Review Impericon Festival München 2018

Review: Schweiß, Moshpits & glückliche Gesichter – Das Impericon Festival in München


Dieser Artikel stammt aus der Feder von Gastautor Mick Sande (25). Für seine Beiträge (Teil 2 hier) besuchte er die Impericon Festivals in München und Leipzig und machte zwischendurch die erste Busfahrt im Impericon Metal Express mit. Ihr wollt auch mal in die Rolle des Gastautors schlüpfen? Dann meldet euch via Mail bei Susi (s.siegert@impericon.com). 


Vorab: Ich bin schon seit meiner Jugend verliebt in das Metal- und Hardcore Genre, habe aber in der Vergangenheit Konzertbesuche schleifen lassen. 2018 gab ich mir dafür die volle Dröhnung, mit den Impericon Festivals in München, Leipzig UND der Busfahrt im „Metal Express“, der zwischen den beiden Festivals pendelte.

Review: Impericon Festival München 2018 (27. April 2018)

Review Impericon Festival München 2018

Die Menge wartet mit großer Vorfreude auf den Beginn des (ausverkauften) Festivals.

Die Running Order des vorletzten Impericon Festivals des Jahres begann mit Novelists aus Frankreich, die mit ihrem harmonischen Metalcore schon einige zum Schwitzen gebracht hatten. Darauf folgten The Plot in You – und ich musste von Beginn an gedankenlos den Sänger anstarren, weil ich so überwältigt von seiner überragenden Stimme war. Ein kurzer Blick nach links und rechts und ich stellte fest, dass ich damit nicht alleine war. Als dann die Gitarren und das Schlagzeug im Chorus einsetzten, gab es kein Halten mehr. Wie wohl bei jeder guten Band gingen die dreißig Minuten viel zu schnell vorbei. Doch genau das war der Grund, wieso ich nach München gekommen war: neue Bands hören, singen, tanzen und das mit Menschen teilen, die man sonst nicht kennenlernen würde!

The Plot In You Impericon Festival München

Landon Tewers (The Plot in You) bei einer Ansage ans Publikum. 

„Was sollte jetzt noch kommen?“ – fragte ich mich, als ich mich völlig verschwitzt und glücklich mit einem kalten Getränk in die Sonne setzte. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und lautete: Obey the Brave mit ihrem Auftritt auf der Marshall Stage – auf der man die Hardcore-Größe übrigens OHNE Bühnengraben erleben konnte. WOW! So viel Spaß, Energie und Sing-Alongs hatte ich schon lange nicht bei einem Konzert erlebt. Spätestens bei ihrem Song „Raise your Voice“ schrien alle den Text durch den Saal, was dem Sänger direkt ein Grinsen aufs Gesicht zauberte. Es sollte keine Minute dauern, bis er mehrfach Besuch auf der Bühne bekam, welcher sich danach kurzerhand in die Menge schmiss. Die Möglichkeit, bei derart großen Bands einfach auf die Bühne zu klettern, ließen sich viele nicht entgehen und so war die Band überrascht, wie viele Fans auf einmal neben ihnen den Text ins Mikrofon schrien.

Als ich danach kurz frische Luft schnappen wollte, sah ich eine lange Schlange von Menschen, die sich quer durch die Location schlängelte. Während ich den Raum betrat, wo sich der Anfang der Schlange befand, stellte ich schnell fest, was der Grund für die vielen erwartungsvollen Gesichter war: Eskimo Callboy! Der Headliner des Abends nahm sich Zeit für seine Fans, um mit ihnen Fotos zu machen, Platten zu signieren oder einfach mal kurz zu fragen, wie sie das letzte Album fanden. So schnell kann man sehr viele Menschen sehr glücklich machen.

Eskimo Callboy Autogrammstunde Impericon Festivals

Eskimo Callboy signierten eine Stunde lang alles, was ihnen in die Fingern kam. 

Ein weiteres Special des Festivals waren die Akustik-Sessions von Alazka und Silverstein, die eine gelungene Abwechslung in den sonst so harten Sound brachten. Besonders die Möglichkeit, beide Bands erst akustisch und danach im gewohnten Sound zu erleben, ist selten. Dies nahmen auch die Fans der jeweiligen Bands zum Anlass, so laut den Text mitzusingen, dass man nicht mehr wusste, wer hier gerade über die Boxen singt.

Alaska Akustik Session Impericon Festivals

Alazka spielten vor ihrem großen Konzert eine Akustik-Session. 

Jetzt sollte die Band meiner Jugend auf die Bühne treten und ich machte mich innerlich schon bereit mir die Seele aus dem Leib zu schreien: Silverstein ließen nicht lange auf sich warten und spielten eine schöne Mischung aus alten und neuen Liedern. Hier wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie unterschiedlich das Alter des Publikums ist: Hier waren Silverstein-Fans der ersten Stunde anwesend sowie neue Fans, die tanzend ihre Lieblingssongs mitgrölten. Musik verbindet einfach Alle.

Silverstein Impericon Festivals München

Ein volles Haus bei Silverstein auf der Monster Stage. 

Am Ende trafen sich alle bei der Monster Stage. Eskimo Callboy baten zum letzten Tanz des Abends und das ließ sich die Crowd nicht zweimal sagen. Alle sangen, schrien, tanzten und lagen sich in den Armen. Ich habe selten eine so ausgelassene Stimmung erlebt. Die Band weiß, wie man Party macht. Daran hatte ich nach dem Konzert keine Zweifel mehr. Kaputt und verschwitzt, aber mit einem Lächeln im Gesicht ging es für mich zum Ausgang. Neben mir wurden Storys über den heutigen Tag ausgetauscht, alle schwärmten von dem einen oder anderen Moment und mir wurde wieder bewusst, wieso solche Festivals der Wahnsinn sind. Hier kommen Menschen zusammen, die gemeinsam Arm in Arm ihre Lieblingslieder mitbrüllen, obwohl sie sich vorher noch nicht kannten.

Für mich und 40 weitere Konzertgäste war das aber noch nicht das Ende. Mit dem ersten Impericon Busdrive ging es direkt nach dem Festival in München nach Leipzig zum großen Impericon Festival-Abschluss in der Messehalle. Das könnt ihr im zweiten Teil meines Reviews lesen…


Headerphoto: Georgia Bravo

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