Stray From The Path

Stray From The Path Kann Mit Deiner Wohlstandsgesellschaft Nichts Anfangen


Stray From The Path haben mittlerweile schon 14 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel, fliegen jedoch meistens unter dem Radar. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Jungs nicht abliefern, sondern vielmehr an einer exzessiv gelebten Unangepasstheit. Am 14.08 erscheint ihr mittlerweile 8. Studioalbum SUBLIMINAL CRIMINALS, Zeit, die Band mal unter die Lupe zu nehmen.

Fragt man die Kommentarspalten, dann sind Stray From The Path nur ein billiger Rage Against The Machine-Abklatsch und Frontmann und Schreihals Drew York nur ein langweiliger Typ mit schlechter Frisurenwahl. Die Parallelen zu Rage Against The Machine lassen sich nicht verleugnen, jedoch lassen sich auch die Parallelen zwischen Parkway Drive und I Killed The Prom Queen nicht verleugnen oder die Parallelen zwischen Terror und Expire und so weiter. Bisher war es nur so, dass in die musikalische Pforte, die Rage Against The Machine damals aufgestoßen haben, bisher kein Künstler vordringen wollte. Für Hardcore-Kids war das zu Punk, für Punk Kids zu Hip Hop und für Hip Hop ging es bei dem ganzen Sound zu wenig um Sneaker. Doch ganze 22 Jahre nachdem Rage Against The Machine live mit ihrem Song ‚Killing In The Name Of‘ das Bewusstsein einer ganzen Generation aufgebrochen haben, sind Stray From The Path nun bereit an dieses Gewissen zu erinnern und rotzen dabei dem Hörer ihre Wut direkt ins Gesicht, nur um danach vollkommen kompromisslos weiter über den Track zu shredden.

Stray-1

Dabei hatte die Band am Anfang ihrer Karriere einige Besetzungsprobleme. 2005 stieß jetziger Sänger Drew York hinzu und 2008 verließen gleich 3 Gründungsmitglieder die Combo. Kein Wunder also, dass die erste Platte, die wirklich zündete RISING SUN im Jahr 2011 war. Zwei Jahre später schaffte man es tatsächlich noch einmal nachzulegen und präsentierte mit ANONYMOUS ein extrem politisches Werk. Doch egal wie gut die Platte war, man hat Stray From The Path einfach angemerkt, dass sie sich hier in einem Zwischenstadium befanden. Man war ein Teenager, der zwar noch die Züge der eigenen Kindheit in sich trug, aber schon die ersten Schritte in Richtung Erwachsensein getätigt hat. Wie wir alle wissen ist es nicht unbedingt einfach ein Teenager zu sein, überall Pickel, alles bei dem das andere Geschlecht involviert ist,  ist ein unheimlicher Krampf und man befindet sich ständig auf dem Scheidewege zwischen unbändiger Wut und überschwänglicher Freude. Doch die ersten Tracks der kommenden Scheibe zeigen, dass Stray From The Path zurück sind und dabei ihre Pubertät hinter sich gelassen haben. Die Jungs sind nicht Matthew Lewis (Neville Longbottom – Harry Potter) und Buzzfeed wird keine Posts darüber machen, wie positiv sie sich durch die Pubertät entwickelt haben. Nein, die Jungs sind zwar endlich angekommen, haben sich jedoch für eine unbändige Wut entschieden, eine Wut, die im Mainstream einfach nicht gut ankommt, aber auch eine Wut, die endlich gefühlt werden muss.

Stray From The Path – Outbreak

Wut auf das System, Wut auf eine Gesellschaft in der Hass, Folter, Überwachung toleriert werden, eine Gesellschaft deren einziges Lebensziel es ist zu konsumieren, während die restlichen 90 % des Erdballs in Scheiße und Elend ertrinken. Doch Stray From The Path wissen, dass sie mit dieser Wut nicht alleine dastehen, was sie davor bewahrt in chaotischen Rundum-Hass auszubrechen. Sie wissen, dass es dir genauso geht. Auch du verstehst nicht, wie Menschen im Namen der Freiheit foltern können, wie Banker, Lobbyisten und Politiker Gewinn aus dem Leid afrikanischer Bauern ziehen können und wieso du einfach nichts dagegen tun kannst. Du und Ich, wir sind hilflos und das macht uns wütend. Stray From The Path gibt dieser Wut nicht nur eine Stimme, sondern auch einen fetten Soundtrack.

Kommentare