Review: Impericon Festival Leipzig – Dieser Tag wird sich bei mir einbrennen


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Unruhiges Gefühl im Bauch, Aufregung und plagende Ungewissheit, ob am Tag der Tage alles klappen wird – so habe ich mich auch dieses Jahr, einige Wochen vor dem Impericon Festival in der Leipziger Messe gefühlt. Warum tut man sich sowas überhaupt an? Für mehrere tausend Gäste ist es ein ganz besonderer Tag: Sie reisen mit Freunden an, hören den ganzen Tag Musik, chillen zusammen und nutzen das breite Angebot, welches wir seit Monaten vorbereitet haben. Und genau das muss ich mir auch am Freitagabend vor dem Festival auch immer wieder als Mantra eintrichtern.

Doch wie so oft macht man sich vor solch großen Aufgaben oft mehr verrückt, als es eigentlich nötig wäre. Denn obwohl von früh um 8 bis 2 Uhr nachts auf der Messe rumgelaufen bin, konnte ich den Tag stellenweise einfach nur genießen. Als schon beim Opener Rising Insane, die den Impericon Next Generation Contest in diesem Jahr für sich entschieden, so viele Leute vor der Bühne standen, (die Jungs spielten schon um kurz nach 10) bahnte sich schon an, dass das ein guter Tag werden würde.

Und mein Eindruck blieb nicht unbegründet, denn ich fühlte mich den gesamten Samstag wie in einem Freizeitpark, der nur für einen Tag seine besten Karusells in die Sonne stellt, damit sich alle daran erfreuen. Unzählige Leute waren am Stand der Signing Sessions, den ich mit betreute, um sich die Unterschriften ihrer Bands abzuholen. Ich habe selten so viele hüpfend glückliche Menschen gesehen, nachdem sie eine Autogrammkarte und/oder ein Foto mit Being As An Ocean, Callejon oder Stick To Your Guns bekommen haben. Und da merkte ich, was wir da eigentlich machen: ein Festival, auf das viele von euch lange hinfiebern, um dann an einem solchen Tag all die Vorfreude auf einmal heraus zu lassen.

Egal ob in der Fotobox, beim Barbershop, auf der Radio Bob Metal Karaoke Stage, im Food-Corner – alles habt ihr zum Leben erweckt und all dem einen Sinn gegeben. Euer Feedback für die Bands bei den Acoustic Sessions auf der Lonsdale Boxing Stage und vor allem vor den großen Bühnen von Monster und Lonsdale war gigantisch und hat mich wieder aufs neue beeindruckt. Vielleicht bin naiv durch die große Halle und den Außenbereich gelaufen, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass alle gemeinsam einen guten Tag hatten.

Klare Highlights waren für mich die Auftritte von Obey The Brave, Defeater und vor allem Stick To Your Guns. Es war erst mein zweites Impericon Festival und was sich kurz vor Ende bei letzteren abgespielt hat, wird sich wirklich bei mir im Kopf einbrennen. Wie diese Band es schafft, gefühlt alle Besucher des Festivals gleichzeitig in ihren Bann zu ziehen und die Halle KOMPLETT abzureißen, kommt mir immer noch surreal vor. Während ich also damit beschäftigt war, noch den ein oder anderen guten Schnappschuss für euch zu machen, schafften es die Jungs um Jesse Barnett tatsächlich, dass ich alles um mich herum für ein paar Minuten vergessen und das Festival als vollwertiger Gast genießen konnte. Unglaublich, was die Band und vor allem ihr gemeinsam veranstaltet habt. Teil dieses Festivals zu sein hat mich in dem Moment einfach nur mit Freude erfüllt und alle Zweifel im Vorhinein restlos weggespült.

Es war ohne zu schleimen, euch in den Arsch zu kriechen oder euch Honig ums Maul zu schmieren, ein wirklich wirklich krasser Tag mit euch. Ich bin jetzt schon heiß auf das 10-jährige Jubiläum in 2020, zu dem bereits einiges an Planungen in den Startlöchern steht. Das möchte ich um keinen Preis verpassen und hoffe, dass euch auch genauso geht. Bewegte Bilder sagen nochmal viel mehr als alles, was ich hier schreiben könnte. Also gönnt euch hier noch unseren Aftermovie für die Impericon Festivals 2019. Wir sehen uns, Leute!

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