Jinjer Wallflowers

Jinjer über Shows in der Pandemie und WALLFLOWERS


Im vergangenen Herbst haben Jinjer in Deutschland einige Social-Distancing-Konzerte gespielt und waren eine der wenigen Bands, die während der Pandemie tourten. Auch aktuell probt die Band aus der Ukraine enorm viel in Vorbereitung auf die Sommershows. Im Interview erzählen Eugene und Tatiana davon und vom kommenden Album WALLFLOWERS.

Wie war es im September 2020 zu touren, während kaum andere Bands diese Möglichkeit nutzten?

Eugene: „Ich denke im Vergleich zu vielen anderen Bands haben wir uns dazu entschieden, dass wir spielen wollen. Wir lieben Live-Musik und unsere Musik ist dafür gemacht auf die Bühne gebracht zu werden.“

Vor Kurzem folgte mit dem Hellfest at Home ein Konzert, das online gestreamt wurde. Wie fühlte sich das im Vergleich an mit dem Gewissen, dass man irgendwie vor einem großen Publikum spielt, aber eigentlich auch vor gar keinem?

Tatiana: „Wir haben nicht all zu viel darüber nachgedacht, wie es sich anfühlte. Wir haben dadurch all unsere Fans auf der Welt versammeln können. Menschen aus Asien, Afrika, Nord- und Südamerika, Australien und Europa. Wir haben sie gewissermaßen alle versammelt.“

Die Stille war unerträglich.

Eugene: „Das war definitiv etwas, das weltweit verfolgt wurde. Mir hat es geholfen, dass ein Team da war und wir viele Visuals hatten. Aber die Stille war unerträglich. Das kannst du dir gar nicht vorstellen. Der Song ist vorbei und es ist still. Das Set ist vorbei und es ist auch still. Es war so merkwürdig.“

Und wie war es im direkten Vergleich zu euren Social-Distancing-Shows?

Tatiana: „Ich glaube, wenn es darum geht gar keine Zuschauer:innen zu haben oder sitzende Zuschauer:innen, ist beides irgendwie bizarr. Aber es ist ja auch bizarr für die Leute, die die Show sehen.

Eugene: „Ich denke das sitzende Publikum war normaler, weil sie schreien und rufen konnten und zudem geklatscht haben.“

Aber ganz ohne Publikum war es unfassbar ungewöhnlich.

Tatiana: „Dabei ist es im Radio und in Fernseh-Shows ganz normal. Dort hatte ich noch nie dieses Gefühl, vielleicht habe ich mich aus einem anderen Grund wohler gefühlt. Es war am Ende aber trotzdem gut diese Shows zu spielen, besser als gar keine Shows.

Eugene: „Es war eine gute Probe, haha.“

Tatiana: „Ja, wir haben uns wieder an die Bühne gewöhnen können. Der unterschied von einer Show ohne Publikum zur ersten Show vor ausverkauftem Haus wird jetzt allerdings ein großer Schritt.“

Am Freitag spielt ihr in Israel, vor ausverkauftem Haus. Seid ihr nervös, was die Show betrifft?

Eugene: „Ich würde sagen auf positive Art und Weise, ja. Ich bin ehrlich gesagt froh, so nervös zu sein. Ich habe keinen Zweifel, dass die Show gut wird, da wir noch viel besser geworden sind. Ich denke das hört man auch bei der Hellfest From Home Show. Das war ein fehlerloses Konzert und man merkt, dass wir immer besser werden.“

Ich fühle mich stärker und das gibt mir Selbstsicherheit auf die Bühne zu gehen.

Tatiana: „Wir wissen auch was uns in Israel erwartet. Die Leute dort sind total verrückt im Kopf und ich freue mich wirklich sehr darauf!“

Eugene: „In Israel sind jetzt über 80% der Menschen geimpft und alles ist zurück auf voller Kapazität, die Clubs, die Bars und die Konzerthallen. Es ist der erste Ort auf der Welt, der zurück zur vollen Kapazität ist und das ist großartig. Es gibt keine Restriktionen mehr. Ich drücke die Daumen, dass es bald auf der ganzen Welt wieder so sein wird.

Mit WALLFLOWERS bringt ihr nun bald ein neues Album heraus. Ich finde es gibt viele Überraschungen auf WALLFLOWERS, habt ihr die geplant, oder passierte das von selbst?

Tatiana: „Ich wäre nicht ich selbst, wenn ich nicht diese Tweaks einbauen würde und ich war selbst oft überrascht.“

Ich habe auf dem Album viel improvisiert.

Eugene: „Wir haben uns keine Grenzen gesetzt. Um ers kurz zu sagen: wir haben das Album aufgenommen, ohne uns große Gedanken zu machen. Scheiß auf Kommerz. Unsere Fans werden das akzeptieren. Das wichtigste für uns war mit dem Album, dass wir selbst es lieben. Mir ist egal, ob es heavy genug oder jazzy genug ist. Darüber denken wir nicht nach, wir lassen es einfach alles gehen.“

Wie fühlt es sich nun an? Es scheint ja nicht, als würdet ihr mit Jinjer ein Produkt schaffen, sondern künstlerische Integrität wahren.

Eugene: „Du hast recht. Wir haben uns selbst dazu gezwungen und reden da viel drüber. Wir haben uns noch nie als Produkt gesehen.

Wir sind ja nicht McDonald’s.

Wir sind Künstler und ich bin mir sicher, dass alle Künstler und Künstler:innen in der Geschichte nicht viel darüber nachgedacht haben. Vielleicht haben sie alle nichts anderes gemacht als ihre Inspiration und den Flow zu wahren. Die Kunst aus Gründen der Kunst zu vollenden und das ist am Ende der Kern des Ganzen.“

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Foto-Credit: Alina Chernohor

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