Foo Fighters

Meine Liebeserklärung An Die Großartigste Band Überhaupt: Die Foo Fighters


Ich gebe zu, es vergeht kein Tag an dem nicht mindestens ein Lied der Foo Fighters über meinen Spotify-Account läuft. Aber muss ich denn wirklich Rücksicht nehmen, wenn meine Kollegen immer und immer wieder mit der Frage kommen, ob es nicht noch etwas anderes gäbe, was sich in meiner Playlist befindet? Meine Antwort – klar gibt es weitere Bands in meiner Liste, aber Foo Fighters sind nun mal die für mich beste Band der Welt!

Von Nirvana zu den Foo Fighters

Ich bin kein Die-Hard Fan der „Impericon üblichen Bands“. Erst sehr spät habe ich damit angefangen, Bands aus den Genres Hardcore oder Metal zu hören. Ob es daran liegt dass ich aus dem tiefsten Brandenburg komme und dort sowieso der Hund begraben liegt? Gut möglich, Rainald Grebe hat in dem Falle nicht ganz Unrecht mit seinem Lied. Meine erste CD überhaupt war Die Ärzte ‚Die Bestie In Menschengestalt‘. Zu diesem Zeitpunkt war ich 5 Jahre alt und meinen Eltern schien es egal zu sein, dass ich singend durch die Wohnung lief und „ohohoh Arschloch“ schrie. Ein Hoch auf meine weitaus ältere Cousine, dass sie damals 1994 im Besitz eines eigenen, leiernden Nirvana Mixtapes war, größenteils mit Songs von NEVERMIND. Bis heute weiß ich noch, wie das selbst bemalte Kassetten-Inlay aussah („Oh Gott, sie hat Kassette gesagt! So Retro, was für ein Hipster!“). So begann für mich der Weg hin zu den Foo Fighters – mit zugegeben einem kleinen Umweg über Nirvana.

Foo Fighters

Kurze Zeit später wurde es ja eher ruhiger um Nirvana. Manch einer mag jetzt verlauten, dass es die Band einfach nicht mehr gäbe, weil Kurt tot ist. Aber gebt ihr mir nicht ein Stück weit Recht wenn ich behaupte, dass die Band unheimlich viele neue und auch vor allem junge Fans im Laufe der letzten 20 Jahre dazugewonnen hat und das obwohl sie im eigentlichen Sinne nicht mehr besteht? Dieses Phänomen kenne ich dermaßen ausgeprägt bei keiner weiteren Band, es sei denn hier melden sich jetzt Die-Hard Queen Fans. Vielleicht sollte Queen-Merchandise in das Sortiment der Modeketten aufgenommen werden.

 

Der Sommer 1999

Das Jahr 1999 besiegelte dann mein Foo Fighters Fan-Dasein. Den ganzen Sommer lang liefen Blink 182 und The Offspring im Disc-Man, ebenso wie ‚Bascet Case‘ von Greenday, was selbst zu dem Zeitpunkt nach fünf Jahren immer noch „krass“ in meiner Generation gefeiert wurde. Im November ’99 erschien dann das Video zu ‚Learn To Fly‘, der ersten Single-Auskopplung aus ihrem damaligen 3. Studioalbum. Bis heute zählt es für mich zu einem der besten Videos aller Zeiten.

Ganze drei Jahre hat es dann gedauert, bis ONE BY ONE veröffentlicht wurde. Grund dafür waren mehrere Touren der Foo Fighters, das Einspringen von Dave als Schlagzeuger für Queens Of The Stone Age sowie dem Drogenentzug von Neu-Schlagzeuger Taylor Hawkins.

 

Die Flasche und der Hangover

Dass die Band einen ausgeprägten Sinn für Humor hat, haben sie schon damals oft unter Beweis gestellt. Im Jahre 2004, vielleicht können sich einige von euch noch daran erinnern, lief der große Wahlkampf Kerry vs. Bush in den USA. Genau zu diesem Zeitpunkt lebte ich ein Jahr bei meiner (demokratischen) Gastfamilie in Texas. Da John Kerry ein guter Freund der Familie war, entging mir natürlich nicht, dass die Foo Fighters John Kerry mit mehrmaligen Live-Auftritten während des US-Wahlkampfes 2004 unterstützten. Der Grund dafür? George W. Bush hatte damals ihren Titel ‚Times Like These‘ einfach für seine Kundgebungen genutzt, was die Band nicht sehr begrüßte.

Pünktlich zur Rückkehr und passend zu meinem melancholischen Fernweh nach Amerika erschien IN YOUR HONOR, ein Doppelalbum, das neben dem üblichen Foo Fighters Sound auch noch zehn Acoustic-Songs beinhaltete. Dieses Album stellt für mich den Inbegriff von Kreativität, Talent und purer Hingabe zur Musik dar, die diese Band seit Anbeginn ihres Bestehens von Album zu Album aufzeigt. Aus dem eigentlichen Gedanken heraus, Acoustic-Songs für einen Film zu schreiben, hin zur Ablehnung eines kompletten Acoustic-Albums, um dann schlussendlich eine Platte zu veröffentlichen, die laut Grohl ‚…the bottle and the hangover…‘ darstellt – so in etwas kann man die Entstehung eines der für mich stärksten Alben in Kurzform beschreiben.

