Within The Ruins über die Deathcore-Szene: „Bands sollten experimentieren und Risiken eingehen!“


Es ist keine einfache Zeit für Bands, die dem Deathcore zugeordnet werden. Auf der einen Seite wird Veränderung und Weiterentwicklung im Genre gefordert, allerdings reagieren Fans auf Sound-Experimente wie Clean Vocals teilweise mit großer Ablehnung – siehe aktuell Suicide Silence. Wir haben mit Within The Ruins-Frontmann Tim Goergen kurz vor dem Release ihres neuen Albums HALFWAY HUMAN (Release: 3. März 2017) genau über dieses Thema gesprochen. 

Zu eurem Song „Death Of The Rockstar“ habt ihr mal gesagt, dass es von eurer Abneigung gegenüber dem aktuellen Musikbusiness erzählt.  Zitat: „Wir leben in einem Zeitalter, in dem Oberflächlichkeit und Trends mehr zählen als echte Kunst und Kreativität“ – kannst du auf das Statement nochmal näher eingehen?

Klar. Kurz und knapp: Das Zeitalter der „Rockstars“ ist tot. Künstler, die ihre eigene Musik schreiben, gutes Material veröffentlichen und hart arbeiten, kommen kaum in den Genuss des „Rockstar“-Lebens, wie es sich viele vorstellen. Das Musik-Business belohnt eher Menschen, die Songs schreiben lassen und leicht verdauliche Scheisse für die Massen veröffentlichen. Das verdummt die aktuelle Generation von Musik-Fans und das kotzt mich an.

Within The Ruins sind eine dieser Bands, die meiner Meinung nach immer anders klingen, als der Rest. Da sind so viele Harmonien, komplexe Gitarren und extrem fast schon tanzbare Parts. Wie würdet ihr selbst euer Genre bezeichnen?

Ich sage immer, dass wir einfach fucking Metal machen. Wir holen uns Einflüsse von jedem erdenklichen Subgenre, also ist es einfacher, es einfach „Metal“ zu nennen.

Und was sind zum Beispiel eure Einflüsse?

Wenn wir neue Musik schreiben, versuchen wir komplett auszuschließen, was gerade in der Metal-Szene passiert. Wir wollen einfach Within The Ruins bleiben und das hört man unserer Musik auch an. Aber natürlich jammen wir auch die Tunes der Großen – Pantera, Metallica, Arch Enemy, In Flames, etc. Und wenn es um Songtexte geht, haben uns auf dem neuen Album die Deftones , Slipknot, Nine Inch Nails und auch Marilyn Manson inspiriert.

Wie würdest du die Entwicklung eurer Band von Alben wie CREATURE oder INVADE zum aktuellen Release beschreiben? 

In einer Band, die schon so lange existiert, ist Veränderung unausweichlich. Das sieht man glaub ich am besten in den Strukturen unserer Songs. Wir wiederholen Parts öfter und die Songs sind eine geschlossenere Einheit, nicht nur aneinander gehängte Riffs. Und wir haben unsere Lieder etwas zugänglicher für Menschen gemacht, die den Metal noch nicht so für sich entdeckt haben. Sogar meine Mutter steht teilweise auf unsere Musik haha.

 

Im Deathcore scheint das mit der Weiterentwicklung aber nicht so einfach zu sein: Nachdem einige Genre-Releases auch Clean Vocals integriert haben, gab es große Diskussionen darüber in der Szene. Was sagst du dazu?

Ich finde es gut. Es ist nur gesund, die Szene etwas aufzumischen. Es provoziert Menschen dazu, ihre Grenzen zu sprengen.

Wie zuletzt auch Suicide Silence? 

Mein Kumpel Eddie (Hermida, Frontmann von Suicide Silence, Anm.) hat den Nagel auf den Kopf getroffen, als er meinte, das Genre wäre fad geworden. Bands sollten experimentieren, verschiedene Sounds entdecken und Risiken eingehen. Das haben wir auf dem kommenden Album mit Clean Vocals und einigen anderen abgefahrenen Dingen auch gemacht, die Fans scheinen es bisher zu lieben. Manchmal musst du einfach drauf scheissen.

Und was sind für dich gerade die größten und besten Bands im Deathcore?

Ich würde sagen Whitechapel, Despised Icon, Suicide Silence und Carnifex.

Zum Schluss noch eine Frage zu eurem neuen Album HALFWAY HUMAN, das am 3. März erscheint – kannst du uns verraten, was hinter dem Albumtitel steckt?

Wir mogeln uns durch das Leben und sind dabei nie zu 100 Prozent menschlich. Menschen lassen sich von materiellen Dingen, Jobs und so weiter, davon abbringen und leben nie wirklich im Jetzt. Nicht das ganze Album handelt von diesem Thema, aber viele Songs berühren es. Deshalb HALFWAY HUMAN.


Danke für das Interview, wir sind gespannt auf das neue Material!

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