Metalcore History

Metalcore-History, Teil 2: Die vielseitigen Facetten des Genres


Im ersten Teil unserer Metalcore-History haben wir bereits den frühen Beginn des Metalcore betrachtet. Die Vermischung von Thrash Metal und Hardcore sorgte für eine schnell aufblühende Szene, die sich jedoch anfangs stark abgrenzte. Gegen Ende der 1990er Jahre entwickelte sich der Mathcore aus dem viele Bands entsprangen, die für die weitere Entwicklung des Genres in den 2000ern wichtig waren. Im folgenden beleuchten wir die verschiedenen Schubladen und Subgenres des Metalcore der 2000er Jahre.

Die frühen 2000er – der „klassische“ Metalcore

Vom Mathcore beeinflusst entwickelten Bands wie Norma Jean 2002 einen modernen Metalcoresound, der sich ähnlich wie Converge in abstrakteren Sphären rügte. Die Mathcoreszene setzte sich jedoch schnell als etabliertes Subgenre des Metalcores ab. Stattdessen waren es andere Bands, die die Metalcoregeschichte weiterschrieben und maßgeblich prägten.

Mit Beginn der 2000ern waren es vor allem Bands wie Killswitch Engage, Darkest Hour, As I Lay Dying und Unearth, die den Metalcoresound erfolgreich machten. Alle Bands waren gleichermaßen von den Vorgängern der 1990er beeinflusst und offenbarten in ihren ersten Alben einen starken Thrash Metal Einfluss, der aber schnell auch um eingängige Refrains ergänzt wurde und so eine Massentauglichkeit anstrebte.

Die Parallele zum Melodic Death Metal

Auch wenn viele Metalfans es damals nicht gerne gehört haben. Zwischen Melodic Death Metal und Metalcore herrschen einige Parallelen, die einem neuen Subgenre den Weg ebneten: dem Melodic Metalcore, der eine erneute Vermischung der Szenen zur Folge hatte. Jedoch gab es zwischen Metalheads und Core Fans eine Abgrenzung, wenn auch Bands wie In Flames oder At The Gates beide Lager gleichermaßen ansprechen konnten.

Mit einem melodischen Ansatz und dem massentauglichen Fokus auf Refrains haben sich auch Bands wie Trivium und Bullet For My Valentine schnell einen Namen erspielt. Letztere waren zu Beginn stark beeinflusst vom Emo der 1990er Jahre fanden schnell zu großer Bekanntheit, als sie ihr Debütalbum „The Poison“ veröffentlichten.

Zwischen Hardcore und Deathcore

Etwas weniger melodisch und stark vom Hardcore geprägt begannen Parkway Drive sich im Jahr 2005 mit „Killing With A Smile“ einen Namen zu machen. Nur ein Jahr später veröffentlichten Bring Me The Horizon ihr Album „Count Your Blessings“, das weitestgehend dem Deathcore zugeordnet wird, dennoch von Bedeutung für den kommenden Metalcoresound der Briten war.

Die Deathcoreszene indes entwickelte sich ebenfalls in Mitte der 2000er um Bands wie Job For A Cowboy, Whitechapel, The Red Chord und viele mehr. Auch All Shall Perish und Suicide Silence brachten das Genre, das Death Metal mit Metalcore kombinierte zu einer Fanszene, die Ende der 2000er Jahre bereits zu einem eigenständigen Genre angewachsen war, während Bands wie Emmure, Within The Ruins oder Betraying The Martyrs stellenweise beiden Fangruppen zugeordnet wurden.

New Wave Of American Heavy Metal

Ob man Lamb Of God in die Geschichte des Metalcore mit einbezieht, hängt von der Perspektive ab. Zum einen tangiert die Musik der US-Amerikaner viele Trademarks des Metalcore, zum anderen ebnete sie den Weg für die New Wave Of American Heavy Metal, den Groove Metal (der viele Metalcorebands stark prägte) und zeigen eine große Parallele zum Thrash Metal auf. Ein neues Subgenre entwickelte sich, das zumindest ansatzweise vom Metalcore geprägt war, denn Lamb Of God setzen auf Alben wie „Ashes Of The Wake“ auf Breakdowns.

Deutscher Metalcore

Die bereits angesprochene Parallele zu Melodic Death Metal und Metalcore wurde von Heaven Shall Burn schon immer gelebt. Die Band begeistert seit Jahren gleichermaßen Metalfans als auch Metalcore Anhänger und zählt nun zu den wichtigsten hiesigen Vertretern.

Aber auch Caliban und Narziss machten den deutschen Metalcore bekannt, noch bevor Callejon mit ihrem anfangs vom Mathcore beeinflussten deutschsprachigen Metalcoresound zu einer deutschlandweit bekannten Band avancierten. Nicht zu vergessen sind The Sorrow aus Österreich, die mit ihrem 2007 erschienenen Album „Blessings From A Blackened Sky“ ebenfalls für die Etablierung des Metalcores in Deutschland großen Anteil hatten.

Trancecore

Aus dieser Szene heraus entwickelten sich weitere Subgenres, die in Deutschland vor allem mit We Butter The Bread With Butter, His Statue Falls und später Eskimo Callboy das Subgenre Trancecore begründete. Eine Parallele zum Nintendocore und Bands wie Horse The Band lässt sich klar finden, dennoch ist der deutsche Trancecore anders, denn hierzulande ist er noch immer enorm erfolgreich.

Die Vermischung von Synthesizern und Metalcore, oder auch Post-Hardcore war geboren und wurde insbesondere in den 2010ern zu einem begeisternden Publikumsmagneten. Während man über US-Amerikanische Vertreter wie Attack Attack! oft lachte, wurde in Deutschland ein Party-tauglicher Metalsound geboren.

Progressive Metalcore

Den Abschluss im zweiten Teil der Metalcore-History bietet der Progressive Metalcore, welcher sich im Hintergrund Stück für Stück entwickelte. Inspiriert von The Dillinger Escape Plan und Converge begannen auch Architects als Mathcore Band, was sich auf den Alben „Nightmares“ (2006) und „Ruin“ (2007) stark zeigte.

Auch August Burns Red begannen einen Sound zu spielen, der viel vertrackter war, als der eingängige Melodic Metalcore von Killswitch Engage und co. Beeinflusst von Bands wie Between The Buried And Me gingen auch August Burns Red einen experimentellen Weg und verließen die Genregrenzen und übliche Taktungen.

Doch auch amerikanische Bands wie Born Of Osiris, After The Burial und Veil Of Maya entwickelten ihren eigenen progressiven Metalcore Sound, der starke Parallelen zum Deathcore aufwies. Auch hier vermischten sich die Genres zu einer Fusion, die man als Progressive Deathcore beschreiben konnte noch bevor Periphery den Begriff Djent in die Internetforen dieser Welt spülten. Ob der Progressive Metalcore jedoch wirklich so fortschrittlich war, erfahrt ihr im dritten Teil unserer Metalcore-History, der sich voll und ganz den 2010er Jahren widmen wird.

Hinweis:

Bitte beachtet, dass wir in der Fülle der Bands nur eine gewisse Auswahl berücksichtigen können und uns auf prominente und ausschlaggebende Beispiele beschränken müssen. Am Ende sind es etliche Bands gewesen, die zu der Entwicklung des Genres beigetragen haben.

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