THE CONCRETE CONFESSIONAL - Hatebreed

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Hatebreed haben mittlerweile mehr Jahre auf den Buckeln als die meisten Kids, die sich heutzutage irgendwo der Hardcore-Subkultur zuordnen, von daher kann man die Truppe aus Kalifornien ruhig als Veteranen des Hardcore bezeichnen. Doch statt sich zur Ruhe zu setzen, arbeiten die Jungs auf Kalifornien unermüdlich daran, neues Material zu produzieren und so erwartet uns am 13.05 das Release ihres siebten Studioalbums THE CONCRETE CONFESSIONAL:

Befasst man sich mit Hardcore, dann merkt man früher oder später, dass Bands kein Whiskey sind und somit auch nicht zwingend besser werden, je mehr sie reifen. Hatebreed konnten sich ihre Vormachtstellung durch einen gut umgesetzten Mix aus Hardcore und Metal sichern, jedoch habe ich die Befürchtung, dass dieser Genre-Smoothie im Jahr 2016 einfach an Bedeutung verloren hat.

Gleich zu Beginn von THE CONCRETE CONFESSIONAL merkt man als Hörer, dass man hier eine Hatebreed-Platte vor sich hat. Jamey Jastas markante Stimme fetzt von der ersten Minute bis zum letzten Saitenanschlag über die Platte und obwohl der Gute mittlerweile auch nicht mehr der Jüngste ist, schafft der Frontmann Energie und Druck zu transportieren als ob seit ‚Destroy Everything‘ kein einziger Tag vergangen wäre. Doch trotz aller wohligen Bekanntheit, klingt THE CONCRETE CONFESSIONAL doch ein wenig anders als bisherige Veröffentlichungen.

Man kann nun nicht behaupten, dass Hatebreed hier wirklich etwas Neues probiert haben, dennoch haben sie ihre Genre-Mixtur nicht gerade unerheblich verändert. Der Anteil an Hardcore wurde etwas nach unten geschraubt, während sie die Metal-Riffs noch oben korrigiert haben. Streckenweise fliegen einem als Hörer exquisite Thrash-Riffs um die Ohren, was den Sound der Combo nochmal etwas spezieller und vor allem besser werden lässt. Bei solch schnellen Parts müssen auch Abstriche gemacht werden, denn der typische Hardcore-Groove geht dabei natürlich verloren. Das ist nicht per se schlecht, sondern davon abhängig, wie der eigene Geschmack ist. Steht ihr auf Slayer, dann wird euch das gefallen, ist für euch jedoch Terror die größte Band aller Zeiten, dann dürftet THE CONCRETE CONFESSIONAL vermutlich eher Stirnrunzeln auslösen.

Die Riffs verleihen der Platte insgesamt einen dreckigen 90er-Einschlag, der mich unweigerlich an Männer mit wehender Kaltwelle und viel zu engen Jeans denken lässt. Nur die Vocals sind Hatebreed hier besser gelungen als der typischen Thrash Metal Band aus den guten alten Zeiten. Mit ihrem neuen Rezept schaffen es die Jungs bzw. Männer etwas, was ich ihnen nicht mehr zugetraut habe: Ein gutes Album zu veröffentlichen. Insgesamt erinnert mich die Scheibe stark an die guten Veröffentlichungen von Earth Crisis und das ist definitiv etwas Gutes.

Einziger Minuspunkt ist für mich die Vielfalt, insbesondere von lyrischer Seite her, auf der Platte. Mir erzählt das Gespann nicht nur nichts Neues, auch von Track zu Track bleiben die Schuster hier bei ihren Leisten. Hardcore muss kein Nobelpreis in Literatur absahnen, jedoch ist hier definitiv noch Luft nach oben.

THE CONCRETE CONFESSIONAL dürfte den Durchschnitts-Hardcore-Hörer mehr abschrecken als anziehen, doch wer auf beide Genres steht, für den wird die kommende Platte zu den besten Alben gehören, die Hatebreed fabriziert haben.

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Album: THE CONCRETE CONFESSIONAL
Artist: Hatebreed
Tracks: 13
Label: Nuclear Blast

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