Ostern Vegan

So Überlebst Du Als Veganer Ostern


Woran erkennt man jemanden, der garantiert den „Woran erkennt man einen Veganer“-Witz bringt? Richtig, er trinkt Freitag Abend an der Dorftankstelle Mixery, während aus seinem getunten Golf „Gestört Aber Geil“ plärrt. Für alle die ihren Horizont ein wenig erweitert wollen, oder für all die besorgten Veganer, die Angst haben Ostern bei Oma zu verhungern, habe ich einen Guide, wie ihr Ostern essenstechnisch überlebt:

Ostern, das ist eigentlich die Zeit von Hasen-Braten gefüllt mit Bärchenwurst und Mett-Klößen. Als Nachtisch dann schön Vollmilchschokolade mit Eierlikör für die Großen und Vollmilchschokolade mit Bärchenwurst für die Kleinen. Nicht unbedingt das Paradies für Veganer, mit relativ wenig Aufwand könnt ihr aber euer veganes Festmahl selbst zubereiten. Das kriegen sogar Idioten hin und um das zu beweisen, haben wir einen Idioten genommen (mich) und ihn ein veganes Osteressen zubereiten lassen. Doch nicht ganz ohne Unterstützung. Wieder haben mir unsere Freunde von Alles-Vegetarisch mit Zutaten unter die Arme gegriffen. Danke für das Seitanfix und 500 Gramm vegane Spätzle.

Gefüllter Osterbraten mit Spätzle mit einer frischen Idee von brauner Soße – Vegan Edition

Zutaten für 4 Personen (oder einen olympischen Wettkampfesser)

Braten

  • 250 Gramm Seitanfix
  • Zwiebeln
  • Öl
  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Gemüsebrühe
  • Hefeflocken
  • Sojasoße
  • Sesamöl
  • Getrockneter Thymian
  • Getrockeneter Salbei
  • Salz
  • Pfeffer
  • Smoothiemaker/Mixer
  • Kastenbackform

Füllung

  • 30 Gramm Mandeln
  • 30 Gramm Paranüsse
  • 30 Gramm Cashewkerne
  • Paniermehl

Soße

  • 300 Gramm Champions
  • 1 Zwiebel
  • Tomatenmark
  • Sojasoße
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver

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Gleich das erste Problem zu Anfang. Das Rezept habe ich von hier und eigentlich war ich hin und weg. Veganer Seitanbraten mit Nussfüllung klingt verdammt gut und dann nennt die Erstellerin sich selbst auch noch ‚Katzenmum‘. Besser geht es eigentlich gar nicht. Leider hat die Dame aber die kompletten Mengenangaben entweder in Tassen (Cups) angegeben, oder absolut abstruse Einheiten verwendet, wie zum Beispiel 1 EL Knoblauch.  Dies brachte mich streckenweise an den Rand der Verzweiflung und alles was ich da noch tun konnte, war mir zu wünschen, dass ‚Katzenmum‘ gerade von einer ihrer 40 Katzen zerfleischt wurde. Dementsprechend musste ich das Rezept freestyle umsetzen, jedoch hat dies ganz gut geklappt.

Fangt mit der Füllung an: Hierzu eine Zwiebeln so klein wie möglich würfeln und dann ab in die Pfanne damit. Nach ca. 5 Minuten eine normale Zehe Knoblauch gepresst zu den Zwiebeln. Während das vor sich hinbrät (Zwiebeln sollten nicht schwarz werden, sondern glasig) nehmt ihr 30 Gramm Mandeln, 30 Gramm Paranüsse und 30 Gramm Cashewkerne, ein paar Blätter vom Salbei und etwas frischen Thymian. Das alles schmeißt ihr in einen Smoothie Maker oder einen Mixer und drückt auf die Action-Taste. Das Ganze sollte nur leicht matschig werden, aber eher noch fluffig daherkommen, also nicht zu lang zerkleinern. Dieses „Nusspulver“ kommt jetzt mit in die Pfanne, wo ihr es für 2-3 Minuten mit den Zwiebeln anbratet. Danach alles in eine Schüssel geben und 5 Minuten abkühlen lassen. Ist die Masse etwas abgekühlt  würzt ihr sie eine wenig mit Salz und Pfeffer, werft 1 EL Hefeflocken ran und etwas Paniermehl (Originalrezept sagt 3/4 Tasse, ich habe das einfach ein bisschen abgeschätzt). Jetzt gebt ihr ein wenig Wasser hinzu und schaut, ob das ausreicht, dass aus dem Pulver eine knetbare Masse entstanden ist. Falls es noch bröselt, einfach so lange Wasser hinzugeben, bis das nicht mehr der Fall ist. Die Füllung ist fertig.

