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Jahresrückblick Vol. I (Susi): Meine Top 7 Alben aus 2017


It’s that time of the year again! Und bilde ich es mir ein oder war 2017, was Album-Releases angeht, irgendwie nicht so stark wie die letzten beiden Jahre? Zumindest fiel es mir gar nicht mal so leicht, die Plätze hinter dem Podium zu besetzen.

7. Neck Deep – THE PEACE AND THE PANIC

THE PEACE AND THE PANIC

Album #7 zum Beispiel habe ich im Laufe der letzten Tage bestimmt 23 mal geändert. Zum Schluss hat es Neck Deep mit THE PEACE AND THE PANIC auf den letzten Platz meiner Rangliste geschafft. Zugegeben, es war kein Album, das mich von Anfang an gecatcht hat, seltsamerweise tun das Neck Deep-Songs aber nie. Doch spätestens ihre UNFASSBARE Show im Leipziger Conne Island hat das Album für mich so emotional aufgeladen, dass ich Songs wie „In Bloom“ oder „Happy Judgement Day“ jetzt nicht mehr hören kann, ohne dass sich ein fettes Grinsen in mein Gesicht schleicht.

Anspieltipp: In Bloom

6. Carry On Kid – COMING HOME

Eine meiner „Dreambound“-Entdeckungen. Und was soll man von einem YouTube-Kanal erwarten, der schon Perlen wie Casey in die Öffentlichkeit hinausgetragen hat?  (dringende Abo-Empfehlung, falls ihr den Channel noch nicht kennt!) Carry On Kid ist ein Solo-Projekt von Isaac Austin, allerdings sind die düsteren Songs so fett arrangiert, dass sie einen ganz in Melancholie einhüllen und so schnell nicht wieder loslassen. Leider sind alle Songs weder auf YouTube noch auf Spotify, doch die 12 Dollar für den digitalen Download waren eine meiner liebsten Investitionen im Jahr 2017.

Anspieltipp: Fallen

5. Alazka – PHOENIX

Alazka starteten noch als „Burning Down Alaska“ ins Jahr 2017, nach der Umbenennung folgte dann im September das erste „richtige“ Album. Feststeht, dass die Recklinghauser die Szene schon zuvor ordentlich aufgerüttelt haben, zum einen mit ihrer EP VALUES & VIRTUES (2015), zum anderen durch zahlreiche Live-Auftritte mit Bands wie Being As An Ocean. Dementsprechend waren die Erwartungen an die 12 Songs fast schon pervers hoch. Doch diese Erwartungen haben Alazka eindeutig erfüllt. Auf PHOENIX zeigen sie, wie man seinem Sound treu bleibt, ohne dabei auf der Stelle zu treten.

Anspieltipp: Blossom

4. Jonah – WICKED FEVER

Es war um mich geschehen, als ich zum ersten Mal Jonahs „All We Are“ in der Vodafone-Werbung gesehen hatte. Ihr kennt den Song – All we are. We’re just like oxygen. Anstatt dieses Sprungbrett auszunutzen und die Marketing-Kuh durchs Dorf zu treiben, haben Jonah sich danach erstmal jede Menge Zeit gelassen, um an ihrem ersten Album WICKED FEVER zu schreiben. Sanfter Alternative/Indie Pop, der mich kriegt, auch weil er von Herzen kommt. Die Berliner im Leipziger Naumanns live erlebt zu haben, gehört außerdem zu einem meiner Konzert-Highlights des Jahres.

Anspieltipp: All We Are

3. Being As An Ocean – WAITING FOR MORNING TO COME

Zugegeben, WAITING FOR MORNING TO COME ist kein „leichtes“ Album, das einem zufliegt. Aber für leicht verdauliche Songs ist Being As An Ocean sowieso die falsche Band. Und ja, es ist ein Kritikpunkt, dass die Band (die das Album im September self-releaste) sehr viele Piano-Interludes auf dem Release untergebracht hat und uns so um „echte“ Song beraubt. Allerdings habe ich in diesem Jahr keine so stimmige Platte gehört, die als Gesamtbild – gerade mit den vielen Zwischenstücken und dem „Rückwärts-Song“ – ein gelungeneres Hörerlebnis liefert.

Anspieltipp: Glow

2. Stick To Your Guns – TRUE VIEW

Können Stick To Your Guns überhaupt ein schlechtes Album machen? Die Frage drängt sich nach DIAMOND (2012), DISOBEDIENT (2015) und jetzt eben TRUE VIEW tatsächlich auf. Frontmann Jesse Barnett kann einen gewissen überschwappenden Einfluss seines zweiten Projekts Trade Winds nicht verleugnen, aber die Post Hardcore-Note tut den Songs meiner Meinung nach sehr gut. Lyrisch – als ob man das erwähnen müsste – natürlich wieder ein Meisterwerk. As for me, there was no other choice. I’m married to the noise.

Anspieltipp: 3 Feet From Peace

1. Anti Flag – AMERICAN ATTRACTION

Anti Flag American Attraction

Es war ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Stick To Your Guns und Anti Flag. Am Ende haben sich die Polit-Punker aus Pittsburgh, Pennsylvania die Pole-Position geschnappt. Andere Bands, die so lange im Geschäft sind, melken mit uninspirierten Best Of-Alben die alljährliche Release-Kuh, etwas, das man Anti Flag auf ihrem zehnten Album niemals vorwerfen kann. Mit Good Charlotte-Benji Madden als Mit-Produzent klingen die Jungs um Frontmann Justin Sane erwachsener, weniger rotzig – und so gut wie noch nie zuvor.

Anspieltipp: Criminals

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