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Spotify Vs. Victory Records: Über Nacht Alben Von Terror Und Co. Gelöscht


Gestern hat Victory Records, besser bekannt als Label-Heimat von Bands wie A Day To Remember, Terror, Emmure, Counterparts und Co., verkündet, dass sein Musik-Katalog von Spotify entfernt worden ist. Grund hierfür sei, dass Spotify für gespielte Streams nicht zahlen würde.

Victory Records’ catalog of music was pulled from Spotify last night as a result of Spotify not properly paying publishing revenues due to Victory Records’ artists in blatant violation of US Copyright laws. Spotify also pulled down a very large number of albums that Victory is not the publisher for proving that their internal systems are inadequate. We asked that our catalog not be pulled, that we would amicably work with Spotify, and they haphazardly removed our content regardless. 53,000,000 streams, as per Spotify’s statements, were identified with no publishing royalties being paid by Spotify.

Bevor ihr panisch euer Spotify öffnet und schaut, ob die Alben eurer Lieblingsbands noch da ist, kann ich euch beruhigen. Entgegen der Pressemitteilung wurde nicht der komplette Musik-Katalog von Victory Records entfernt, sondern lediglich einzelne Werke ausgewählter Künstler. So findet ihr zum Beispiel noch die komplette Diskografie von Emmure auf Spotify, LIVE BY THE CODE von Terror ist aber heimlich von der Bandpage verschwunden. Teilweise scheint auch nur in den USA gewisse Alben verschwunden zu sein. Eine komplette Liste hierfür fehlt bisher. Interessanterweise wird in dem Statement deutlich, dass nicht Victory entschieden hat die Alben zu entfernen, sondern Spotify selbst. Verwirrt? Dabei geht es jetzt erst richtig los.

So wie es aussieht ist das Verhältnis von Victory Records und Spotify leicht angekratzt, denn schon seit einiger Zeit arbeiten Victory Records und Audiam eng zusammen. Audiam ist ein Unternehmen, welches verspricht zusätzliches Geld mit Plays, Views und Streams auf Spotify, YouTube und Co. zu verdienen. Im Prinzip trackt das Unternehmen wo Songs gespielt werden und deckte somit auch auf, dass Spotify für insgesamt 53.000.000 Streams nicht gezahlt hatte. Netterweise hat das jemand in Dollar umgerechnet und ist bei dem hübschen Sümmchen von 23.000 US-Dollar gelandet. Spotify hat Victory nun ein Vertrag vorgelegt, den sie nicht unterzeichnen wollten/konnten, da dieser in direkter Konkurrenz zu dem bestehenden Vertrag mit Audiam stand. Ende vom Lied. Die Titel, für die Spotify versäumt hat zu zahlen, wurden aus der Musikbibliothek entfernt. Wieso genau dies geschehen ist, geht aus dem Wirr an Pressemitteilungen nicht eindeutig hervor, aber der Grund liegt wohl daran, dass Spotify Copyright-Klagen aus dem Weg gehen will.

Ein komplettes Statement von Spotify liegt nicht vor, doch ein Sprecher des Unternehmens hat gegenüber dem WSJ verkündet, dass das Problem darin liegt, dass die Unternehmen, die mit Victory Records zusammenarbeiten (Audiam), nicht genügend Informationen liefern würden:

Given that we don’t have that information, we felt we had no choice but to temporarily take down their content until we can come to a resolution.

Neben Alben aus dem Victory Records-Katalog wurden über Nacht aber auch einige andere Alben entfernt, was darauf hindeutet, dass noch mehr Labels die gleichen Probleme haben.

Ärgerliche Sache. 23.000 US-Dollar die in einem Wirr-Warr aus Label, Publisher und Copyright-Bullshit verloren gehen, sind für ein Indie-Label schon ein herber Einschnitt. Die Tatsache, dass Victory Records in Vergangenheit selbst durch versäumte Zahlungen an Künstler negative Schlagzeilen verursacht hat, entschuldigt nicht die Versäumnisse von Spotify. Woran es nun genau hängt, ist schwer zu sagen, aber ich unterstelle Spotify mal keine bösen Absichten.

Die Geschichte ist nicht ganz unkompliziert und ich glaube, dass wir da in Zukunft noch ein wenig mehr hören würden. Mir kann es egal sein, denn ich gehe heute nach Hause, hacke Holz, schmeiße die Dampfmaschine an und betreibe damit meinen Plattenspieler, denn bei der guten alten Schallplatte gibt es solche Probleme nicht.

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