THE 25TH HOUR - Terror

Terror HeaderTerror gehört zu den wenigen Bands die eine ernstzunehmende Größe erreicht, dabei aber den Hardcore-Esprit ihrer ersten Tage nicht verloren haben. Zu verdanken haben sie das ihrer harten Arbeitsmoral, einer treuen Linie zu ihren Hardcore-Wurzeln und gleichzeitig einen Metal-Schliff, der ihren Sound auch für eine neue Generation gut zugänglich macht. Reiht sich ihr neustes Album THE 25TH HOUR in die bisher makellose Diskografie ein?

Terror sind für mich eine Band, die ich mir eigentlich immer anhören kann. Egal ob auf Platte, live mit Scott Vogel, oder wie auf dem With Full Force live ohne Scott Vogel. Wirklich enttäuscht haben mich die Kalifornier noch nie, von daher war ich recht zuversichtlich als THE 25TH HOUR vor mir liegen hatte. Im Prinzip hatte ich erwarten, dass es das gleiche Terror-Programm wie sonst auch gibt. Scott Vogel mit den typischen Hardcore-Lyrics und die Band mit ihrem Metal-Hardcore Mix. Bei den letzten beiden Veröffentlichungen KEEPERS OF THE FAITH und LIVE BY THE CODE habe ich immer mal den Metal-Einschlag vermisst, der zum Beispiel auf ONE WITH THE UNDERDOGS noch viel präsenter war. Jedoch hat mir schon das Intro zu THE 25TH HOUR gezeigt, dass Terror sich hier wieder stärker an ihrem alten Material orientieren wollen.

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Der Sound von THE 25TH HOUR

Das Intro ist ein extrem metal-lastiger Einstieg in eine brutale Achterbahnfahrt. Dabei verraten jedoch die groovigen Passagen sofort, dass es sich hier nicht etwa um ein Intro zu einem Metal-Album handelt und spätestens wenn Scott Vogels Vocals einsetzen wird klar, Terror sind in Bestform zurück, bereit euren Gehörgang zu zerpflücken. Auf dem Vorgängerwerk war die Spiellänge der Tracks meist knapp über 2 Minuten angesiedelt, bei THE 25TH HOUR ist das ein wenig anders. Gerade einmal 4 Tracks der insgesamt 14 Lieder weisen eine Spielzeit von über 2 Minuten auf, einen Song mit mehr als 3 Minuten sucht man vergeblich. Dementsprechend sind Hooks, wiederkehrende Songstrukturen usw. eher spärlich gesät. Stattdessen bietet Terror nonstop Action und wäre die Scheibe ein Film, dann wär sie vermutlich die Anfangszene von The Expendables 3.

Auf ‚The Solution‘ schafft es Scott eine interessante Variation in seine Stimme zu bringen, die mich eher an Nasty erinnert als an Terror. Schwer zu beschreiben, aber ich denke „kehliges Bellen“ trifft es ganz gut. Das verleiht dem Song nochmal ordentlich Aggressivität, was von dem schweren Instrumental gut supportet wird. Diese schweren Parts, tauchen immer mal wieder einzeln verstreut als Stilelemente auf der Platte auf, so zum Beispiel auch in dem Track ‚Mind At War‘. Klingt dann ein bisschen wie Beatdown in intelligent.

Obwohl Terror auch mit dieser Platte ihren typischen Terror-Sound liefern schaffen kleine Variationen die gewisse Abwechslung. So gibt es mit ‚Sick And Tired‘ eine brettharte Mitgröhl-Hymne, die schon angesprochenen schwereren Passagen und dazwischen typischen Terror-Sound. Die Platte klingt bei weitem nicht mehr so roh, wie die Anfangswerke von vor etwas mehr als 10 Jahren, dennoch schafft es die Band das Feeling und den Esprit auch in guter Aufnahmequalität zu vermitteln. Interessanterweise klingt THE 25TH HOUR mehr nach den Anfangswerken als neuere Platten der Kalifornier. Man kehrt wieder stärker zurück zu seinen Roots, ohne dabei Hörer, die neuere Platten gewohnt sind, vollkommen außen vor zu lassen. Dies geschieht dadurch, dass man sich in den stark eingeschränkten Innovationsgrenzen, die Hardcore erlaubt, durchaus austobt.

The 25TH HOUR wird am 07.08 über Century Media Records erscheinen und gehört für mich zu den besten modernen Terror-Alben. Damit ist THE 25TH HOUR überraschenderweise an KEEPERS OF THE FAITH vorbeigezogen.

5/6
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Album: THE 25TH HOUR
Artist: Terror
Tracks: 14
Label: Century Media

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