Found in Far Away Places - August Burns Red

august burns red

2 Jahre sind vorbei, es ist also wieder einmal an der Zeit für ein neues August Burns Red-Album. Seit 2005 veröffentlicht die Metalcore-Instanz aus den USA im Zwei-Jahres-Takt neue Alben, eines besser als das andere. Doch haben die Jungs aus Pennsylvania noch Energie übrig, oder fehlt ihnen bei FOUND IN FAR AWAY PLACES langsam der Atem? Impericon hat mal reingehört.

12 Jahre Bandgeschichte, Shows in allen Ecken und Winkeln des Planeten und sogar ein Album in den Top 10 der amerikanischen Albumcharts. Das sind August Burns Red, deren neuestes Werk FOUND IN FAR AWAY PLACES am 29. Juni über Fearless Records erscheinen wird.

Der Sound von FOUND IN FAR AWAY PLACES

August Burns Red haben sich schon immer auf klassischen Metalcore konzentriert. Zwar lässt sich die Band von vielen Spielarten beeinflussen und bringt diesen Sound mit in ihre Werke, dennoch stehen die Jungs wie keine zweite Band für den Sound des amerikanischen Metalcores. Auch auf ihrem neusten Werk FOUND IN FAR AWAY PLACES schafft es die Band rund um Jake Luhrs wieder klassischen Metalcore zu spielen. Dabei bringen sie viele verschiedene Einflüsse mit unter, ohne dass das Gesamtkonzept flöten geht. Hauptelement sind zwar die typischen Breakdowns, dennoch kommen viele verschiedene Styles aus dem Thrash- und Prog.-Metal zum Einsatz, welche das ganze auflockern. Sogar Streichinstrumente und Marschtrommeln finden Verwendung, ohne dabei das klassische „08/15 Metalcore vs. Klassische Streicher“-Geprügel zu reproduzieren, wie es gerne in der MySpace-Metalcore-Zeit auf den Intros diverser Alben praktiziert wurde.

Wo August Burns Red drauf steht, ist auch August Burns Red drin. Das ist auch bei FOUND IN FAR AWAY PLACES der Fall. Durch die vielen verschiedenen Elemente und Einflüsse ist es der Band gelungen aus ihrem aktuellen Werk keinen Einheitsbrei werden zu lassen und so hat die Platte durchaus Wiedererkennungswert. Doch was für andere Bands eine kleine Meisterleistung wäre, ist für August Burns Red ganz normales Tagesgeschäft. Bisher hatte die Band noch nie das Problem im Sumpf tausend gleich klingender Bands zu versinken.

 

Die Lyrics von FOUND IN FAR AWAY PLACES

August Burns Red ist eine christliche Metalcore-Band und hat dies auch nie hinter dem Berg gehalten. Denkt man nun an Amerika und das Christentum, dann hat man schnell den übergewichtigen Redneck im Kopf, der nicht will, dass seine Kinder in der Schule etwas über Evolution lernen und der glaubt, dass Homosexualität eine Krankheit sei (die geheilt werden müsse). Gottseidank (hehe) waren die Jungs aus Pennsylvania nie diese Art von Band und auch nie diese Art von Menschen. Kennt man den Background, dann findet man die christlichen Anspielungen in den Lyrics wieder, doch sie stechen einem niemals ins Auge.

Das war schon immer das Ziel der Band. Sie wollen ihre Lyrics sprechen lassen und nicht die Religion, an welche sie glauben. Damit haben sie sich natürlich viele (nicht-religiöse) Freunde gemacht und untermauern ihr sympathisches Auftreten. Auch auf ihrem neuesten Werk spürt man diese „Undercover-Mentalität“ und das ist schon eine Leistung. Einerseits stehen sie hinter ihrem Glauben, bringen ihn auch in ihre Kunstform ein, andererseits akzeptieren sie durch das nicht-offensive Auftreten aber auch Hörer, die damit wenig am Hut haben. Wenn das mal nicht Pluspunkte auf dem Karma-Konto bringt, dann weiß ich auch nicht.

august burns red

 

Fazit

Metalcore hat mich zu wirklich harter Musik gebracht, doch mittlerweile gibt es nur noch wenige Bands aus dem Genre, die mich hier wirklich überzeugen. August Burns Red gehören für mich aber ebenso zu solchen Bands wie wie While She Sleeps oder Parkway Drive. Großartiges Kino ohne viel Schnick Schnack. Hart, ehrlich, kompromisslos und ein schöner In-die-Fresse-Sound. Was will man mehr? Mit ihrem neusten Werk haben sie gezeigt, dass sie noch viel Luft in ihren Lungen haben und auch bereit sind, diese Luft mit viel Wut herauszuschreien.

6/6
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Album: Found in Far Away Places
Tracks: 11

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