Impericon Festivalreporter Vainstream

[Nachbericht] Impericon-Festivalreporter Patrick @Vainstream: Man’s not hot!


Nach den ersten Festival-Höhepunkten der Saison, u.a. mit Hurricane, With Full Force und natürlich Rock Im Park, erholen wir uns gerade für die zweite Runde mit Wacken und Co. – der perfekte Zeitpunkt also, um mit unserem Impericon-Festivalreporter Patrick das Vainstream 2018 Revue passieren zu lassen! 

Wir übergeben das Wort:

Nachbericht – Vainstream Rockfest 2018

Ich habe euch ja im Vorbericht angeteasert, welche Bands ich um jeden Preis sehen möchte – und ich kann voller Stolz behaupten, dass ich dem „Plan“ verdammt treu geblieben bin. Aber von vorne…

Freitag 

Nachdem unsere Eskalationsgruppe aus Paderborn traditionsgemäß in Münster eintraf und wir alle in der Geil-WG schon mal ein paar Kannen zischten, ward das Vainstream 2018 eingeläutet. Und so ging es im gemütlichen Sahara-Schritttempo Richtung Skaters Palace, um sich mit allen bekannten Gesichtern (und es waren viele) etwas warm zu machen. Die Sonne und das Pils knallten und um 18 Uhr öffnete der wie gewohnt völlig überfüllte Palace seine Pforten. Bereits zum ersten Gitarrenanschlag von First Blood waren es in der Halle gefühlte 50°C  – also zog es uns eher nach draußen, wo wir Bierchen getrunken und mit Leuten gequatscht haben, die man lange nicht gesehen hat. Denn natürlich galt es Kräfte zu sparen für den großen Tag und so war man nach Stick to your Guns auch froh, endlich nassgeschwitzt nach Hause zu können (natürlich nicht ohne bei Mecces die 22 Nuggets für 5€ zu looten).

Samstag

Samstagmorgen um 7 Uhr wurde ich von klirrenden Bierflaschen und einer Geruchskombi von Pfeffi und gebratenem Bacon geweckt. Das stramme Programm sah einen Start pünktlich um 10 Uhr vor, denn die gesamte Truppe wollte Stray from the Path sehen. Gesagt, getan. Wir waren super zügig auf dem Gelände, es gab glaube ich keine einzige Schlange und es war bereits um die Zeit mega warm. Zum Glück waren meine Crew und ich dem Wetter entsprechend gekleidet, haben auf schwarzes Merch verzichtet und sind alle mit Hawaii Hemden los. Isn Leben, sag ich euch!

Stray From The Path

Gepostet von Impericon.de am Montag, 2. Juli 2018

Irgendwann hatte ich mich mit zwei Freunden zu Any Given Day durchgeschlagen und hab denen ein bisschen zugeschaut. Vorab: Ich kann jetzt nicht zu jeder Band groß was sagen, wenn ich ein paar Punkte überspringe, so soll das keine absichtliche Provokation sein ;)

Lionheart hab ich seit letztem Jahr gefühlt x-mal gesehen und musste deshalb dafür nicht vor der Bühne herumspringen. Irgendwie haben die neben „LHHC“ keinen richtigen Song, der knüppelt – aber MEINE MEINUNG. Auf jeden Fall klingen sie live aber um Längen besser als auf Platte. Bury Tomorrow habe ich dafür tatsächlich komplett geguckt und auch ein paar Fotos für mich vom Pressegraben gemacht. Ein paar Kreuz-Quer Hits wie „Man on Fire“, „Last Light“, „Earthbound“ und natürlich „Black Flame“ durften nicht fehlen. Aber: „Lionheart“ haben die nicht gespielt, oder!? Sagt mir nicht die haben „Lionheart“ nicht gespielt!? Das wäre wie Parkway ohne „Carrion“ :O

