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[Nachbericht] Impericon-Festivalreporter Michael @Elbriot: Krönendes Festival-Finale auf der Bühne


Wir übergeben das Wort an Michael, der für uns als Impericon-Festivalreporter zum Elbriot fahren durfte. 

Nachbericht: Elbriot 2018

Nachdem ich dieses Jahr schon ein paar „klassische“ Festivals mit Camping Ground besucht hatte, war das Elbriot wie jedes Jahr eine willkommene Abwechslung. Da es sich dabei um ein Ein-Tages-Festival mitten in Hamburg handelt, ergeben sich im Tagesablauf ganz andere Möglichkeiten im Gegensatz zu mehrtägigen Festivals, auf denen man auch übernachtet.

Impericon-Festivalreporter Elbriot

Zum Beispiel morgens bestens ausgeruht im eigenen Bett aufzuwachen. Ab in die Dusche, anziehen und los zur Wohnung meines Kumpels, um dort erstmal in Ruhe zu frühstücken und sich mit der Elbriot-Playlist warmhören, bevor es mit S- und U-Bahn zum Hamburger Großmarkt geht.

Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie auf einmal die Hamburger Innenstadt rund um den Hauptbahnhof mit dem Strom aus in schwarzen T-Shirts und Kutten gekleideten Metalheads bevölkert wird. Und es ist immer wieder spannend zu erfahren, wo die Leute herkommen, für welche Bands sie sich interessieren oder welche Konzerte und Festivals sie bereits in diesem Jahr besucht haben oder noch besuchen werden.

Was mir in diesem Jahr auffiel: Erstaunlich viele Leute begaben sich recht früh auf das Gelände, holten sich ihr Bändchen – und pilgerten dann anscheinend direkt zum Merchstand, denn schon kurz nach Öffnung des Geländes wurde bereits über die Social Media-Kanäle des Festivals bekanntgegeben, dass der Merch ausverkauft sei.

Das Gelände lag dieses Mal wieder an seiner alten Stelle hinter dem Mehr! Theater, im Gegensatz zu vorherigen Jahren war es aber etwas kleiner dimensioniert und auch die Auswahl an Händlern war etwas geringer. Dies mag sicherlich damit zusammenhängen, dass vielen Leuten ein „großer“ Headliner fehlte, wie Slayer, In Flames oder Sabaton in den letzten Jahren. Auch ich war über Arch Enemy als Main Act auf dem Riot zunächst nicht so begeistert und hatte ehrlich gesagt schon überlegt, mir die vorherigen Bands anzusehen und dann pünktlich weiterzuziehen – aber ich habe mich dann doch dazu entschlossen, mir die Show anzusehen und war von der Live Performance sehr begeistert. Das Publikum ist voll mitgegangen und der Circle vor der Bühne war kräftig am Rotieren. Meine Stimmung hätte zu diesem Zeitpunkt eh nicht besser sein können, denn Beartooth hatten am Nachmittag meine Erwartungen bereits voll erfüllt: Bei strahlendem Sonnenschein brachten die Jungs die Menge zum Tanzen, Springen und Headbangen. Nach dem Konzert waren sowohl die Band als auch das Publikum schweißgebadet. Viele Besucher suchten den Schatten, denn das Riot hielt in diesem Jahr bestes Spätsommerwetter für uns bereit. Während in den vergangenen Jahren oftmals Wolken und leichter Regen mit im Spiel waren, war der Hamburger Himmel in diesem Jahr strahlend blau. Zum Glück ist das Gelände komplett asphaltiert, da man ansonsten mit den in diesem Jahr auf vielen anderen Festivals üblichen Staubmassen zu kämpfen gehabt hätte. Dies blieb dem geneigten Riot Besucher zum Glück erspart.

Impericon Sommerfestivals

Der Höhepunkt des Elbriot war für mich jedoch trotz Beartooth-Euphorie das Konzert der Suicidal Tendencies. Nach kurzer Zeit drückte ich einer Freundin, die sich das Konzert mit mir ansah, meine Sachen in die Hand und verschwand im Mosh Pit. Ich muss sagen, dass dieser extrem viel Spaß gemacht hat. Alle haben gut aufeinander aufgepasst, sobald jemand zu Boden ging, sperrten immer gleich mehrere Leute, so dass andere der oder dem Gestürzten aufhelfen konnten. Es waren auch keine übermäßig gewaltsuchenden Mosher dabei, die sich lieber beim Wrestling anmelden sollten, anstatt in den Mosh zu gehen. Gegen Ende des Konzertes ließ ich mich vom Gedränge noch in die vorderen Reihen tragen und sah mir dir letzten Songs direkt vor der Bühne an. Als Mike dann zum Schluss alle, die Lust haben, einlud, auf die Bühne zu kommen, gab es für mich kein Halten mehr. Kurz dem Mädel vor mir geholfen, über die Absperrung zu klettern, war der Weg dann auch für mich frei. Ich muss schon sagen, dass der Blick von der Bühne in die Menschenmenge, über das Gelände in den Hamburger Abendhimmel schon ein einmaliges Erlebnis war. Direkt neben Mike und den Jungs auf der Bühne zu stehen und mit ihnen zusammen das Publikum anzufeuern die Band mit einem kräftigen ST, ST, ST… zu verabschieden, bleibt ein unvergesslicher Moment und krönt meine diesjährige Festivalsaison.

Auch wenn es im Vorfeld ein paar kritische Stimmen in Bezug auf das Lineup gab, kann ich nur sagen, dass es auch in diesem Jahr wieder eine klasse Veranstaltung war. Und wer nach dem Festival noch nicht genug gefeiert hatte, bekam mit seinem Bändchen ja noch Einlass zur After Party in der Markthalle und konnte dort die Kutte fliegen lassen. Ich freue mich schon darauf, was die Riot-Truppe im kommenden Jahr auf die Beine stellt. Dann bei meinem Elbriot Nr. 6(66) – und ich würde mich freuen, neue Besucher in Hamburg willkommen zu heißen.


Uns hast du schon überzeugt, Michael. Wir sehen uns 2019 wieder.

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