Der Seitanbraten: Ich habe noch nie in meinem Leben Seitanbraten selbst gemacht, tatsächlich war das aber so einfach, dass ihr das auch hinbekommt. Ihr nehmt eine große Zwiebel, die ihr wieder würfelt und in der Pfanne so lange anbratet, bis sie leicht braun sind. Hinzu gebt ihr wieder eine große Zehe Knoblauch (gepresst) und reibt 1,5 cm Ingwer mit in die Pfanne (Tipp: Nehmt zum Ingwer Schälen einen kleinen Löffel. Ist einfacher und die Krankenversicherung freut sich). Jetzt kommt der etwas schwierige Teil, einfach weil die Mengenangaben sehr ungenau sind. Nehmt die Zwiebel-Knoblauch-Ingwer-Masse und werft es in euren Mixer/Smoothie-Maker. Gebt 500 ml Gemüsebrühe (Wasser + Gemüsebrühenpulver) hinzu. Dann noch kräftig Sojasoße (kräftig!), 1 EL Sesamöl, ein paar Blätter Salbei, frischer Thymian und ordentlich Hefeflocken (Originalrezept sagt 2/3 Tassen, ich habe etwas weniger genommen –> 30 Gramm – 50 Gramm). Nun schreddert ihr es bis ihr einen leckeren Hefeflocken-Zwiebel-Smoothie vor euch habt. Wenn dieser penetrant nach der Hefe riecht, habt ihr es richtig gemacht. Wenn nicht, gebt noch etwas Hefeflocken hinzu. Nun nehmt ihr die 250 Gramm Seitanfix und 250 ml eures neuen Smoothies und vermengt es in einer Schüssel. Dies dürfte eigentlich reichen, dass das komplette Seitanfix-Pulver zu einer Art Teig geworden ist. Wenn noch Pulver in der Schüssel übrig ist, einfach bisschen mehr Flüssigkeit hinzugeben. Die restliche Hälfte des Smoothies stellt ihr beiseite, die braucht ihr später noch.

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Nun nehmt ihr eine Kastenbackform (so eine mit der normalerweise Kuchen gemacht werden) und reibt diese mit Olivenöl ein (innen). Jetzt überlegt euch, wie ihr den Seitanklumpen in diese Form reinbekommt, sodass der Teig die Form ausfüllt. Ich habe in meinem ersten Versuch kläglich versagt und das Teigstück zu lang geknetet, weshalb ich danach nochmal mit dem Nudelholz nachbessern musste. Im Prinzip müsste jetzt eine Kuhle entstanden sein, in welcher ihr eure Nussmasse reindrückt. Jetzt zieht die Ränder vom Seitanteig weiter nach außen, sodass die Nussmischung komplett eingeschlossen ist. Hier könnt ihr einfach die Ränder der unteren Kante mit den Rändern der oberen Kante „verkneten“, das sollte halten. Zur Sicherheit dreht ihr eure Bratenrolle einfach so, dass die „Naht“ auf dem Boden liegt. Nun etwas vom Hefe-Zwiebel-Smoothie drüber und für 1 Stunde bei 175 Grad in den Ofen. Schaut ca. alle 10 Minuten nach dem Braten und kippt etwas vom übrig gebliebenen Hefe-Zwiebel-Smoothie drüber. Am Ende müsste dieser dann komplett verbraucht sein.

Braune Soße: Ihr nehmt 300 g Champignons und schneidet diese in sehr kleine Stücke. Ihr erhitzt einen Topf bis zum Anschlag und bratet darin die Champignons scharf an. Nun solltet ihr sofort mit Salz und Pfeffer würzen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wieso es sofort sein muss, aber der Autor meines Rezepts hat dies relativ energisch geschrieben, jedoch habe ich es dieses mal vergessen und später gewürzt. Habe keinen Unterschied geschmeckt ¯\_(ツ)_/¯  In der Zwischenzeit Zwiebeln schneiden. Sobald die Pilze Wasser absondern könnt ihr die Zwiebeln mit reinwerfen und Beides weiterbraten bis alles relativ braun aussieht (Braun *ungleich* Schwarz). Nun etwas Tomatenmark mit rein, Paprikapulver, 1 EL Sojasoße und kurz weiterbraten. Jetzt noch 300 ml Wasser rein und et voilà: Fertig ist die braune Soße, die nun vor sich hinköcheln und abgeschmeckt (so heißt das, wenn man noch Gewürze hinzufügt) werden kann. Wenn ihr kein Bock auf die Stücke habt, könnt ihr das Ganze mit einem Mixstab pürieren oder alles in einen Mixer bzw. Smoothiemaker schmeißen.

Vegane Spätzle: Aus der Packung nehmen und mit etwas Öl für 5 Minuten anbraten. Easy life!

Food

Damit seid ihr top gerüstet für Ostern. Wie immer sehen die Fotos scheiße aus, weil Licht doof, ich nicht fotografieren kann und mich das auch nicht interessiert. Ich bin übrigens Veganer, wusstet ihr das schon?

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