Danach weiß ich noch, dass ich meinen Kumpel bei Modern Life is War gesucht und auch gefunden habe, wir waren was trinken – und dann fehlt da ein gutes Stück Erinnerung. War wahrscheinlich am Bierstand. Silverstein eröffnete mit „Smile in your sleep“, welches ich auch krächzend und mit Gebrüll mitsang, während ich mich Richtung Beach durchkämpfte. Zenitsonne Leude! Generell bin ich sehr oft zwischen Beach, Gelände und Sputte hin und her gelaufen, zusammen mit zwei Kollegen auf der ewigen Suche nach Schatten. Ich war fertig, die Sonne knallte wie Sau, ich hatte keine Kopfbedeckung aber ey, man’s not hot. Nächstes Jahr die Wasserstellen gerne beleuchten oder so ein Maskottchen mit Blinkpfeil hinstellen, denn es hat ein bisschen gedauert, bis ich die gefunden habe. Pünktlich zu Knocked Loose stand ich aber wieder mitten im Getümmel. Wie gesagt, die Jungs versprechen Abriss – und sie gaben Abriss. Akustik in der Halle natürlich äußerst brisant und meiner Meinung nach der beste Gig des Festivals, das war Geballer vom Feinsten.

Gepostet von Impericon.de am Montag, 2. Juli 2018

So und JETZT fing ich an langsam abzuscheissen. Denn mir ging es mit fortschreitender Zeit gar nicht so gut. Dehydration, Alkohol und viel zu wenig Abkühlung haben diesen riesigen Körper in die Knie gezwungen, der sich nun Richtung Merch-Stand begab, wie ein Büffel zum Wasserloch. Auch wenn ich mich zuerst für Enter Shikari nach vorne gestellt hatte, merkte ich schnell, dass ich das niemals überleben würde. Also habe ich mich an den Zaun in den Schatten gesetzt und zu „Live outside“ und „Empire“ etwas später ein Nickerchen gemacht.

Sehr peinlicher Auftritt, da schickt Impericon einen schon für umme dahin, sodass du mal berichten sollst und dann kackt der Idiot auch noch ab?! Jap, aber man wird eben nicht jünger. Da ich Stick to your Guns ja schon auf der Warm up-Party gesehen hatte, stürzte ich mich nicht nochmal in den Pit – „We still believe“ hatte ich schon im Skaters bis zur totalen Kernschmelze meiner Stimmbänder mitgeschrien. Kleine Randnotiz: Irgendwie finde ich es schade, dass die Jungs seit der TRUE VIEW-Tour letzten Herbst eine Setlist runterspielen. Ist wahrscheinlich normal, ja, aber für mich als Fanboy etwas öde. Habe mich an denen jetzt erstmal satt gesehen und bin auf jeden Fall gespannt auf ganz viele neue Bands, die man noch so entdecken kann und wird.

Auf Casper stehe ich nicht so, da ich der Meinung bin, dass er nach XOXO ins Überkommerzielle gewechselt ist und seine Seele an 14-jährige Mädchen verkauft hat. Ewiges Thema, Leude. „Auf und davon“ fand ich aber schon immer geil und hab’s natürlich mitgesungen und mich wieder wie 16 gefühlt. Krass, wie Musik die Zeit überdauern kann.

Gepostet von Impericon.de am Montag, 2. Juli 2018

Und natürlich ist dies nur mein kleiner persönlicher Rückblick aufs diesjährige Vainstream. So viele Leute haben ganz andere Sachen gemacht, gesagt und gedacht und das ist genauso richtig und relevant wie meine Einschätzung und meine Erinnerung. An jeder Ecke fand Leben und Liebe statt, die Art, wie wir miteinander umgehen, diese Herzlichkeit, das macht diesen Ort jedes Jahr wieder zu was besonderem.

Meddl off!


Danke Patrick! Unser „Casting“ für den Posten des Impericon-Festivalreporters beim Wacken, Summer Breeze, Highfield und Elbriot läuft übrigens immer noch – also bewerbt euch gerne HIER.

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