Animal Crossing Jubiläum

Kommentar: Animal Crossing-Jubiläum – Ein Jahr im Paradies


Eine ganz neue Welt eröffnete sich uns in „Animal Crossing: New Horizons“: plötzlich kann man Terraforming betreiben, Seen bilden, Wasserfälle erstellen, Ebenen erbauen oder abreißen, Häuser verschieben … die Möglichkeiten waren endlos, also zog ich meinen Bauarbeiterhelm an, weil safely first, und machte mich ans Werk. Etliche Spielstunden später war ich recht zufrieden mit meiner Insel, ich hatte einen Spielplatz, eine romantische kleine Pizzeria, eine Picknick-Ecke. Also schnell mal eine Instagram-Pause einlegen und feststellen: fuck, alle anderen haben ja viel schönere Inseln! Also lieber wieder Zeit mit Insekten fangen und Fische angeln verbringen …

Lockdown-Nostalgie

Ein Jahr ist es jetzt also schon her, dass ein sprechender Waschbär (für die ganz korrekten ein Marderhund) uns auf eine Insel gebracht hat, auf der es wirklich nichts außer ein Service Center gab und in dem wir die ersten Nächte in einem Zelt verbracht haben. Ich erinnere mich noch gut an den regelrechten Hype, den „Animal Crossing: New Horizons“ ausgelöst hat, das mittlerweile sechste Spiel in der Reihe, wenn man Tragödien wie „Animal Crossing: Amiibo Festival“ mal außen vor lässt. Täglich mehrere Stunden auf einer Insel verbringen, Blumen gießen, Insekten fangen, Fische angeln, das Museum mit Fossilien bereichern und mit Tieren sprechen, die zu besten Freunden werden … da wünscht man sich den ersten Lockdown glatt zurück. Das ist echte Nostalgie.

Ein Jahr später sieht das schon wieder anders aus. Das Spiel hat ein wenig den Reiz verloren, wir hangeln uns von Update zu Update, durstig nach dem Kaffee von Barista Kofi, den es scheinbar niemals geben wird. Wenigstens hat K.K. Slider seine fast beleidigende Karriere als DJ aufgegeben und ist mit seiner Akustik-Gitarre zurückgekehrt, um uns den absoluten Hit „K.K. Pop“ zu bescheren.

Dick im Geschäft mit neuen Bewohnern

Und nachdem ich mittlerweile über 200 Spielstunden in dieses Spiel investiert habe, und andere sogar noch mehr, gibt es immer noch Stefans und Thorstens, die fast angewidert kommentieren: „Animal Crossing spielen kann man nicht zocken nennen mimimi“. Okay, na und? Liebe Stefans und liebe Thorstens, würdet ihr mal ein paar Stunden auf einer virtuellen Insel verbringen, auf der Tiere eure besten Freunde sind und man den ganzen Tag Blumen gießt und Insekten fängt, wärt ihr bestimmt auch deutlich entspannter und hättet nicht das Bedürfnis, inhaltslose Tweets rauszuhauen.

Aber zurück zum Spiel … absolut Gold wert waren dieses Mal ja neue Bewohner, wie Gunnar und Morpheus. Ich darf stolz verkünden, dass ich nicht endlose Meilentickets ausgeben musste und auch bei keiner eBay-Auktion teilgenommen habe, um Morpheus zu finden. Die niedliche Ziege habe ich tatsächlich gleich auf der ersten Insel gefunden, nachdem ich einen anderen Bewohner endlich losgeworden war! Aber mein Favorit ist seit „Animal Crossing: Wild World“ immer noch Dolly, wie süß kann ein Schaf bitte sein?

Kapitalismus-Irrsinn

Wen ich noch nie als Lieblingscharakter gehört habe, ist Tom Nook. Ein bisschen mehr Dankbarkeit bitte für jemanden, der das alles überhaupt erst möglich macht! Ich werde bis an mein Lebensende Tom Nook vor Heuchlern verteidigen, die ihn als Kapitalisten-Schwein beleidigen! In welchem Kapitalismus lebst du, in dem ein Waschbär dir ein Zelt (umsonst!) gibt, das du für eine bestimmte Summe in ein Haus umbauen lassen kannst? Bitte, in dieser Form von Kapitalismus würde ich nur zu gerne leben. Und wer ständig von Kredit redet, den man ja angeblich Tom Nook zurück zahlen muss: Niemand zwingt dich, Tom Nook die Sternis zurück zu zahlen!

Puh, darauf jetzt erstmal „Rainy Day“ auf YouTube anhören.

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