Skindred

Skindred: Interview zur Wiederveröffentlichung von ROOTS ROCK RIOT


Die Engländer Skindred sind ziemlich einmalig in der Musikwelt, denn sie vermischen Punk, Hardcore, Metal mit Reggae und Dancehall. Ihr wohl wichtigstes Album ROOTS ROCK RIOT wurde vorkurzem neu aufgelegt, weshalb uns Schlagzeuger Arya auf eine kleine Zeitreise ins Jahr 2007 mitnimmt. Das Album könnt ihr hier bekommen.

Ihr habt ROOTS ROCK RIOT wiederveröffentlicht, was macht das Album in deinen Augen so außergewöhnlich in eurer Diskografie, dass es diese besondere Aufmerksamkeit bekommt?

Für mich ist es ein Meilenstein in meiner und Skindreds musikalischer Reise. Es gab eine Menge Premieren bei diesem Album für die Band. Mit Matt Squire zu arbeiten, war absolut unglaublich und mitzubekommen, dass er nach der Zusammenarbeit mit uns mit jedem von Him bis hin zu Ariana Grande gearbeitet hat, ist verrückt! Er war damals ein riesiges Talent und zu sehen, wie erfolgreich er in dieser Branche ist, ist großartig. Wir haben das Album auch von unserem lieben Freund Rick Will mischen lassen, der leider vor ein paar Wochen verstorben ist. Es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die geholfen haben, ROOTS ROCK RIOT möglich zu machen, die jetzt nicht mehr hier sind, also blicke ich sehr gerne auf diese Zeit zurück. ROOTS ROCK RIOT verankerte die Band in der Szene, und dafür bin ich für immer dankbar und das ist der Hauptgrund, warum es für mich so besonders ist.

„Wir haben uns nie als Vertreter eines bestimmten Genres gesehen“

Wenn ich mir ROOTS ROCK RIOT im Jahr 2021 anhöre, ist es immer noch erstaunlich, wie gut die Musik auch heute noch mithalten kann. Das kann man nicht über jede Platte behaupten, die knapp 15 Jahre auf dem Buckel hat. Wenn mir jemand sagen würde, dass die Platte im letzten Jahr entstanden wäre, würde ich es wahrscheinlich glauben. Was hat die Platte damals in deinen Augen ausgemacht? Und wie ist es im Vergleich zur Musikszene im Jahr 2021?

Ich denke, die Songs haben einfach Bestand. Das glaube ich wirklich. Textlich ist so etwas wie „State Of Emergency“ heute wahrscheinlich stärker als damals im Jahr 2007. „Ease Up“ und „Killing Me“ treffen politisch immer noch ins Schwarze und bei einem Song wie „Alright“ hat man das Gefühl, dass alles wieder gut wird. Ich will, dass Musik mich mitreißt und mich etwas fühlen lässt. Ich denke, mit ROOTS ROCK RIOT haben wir das 2007 geschafft und das gilt auch heute noch. Songs sind alles, und ich denke, als eine Sammlung von Songs ist ROOTS ROCK RIOT ganz oben. Bei Skindred haben wir uns nie als Vertreter eines bestimmten Genres gesehen, also war es immer einfach, die Musik zu veröffentlichen, die wir wollten.

Keine musikalischen Tabus

Wie hast du die Aufnahmen von damals in Erinnerung? Gibt es etwas, das du ändern würdest, wenn du könntest?

Ich habe es geliebt, im Studio richtig loszulegen, als wir ROOTS ROCK RIOT gemacht haben. Jeden Tag gab es etwas anderes zu tun. Nichts war tabu. Bläser, Streichquartett, Jungle-Drums! Wir haben uns richtig ausgetobt und ich mochte diesen Ansatz. Es gibt immer Dinge, die ich bei einer Platte hinterher anders machen würde. Aber das sind nur Details und ich denke, 99% der Leute würden das nicht mal bemerken. Alle Musiker blicken kritisch auf ihr Spiel und ihre Leistungen, denn nur so kann man besser werden. Was die Songs angeht, so reflektieren sie das, wo wir zu der Zeit standen, und das gilt auch für die Produktion. So wollten wir das Album klingen lassen. Das Beste an Skindred ist, dass wir nie Teil eines Trends waren, dadurch klingt man auch nicht so schnell veraltet!

Was ist dein Lieblingssong auf ROOTS ROCK RIOT?

Mein persönlicher Favorit ist „Rude Boy for Life“. Es war der zweite Song, den wir in dieser Besetzung zusammen geschrieben hat. Deshalb ist er etwas Besonderes für mich. Er hat alles, was ich mir von einem Skindred-Song wünsche. Aufregung!

„Ich muss die ganze Zeit lächeln, wenn ich live spiele“

Skindred gibt es seit über zwanzig Jahren. Du hast Bands und Szenen kommen und gehen sehen. Was glaubst du, warum Skindred immer noch existieren und es weiter gut läuft?

Es liegt vermutlich daran, dass wir alle genießen, was wir tun, und es nicht für selbstverständlich nehmen. Wir haben immer unser eigenes Ding gemacht und ich denke, dass die Leute genau darauf abfahren. Unser Ruf als gute Live-Band hat uns sicherlich auch nicht geschadet! Wir können das tun, was wir am liebsten tun, und ich denke, die Leute, die uns mögen, sehen das. Ich muss die ganze Zeit lächeln, wenn ich live spiele. Das war immer so immer und wird immer so sein. Das kann man nicht vortäuschen, die Leute riechen Unaufrichtigkeit.

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