So Sorgt Ihr Dafür Dass Bands Auf Spotify Fair Bezahlt Werden


Ich persönlich halte nicht all zu viel von Streaming, das soll hier aber nicht das Thema sein. Spotify und Co. sind auf dem Vormarsch und Streaming wird irgendwann sicherlich wesentlich interessanter sein als reine CD/Vinyl-Verkäufe und irgendwann wird Streaming den Menschen ersetzen, denn der Streaming wird nie müde. Leider ist Streaming geldtechnisch für Künstler eine ziemliche Katastrophe, jedoch nicht mit diesem „Trick“.

Warum Trick in Anführungszeichen? Es ist kein wirklicher Trick, sondern eigentlich gesunder Menschenverstand. Außer ihr würdet es auch als Trick bezeichnen, wenn ihr euch die Schuhe zubindet, um nicht über eure Schnürsenkel zu stolpern. Die Grundlage ist Folgende: Ihr zahlt 10 € pro Monat an Spotify (falls ihr Premium Member seid). Nun zahlt Spotify aber diese 10 € nicht direkt an die Musikindustrie, sondern bezahlt Künstler für jeden gespielten Song. Pro Stream gibt es 0,007 Dollar, oder einfacher 0,7 Ct. Auf dem europäischen Markt sind das rund 0,5 Cent, ich rechne ab hier aber mit Dollar weiter, da hier die Zahlen genauer und bekannter sind.

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Jetzt gehen wir einfach mal davon aus, dass ein Song im Schnitt 3 Minuten dauert. Je extremer ihr eure Musik mögt, desto weniger wird dies zutreffen, gerade Bands wie Nails neigen dazu, ein komplettes Album mit 10 Songs unter 20 Minuten durch die Boxen zu jagen. Bei 3 Minuten pro Song, könnt ihr 20 Songs pro Stunde streamen und falls ihr nun einfach den ganzen Tag Spotify laufen lasst, indem ihr eine 24 Stunden Playlist erstellt und beim Schlafen die Musik einfach leise dreht, dann könnt ihr jeden Tag 480 Songs streamen. Das würde bedeuten, dass ihr dafür sorgt, dass Spotify ein Auszahlung von 3,36 Dollar ausschüttet. Rechnet man das auf einen Monat mit 30 Tagen hoch, dann kommt man auf 100,8 US-Dollar, oder 92 Euro pro Monat

Irgendwie ist jedem bewusst, dass wenn er Spotify einfach nonstop laufen lässt, er seinen Lieblingskünstler unterstützt. Was einem Großteil vermutlich aber nicht klar ist, ist, dass diese Unterstützung doch recht groß ausfällt. Zwar gehen diese 100 Dollar nicht nur an die Band, sondern ein Teil bleibt auch beim Label hängen, jedoch sind 100 Dollar pro Hörer im Monat immer noch eine recht ordentliche Summe. So könnten auch mittlere Bands (Große Bands in unserem Musikkosmos wie Parkway Drive, Architects und so weiter gelten im normalen Musikbereich immer noch als mittlere Bands) gut von den Spotify-Einnahmen leben.

Kurzes Endzeitszenario: Was würde passieren wenn das nun alle Nutzer weltweit tun würden? Spotify würde mit großer Sicherheit pleite gehen und Hörer würden vermutlich wieder illegal herunterladen oder irgendjemand würde sich was schlaues überlegen. Fakt ist jedoch, dass dies niemals eintreten wird. Ein Bruchteil der Menschen sind heute noch wirklich bereit Musik entsprechend zu belohnen und nachwachsende Kids kommen in eine Welt, wo sie die Wahl haben, ob sie ihre 20 Euro Taschengeld in eine CD investieren oder das Album lieber kostenlos auf Spotify anhören und die 20 Euro lieber in Sachen investieren, die Teenager glücklich machen. Ein Besuch in der Oper zum Beispiel. Jedoch ist oben genannter „Trick“ ein kleines Mittel der Rebellion in einem aufstrebenden Markt, der mir persönlich ganz und gar nicht gefällt.

 

[Update]: Hier ein interessanter Kommentar zum Thema. Lesen lohnt sich!

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