt gutes Album), am Freitag ziehen endlich auch Fit For An Autopsy mit THE GREAT COLLAPSE nach. Ein Grund mehr, Gitarrist Will Putney einige Fragen zu stellen. 

Die Reaktionen auf euer neues Material fielen durchweg ziemlich positiv aus. Habt ihr sowas erwartet oder wart ihr eher nervös, als ihr die neuen Songs vorgestellt habt? 

Jedes Mal, wenn man neue Musik veröffentlicht, schwingt da diese Angst mit. Das Internet ist immerhin ein ziemlich brutaler Ort haha. Aber wir waren selbst sehr zufrieden mit den Songs von THE GREAT COLLAPSE, für uns ist es unser bisher stärkstes Album. Also hatte ich ein sehr gutes Gefühl dabei. Aber trotzdem, mit so überwältigendem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet, das hatten wir noch nie und die Stimmung in der Band ist deshalb gerade sehr gut.

Ihr seid ständig auf Tour – ändert das ein bisschen den Blickwinkel auf alles, was gerade in den USA passiert? 

Wenn du viel Zeit in anderen Ländern verbringst, lernst du erstmal die Wahrheit darüber, wie die Welt eigentlich über Amerika denkt – und das ist komplett anders als wir es zu Hause tun. Außerdem hast du plötzlich mit einer ganz anderen Nachrichtenlage zu tun und anderen Informationsquellen, durch die du einen ganz anderen Blick auf weltweite Ereignisse bekommst. Die Welt ist ganz anders als der durchschnittliche Ami-Joe das sieht und das ist auch etwas, was wir immer im Hinterkopf behalten sollten. Tatsächlich geht es in unserem neuen Song „Heads Will Hang“ genau darum, speziell wie Amerika die Flüchtlingskrise wahrnimmt.

In anderen Interviews habe ich den Eindruck bekommen, dass Lyrics für euch eine sehr große Rolle spielen, wahrscheinlich eine größere als für die meisten anderen Deathcore-Bands. Stimmt das? 

Das muss man natürlich für jede Band einzeln entscheiden, aber FFAA ist definitiv eine Band, bei der die Message hinter der Musik schon so wichtig sein kann wie die Musik selbst. Wir sehen, dass andere Acts in unserem Genre es vermeiden, über gewisse Themen zu schreiben, einfach aus Angst vor negativen Reaktionen und weil sie nicht „predigen“ wollen etc. Aber wir finden genau das wichtig und auch für uns als Künstler lohnenswerter. Das muss natürlich nicht für jede Band gelten und vielleicht ist dass auch einfach unser Einfluss der Punk/Hardcore-Szene, aber die Wut und Aggression unserer Songs muss einfach aus einem echten Gefühl hergeleitet sein und das sollten auch die Lyrics zeigen.

Was denkst du über die Zukunft des Deathcore-Genres? Denn es scheint nicht so einfach zu sein, die Balance zu halten zwischen „True sein“ und „neue Sounds ausprobieren“…

Ach, ich denke alles wird gut und unsere Kollegen und die nachfolgenden Generationen an Bands werden das Genre in die Richtung lenken, in die sie wollen. Heavy Music hat sich immer weiterentwickelt und viele neue Subgenres hervorgebracht, vor einem Jahrzehnt gab es den Begriff „Deathcore“ noch nicht mal. Wenn du einen guten Song schreibst und damit bei den Menschen was auslöst, wirst du auch erfolgreich sein, egal welches Label du deiner Band gibst. Gute Musik gewinnt immer.

Und was ist dann deine persönliche Meinung zu Deathcore Bands, die Clean Vocals nutzen? 

Ganz ehrlich, es ist mir egal. Wir singen auch von Zeit zu Zeit und wurden dafür nicht ans Kreuz genagelt. Wenn deine Fans etwas nicht mögen, dann werden sie dir es heutzutage ganz sicher sagen. Das sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man seine Komfortzone verlässt.

Für alle, die noch nie etwas von Fit For An Autopsy gehört haben, welchen Song würdest du als Einstieg empfehlen?

Try a little of everything! Auf den letzten Alben haben wir uns definitiv weiterentwickelt und verschiedene Styles harter Musik für uns entdeckt, also glaube ich, dass da für jeden etwas dabei ist. Aber wenn du checken möchtest, wie wir heutzutage klingen, hör dir unsere erste Single von THE GREAT COLLAPSE an: „Heads Will Hang“.

Danke für das Interview, wir sind gespannt auf euren Release am Freitag! (das Album bekommt ihr übrigens HIER).

 

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