Interview PWD

Parkway Drive und Heaven Shall Burn – Doppelinterview


Nach einem enttäuschenden Sommer erwartet Europa einen ziemlich heißen Winter und wir reden hier nicht von den Temperaturen. Die Co-Headliner-Tour von Parkway Drive und Heaven Shall Burn, welche ab dem 29. November über den Kontinent rollt, ist mit Sicherheit das Highlight des Jahres 2014. Wir hatten einige Fragen bezüglich der gemeinsamen vergangenen und kommenden Tour und natürlich auch zu den nächsten Alben beider Bands. Maik Weichert, Gitarrist bei Heaven Shall Burn und Winston McCall, Sänger von Parkway Drive, haben unsere Fragen beantwortet:

Heaven Shall Burn und Parkway Drive waren Anfang des Jahres auf gemeinsamer Tour in Südamerika. Könnt ihr uns diese Zeit beschreiben?

Maik: Südamerika ist immer etwas Besonderes. Fanatische Fans, wunderschöne Länder und verrückte Konzerte. Aber es bedeutet auch viel fahren, fliegen und unterwegs sein. Die Strecken sind einfach riesig. Wenn du aber auf Tour mit solchen großartigen Typen wie Parkway Drive bist, dann macht das sogar noch mehr Spaß und es ist kein Problem an einem furchtbaren Flughafen abzuhängen, denn die verrückten Australiern haben uns immer gut unterhalten.

Winston: Südamerika war großartig! Es war das erste Mal, dass wir mit Heaven Shall Burn unterwegs waren und wir waren bereits nach dem ersten Tag ziemlich gute Freunde. Die komplette Tour war verrückt, denn Heaven Shall Burn musste ohne Bassist auskommen, da dieser sich beim Surfen verletzt hatte. Klingt eigentlich so, als ob es uns passieren müsste und nicht ihnen. Weiterhin hätte uns ein verrückter Junkie fast getötet, als sie einen massiven Stein nach uns warf, während wir gerade gegessen haben. Sie hat unsere Köpfe nur um ein Haar verfehlt! Wir kommen ziemlich gut mit den Jungs zurecht, was sicherlich daran liegt, dass wir alle schon ziemlich lange Musik machen und dadurch sehr entspannt sind. Und übrigens solltet ihr wissen, dass sich Benny Impericon ziemlich erfolgreich bemüht hat, auf der Wellenmaschine, in Chile, zu surfen. Wir haben Beweisfotos! (lacht)

Für Heaven Shall Burn war es die erste Show in Mexiko. Wie hat euch das Publikum willkommen geheißen?

Maik: Mexiko war beeindruckend. Die Menschen dort sind einige der freundlichsten Leute überhaupt und unser Gastgeber sah aus wie der Typ aus Machete (lacht). Wir müssen definitiv nach Mexiko zurückkehren!

Parkway Drive war ja schon einmal in Südamerika. Wie war die Rückkehr?

Winston: Es war super. Die letzten Shows waren nochmal eine Weiterentwicklung. Wir haben an neuen Orten gespielt und hatten die Möglichkeit mit Bad Religion aufzutreten! Es war toll diese Erfahrungen mit Heaven Shall Burn zu teilen. Das waren gute Zeiten.

In den Texten beschäftigen sich beide Bands mit Umweltzerstörung und wie die Menschheit Tiere behandelt etc. Ist dies die einzige Gemeinsamkeit oder sind da noch andere Dinge, die euch verbinden?

Maik: Ich denke wir sind Brüder im Geiste. Parkway Drive interessiert es genauso wenig wie uns, wie die Regeln des Musikgeschäfts aussehen. Wir machen einfach, was wir wollen und das funktioniert ganz gut. Wir sind ganz normale Leute, es gibt keine Rockstar-Attitüden oder ähnliches. Alle arbeiten zusammen an der gesamten Idee und natürlich gibt es auch Unterschiede, aber das macht es ja erst interessant.

Winston: Wir haben viel gemeinsam. Du hast die ähnlichen Inhalte der Texte erwähnt und ich glaube, dass wir die gleiche Ethik vertreten sowohl privat als auch in der Band. Ich denke das hat was mit dem Alter der Bands zu tun. Wir sind in einer Zeit aufgewachsen, als die Texte und die Nachricht dahinter wichtiger waren, als das Image. Das haben wir uns erhalten.

Viele Fans bezeichnen eure Co-Headliner-Tour als das Highlight 2014. Ist so eine Tour etwas Besonders und ist sie anders als eine „herkömmliche“ Tour?

Maik: So genau weiß ich das nicht, wir haben so etwas noch nie zuvor gemacht, aber ich denke schon, dass es anders ist. Wir haben ziemlich viele dumme Ideen und unsere Crew bekommt langsam Angst, wenn wir uns wieder etwas Neues ausgedacht haben (lacht).

Winston: Es ist definitiv etwas Besonderes. Nicht nur, dass dies die größten Shows sind, die wir je in Europa „headlinen“ durften, wir können die Bühne auch mit einer Band teilen, die wir respektieren und mit der wir gerne auf Tour sind. Weiterhin gibt es uns die Möglichkeit Dinge zu vermischen. Wir haben viele gemeinsame Ideen, um die Shows außergewöhnlich zu gestalten. Ich will nicht zu viel verraten, aber wenn ihr denkt, ihr wisst was auf euch zukommt, dann denkt lieber nochmal darüber nach.

Ihr habt gemeinsam Südamerika zerstört und werdet gemeinsam Europa zerstören. Gibt es weitere Pläne für eine zukünftige Zusammenarbeit?

Maik: Beide Bands planen nicht wirklich weit in die Zukunft. Wir tun einfach, was sich gerade richtig anfühlt. Aber ich kann nicht leugnen, dass die (musikalische)Weltherrschaft nicht ein erstrebenswertes Ziel wäre. Wir schauen, was passieren wird.

Winston: Ich bin mir nicht sicher, aber ich hoffe es. Wir müssen erst einmal unser neues Album fertigstellen, aber ich denke nicht, dass irgendetwas Parkway Drive oder Heaven Shall Burn jemals bremsen kann. Ich würde mich freuen in Zukunft wieder gemeinsam zusammen zu arbeiten.

Wie sieht die Zukunft von Heaven Shall Burn aus? Konzentriert ihr euch nach dem durchschlagenden Erfolg von Veto erst einmal auf Konzerte oder arbeitet ihr an neuem Material?

Maik: Wir arbeiten immer an neuem Material. 2015 stehen nicht so viele Konzerte an, also werden Alex und ich ins Studio gehen und sicherlich jede Menge Spaß haben. Jedoch habe ich keine Idee, wann ein neues Album fertig sein wird. Veto war ein starkes Album und wir müssen jetzt nicht schnell und auf Krampf etwas Neues machen.

Wir haben gehört, dass Parkway Drive derzeit an einem neuen Album arbeitet. Gibt es hierzu Neuigkeiten?

Winston: Wir arbeiten schon seit einigen Monaten an dem neuen Album. Wir haben Pläne, Pläne und noch mehr Pläne, aber leider keine von denen ich euch derzeit erzählen könnte. Eins verrate ich aber: Wir wissen was wir tun, wir wissen wie es klingen wird und wir wissen wie wir es umsetzen werden. Sobald es fertig ist, werden euch die Ohren klingeln und die Kinnladen auf den Boden fallen.

Kommentare