Jesse Cash - Erra - Quinten Quist

Metalcore-History, Teil 3: Zu Headlinerslots und neuen Szenen


In unserer Metalcore-History haben wir bereits die frühen Anfänge und die Blütezeit des klassischen Metalcores betrachtet. Doch mit Ende der Nuller Jahre änderte sich auch im Metalcore einiges und auch aktuell ist das Genre noch immer in Bewegung. Währenddessen hat sich das Subgenre Deathcore als eigenes Genre etabliert und weitere Derivate entstanden.

Wir blicken in die 2010er Jahre des Metalcore und stellen fest, dass aus dem einst belächelten Genre eine massive Bewegung wurde, die sich weiter unterteilte und stellenweise zur Spitze des Mainstream Metal avancierte. Doch neben einer Etablierung einzelner  Metalcorebands an der Genrespitze haben die 2010er Jahre auch neue Szenen und weitere Subgenres hervorgebracht, die wir nun genauer beleuchten.

Djent

Aus dem Progressive Metal und Progressive Deathcore entstand um Bands wie Born Of Osiris, Veil Of Maya, After The Burial und Periphery schnell der Begriff Djent. Weitere europäische Bands, wie TesseracT, Vildhjarta und Monuments adaptierten ebenfalls einen Meshuggah-esken Sound und etablierten ein Subgenre, das gleicheswegs atmosphärisch, mesmerisierend und rhythmisch versiert ausgelegt war und sich ebenfalls schnell mit Elementen des Metalcore vereinte, um ein neues Subgenre zu erschaffen. Doch auch der Progressive Metalcore wuchs zeitgleich um Bands wie Erra, Invent, Animate oder Silent Planet, die eine neue Welle des amerikanischen Metalcores etablierten.

Neue Szenen: Metalcore around the world

War Metalcore einst eine primär amerikanische Szene, fanden sich schnell Nachahmer*innen in den verschiedenen Musikszenen der westlichen Welt. Doch auch fernab der USA und Zentraleuropa hat sich Metalcore einen Namen erspielt und liefert ein gewisses Qualitätsmerkmal. So etwa in Australien und Japan.

Australischer Metalcore

Bands wie Parkway Drive, I Killed The Prom Queen und Northlane haben es vorgemacht und weitere Bands folgten. Heute freuen wir uns riesig über neue Metalcore Bands aus Australien, denn sie stehen für einen modernen Metalcoresound, der uns ganz besonders begeistert. So freuen wir uns über Polaris, In Hearts Wake oder The Amity Affliction. Aber auch Bands wie Thornhill, Void Of Vision, Make Them Suffer und Diamond Construct begeistern mit ihrem innovativen Metalcoresound.

Japanischer Metalcore

Auch die japanische Metalcoreszene boomt. Mit Crystal Lake hat die japanische Metalcoreszene einen wahren Metalcoreexportschlager etabliert, der vor allem in Deutschland großen Anklang findet. Doch es gibt weit mehr als nur Crystal Lake. Bands wie Earthist, Sailing With The Wind oder Crossfaith sollte man ebenfalls kennen. Darüber hinaus liefert Japan mit Envy eine großartige Screamo Band, die für die Stärke der japanischen Metal & Hardcoreszene steht.

Metalcore meets R&B

Auch die Vermischung von Metalcore und R&B ist im Trend. Was Issues vor einiger Zeit begonnen haben wir heutzutage fast schon als neue Welle des Post-Hardcore erfahren. Bands wie Dayseeker, Shrezzers oder Siamese verpacken ihren Metalcoresound mit Hooks, die wir aus dem R&B kennen. Das Ergebnis ist ein eingängiger Sound, der nicht nur die Spotify Playlists, sondern auch die Herzen der Zuhörer*innen erobert.

Rückkehr zum Oldschool Metalcore

Neben vielen neuen Subgenres gibt es jedoch auch einen Trend der zurück zu den Wurzeln führt. Bands wie SeeYouSpaceCowboy bemühen sich um einen Metalcoresound, wie wir ihn aus den frühen 2000ern kennen. Einen dreckigen, erdigen Sound voller Brachialität; irrwitzig lange und sinnlose Songtitel und eine politische Message. All das sorgt für ein Gefühl der Nostalgie, das uns zeigt, dass auch der Old School Metalcore noch lange nicht ausgedient hat.

Nu Metalcore

Im Gegensatz zum Oldschool Metalcore steht der Nu Metalcore, der deskriptiv schon für einen Sound steht, den wir uns ableiten können Bands wie Cane Hill, Loathe und Blood Youth machen es vor. Mit ihrem Nu Metal beeinflussten Metalsound etabliert sich ein weiteres Subgenre, das sich als Fusion der beiden Stilistiken versteht. Würden Korn, Slipknot und Deftones Metalcore machen, sie würden klingen wie die genannten Bands.

Zur Spitze des Mainstream Metal

Aus Bands wie Architects, Parkway Drive und Bring Me The Horizon sind nicht nur Genregrößen geworden, sondern Bands, die genreübergreifend beliebt sind und es sogar in Mainstream-Radios geschafft haben. Wir sehen diese Bands, die allesamt im Metalcore verwurzelt sind, auf den Headlinerpositionen der Rock & Metalfestivals.

Wohin die Reise des Genres als nächstes führt?  

Bands wie Spiritbox machen vor, dass Metalcore auch im Jahr 2021 noch innovativ sein kann. Bands wie As Everything Unfolds vermischen einen Paramore-ähnlichen Alt Rock Sound mit Metalcore. Die Kanadier Numenorean öffneten sich weiteren Einflüssen und vermischen Black Metal mit Metalcore, während sinfonische Sounds den Sound von Deathcore Bands wie Lorna Shore dominieren. Fakt ist: die Entwicklung des Metalcore ist noch lange nicht vollendet und wir dürfen gespannt sein, wie das Genre und seine Szenen in Zukunft wachsen wird.

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Photo-Credit: Quinten Quist

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