Outsider - Comeback Kid

Ich höre meine Musik hier im Büro immer mit den allerletzten Billigkopfhörern. Keine Ahnung, ob es die im Flugzeug dazu gab, ob sie als Requisite fürs Theater dienten oder eigentlich eine Kaffeemaschine werden sollten – sie sind einfach scheisse. Aber ein gutes Album muss sich auch auf solchen Kopfhörern  geil anhören und deshalb nutze ich sie immer mal für musikalische Neuheiten – diesmal habe ich die neue Comeback Kid-Platte OUTSIDER unter die Ohrmuschel-Lupe genommen. Das letzte Album DIE KNOWING liegt bereits drei Jahre zurück und sicher bin ich nicht der Einzige, der sich über die Ankündigung der neuen Scheibe gefreut hat – am 8. September ist es soweit. Die Zeit der Abstinenz hat sich gelohnt, denn mit drei Feature-Gästen und mächtigen Songs bekommen die Fans nach langer Wartezeit auch etwas geboten, das nach sehr viel Mühe klingt.

Aber um den Optimismus erstmal zu dämpfen meine Defizite zu OUTSIDER:

Die Auskopplungen  „Surrender Control“ und vor allem „Somewhere Somehow“ habe ich sehr abgefeiert, da sie überragende Hooks haben, in denen man Luft holt, um sich anschließend mit der gesammelten Energie in die nächste Strophe zu werfen. Diese Note liebe ich sehr an Comeback Kid. Songs dieser Art hätten ruhig noch mehr auf dem Album zu hören sein dürfen. Fans, denen bei den Liedern vielleicht noch der letzte Rest Power fehlte oder die diese Verschnaufpause vielleicht nicht brauchen, kommen dafür voll auf ihre Kosten. Der Mittelteil des Album mit Songs wie „I’ll be that“, „Outrage“ oder „Blindspot“, zieht für mich das Album etwas runter, da ich die Songs etwas zu wenig raffiniert und zu ähnlich empfinde – Anfang und Ende der Platte sind da um einiges besser. Viele Leute ärgern sich, wenn die Lieblingsband ein Album releast und nur elf Songs darauf zu hören sind. In diesem Fall hätte ich die 13 Songs aber etwas gerafft und dem Album damit ein insgesamt stimmigeres Bild verpasst.

Was ich gut finde:

Gleich am Anfang wird mit dem Titelsong „Outsider“ eröffnet und man weiß sofort, was Sache ist. Es gibt nach einem kurzen Instrumentaleinstieg einen gehörigen Satz warme Ohren –  jetzt heißt es Mund halten und zuhören.  Spätestens beim zweiten Track „Surrender Control“ bleibe ich kleben und vergesse gebannt meine Umwelt. Mein Lieblingstrack „Hell of a scene“ ist ein total interessanter Song, der gleich nach dem ersten Hören hängen bleibt. Eine Mischung in der Strophe mit Wechsel von Shouts zu Gesang und einigen Beatvariationen machen ihn zum abwechslungsreichsten Track des Albums – die Strophe erinnert mich stark Sum 41. Leider dauert er nur 1:50 Minuten, aber ich hab ihn mir dafür gleich dreimal hintereinander reingezogen. „Moment In Time“ ist für mich der bestmögliche Abschluss des Albums und das Feature mit Matthew Daniel Goud (kanadischer Songwriter aka Northcote) bereichert das Album dank seiner Bruce Springsteen-ähnlichen Stimme ungemein. Gepaart mit der Härte von Comeback Kid ergibt sich ein spannender Song, der gleich wieder Lust darauf macht, erneut auf „Play“ zu drücken. Habe ich dann auch getan – und das bei diesen Kopfhörern.

Die Jungs sind übrigens im November auf Tour und machen für sechs Konzerte Halt in Deutschland – Tickets gibt’s hier.

17. November Oberhausen @ Kulttempel
18. November Leipzig @ Conne Island
19. November Frankfurt @ Zoom
20. November München @ Backstage
21. November Berlin @ SO36
22. November Hamburg @ Markthalle

71%
User Rating
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 4,75 out of 5)
Album: Outsider
Artist: Comeback Kid
Tracks: 13
Label: Nuclear Blast

Kommentare