 

 

The Pretender

What if I say I’m not like the others?
What if I say I’m not just another one of your plays?
You’re the pretender
What if I say that I’ll never surrender?

Hintergrund der Lyrics der dritt erfolgreichsten Single der Foo Fighters und für mich besten Songs und Videos überhaupt, stellt die politische Rastlosigkeit zum Zeitpunkt der Entstehung des Albums ECHOES, SILENCE, PATIENCE AND GRACE dar. Für viele Hörer und auch für mich stellt der Inhalt des Songs etwas völlig anderes dar und genau dass ist es, was die Texte dieser Band für mich so besonders machen.

„that’s the thing with lyrics, you never want to give away specifics, because it’s nice for people to have their own idea or interpretation of the song. But, you know, everyone’s been fucked over before and I think a lot of people feel fucked over right now and they’re not getting what they were promised, and so something to do with that.“ – Dave Grohl

Das im Jahr 2007 erschienene Album erhielt den zu diesem Zeitpunkt schon fünften und sechsten Grammy der Band. Ein Jahr später, 2008, wurden sie in Rahmen der Brit Awards dann (zurecht!) als „Beste Band“ und mit „Bestes Album“ international ausgezeichnet. In diesem Jahr erschien für alle, die nicht bei diesem legendären Konzert dabei sein konnten, die DVD LIVE AT WEMBLEY. Bis heute bekomme ich bei ‚Everlong‘ die Gänsehaut meines Lebens. In diesem Zuge möchte ich mich auch bei meinem Kollegen Marcel bedanken, dass er mir eines Tages die Live DVD als Überraschung auf meinen Schreibtisch legte (Anmerkung Marcel: Habe ich in einer Zu-Verschenken-Box gefunden!) . Nach alledem, was ich ihm (angeblich) mit meiner Foo Fighters Spotify Playlist „zumute“! Anstatt immer noch in einer Shit-Box im Flur seines Wohnhauses (Wer zum Henker würde so etwas wegschmeißen?) zu verkümmern, dreht sie sich seither im Player meines Arbeitsrechners.

 

Wasting Light und Sonic Highways

Falls ihr die Dokumentationen zu den Aufnahmen der zwei letzten Alben noch nicht gesehen habt, dann wird es Zeit. Die Doku BACK AND FORTH zeigt die Entstehung des siebten Studio-Albums WASTING LIGHT. Wer jetzt denkt, dass im 21. Jahrhundert immer die neueste Technik für das Produzieren von Platten verwendet wird irrt sich. Produzent Butch Vig (Sonic Youth, AFI, Green Day, Jimmy Eat World) nahm die Tonspuren nicht nur komplett analog auf, sondern mischte diese ebenso auch analog ab. Dies geschah an keinem geringeren Ort als in der Garage von Dave Grohl höchstpersönlich. Wahrscheinlich ist diese dort gezeigte Nähe zur Band und ihre ehrliche und auf dem Boden gebliebene Art auch der Grund, warum sie dort stehen, wo sie heute sind. WASTING LIGHT war sowohl in den USA, UK, Deutschland und weiteren Ländern auf Platz 1 der Album Charts. Auch hier schließt sich in diesem Sinne wieder der Kreis zu Nirvana. Kris Novoselic, damaliger Bassist und Gründungsmitglied von Nirvana, trat als Gastmusiker neben Bob Mould (Hüsker Dü).

 

 

SONIC HIGHWAYS, das aktuellste Album der Band, stellt mit seinen acht Songs die Reise der Foo Fighters durch acht Städte der USA dar. Hier interviewten sie Musiker, Produzenten und andere Größen des Musik-Business und verarbeiteten somit die musikalische Geschichte jeder einzelnen Stadt in jeweils einen Song des Albums. Der Entstehungsprozess wurde mit Kameras begleitet und in der achtstündigen Dokumentation FOO FIGHTERS: SONIC HIGHWAYS zusammengefasst. Vielleicht ging es nur mir so, aber allein die Lyrics der Single ‚Something From Nothing‘ erschlugen mich nach dem Anschauen der ersten Episode über Chicago noch mehr als je zuvor.

Ich kann in diesem Fall natürlich nur für mich sprechen, aber die einzelnen Konzepte, die mit den letzten zwei Alben der Foo Fighters an den Tag gelegt wurden sind für mich schon Grund genug, sie als Beste Band der Welt zu bezeichnen.

Gibt es eine Band, die ihr abgöttisch und vollkommen irrational liebt? Dann schreib doch einen Artikel darüber, sende ihn an socialmedia@impericon.com und mit etwas Glück, wird er hier veröffentlicht. Als Belohnung winkt dann natürlich auch ein Gutschein für unseren Shop. Ran an die Tasten!

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