Deathcore Lyrics

Überraschend deep/witzig/kritisch etc.: 5 Deathcore-Songs mit außergewöhnlichen Lyrics


Unser Gastautor Benny hat bei den folgenden Deathcore-Perlen mal etwas genauer hingehört.

Hand aufs Herz: Achtet ihr bei einem Konzert genau auf die lyrischen Ergüsse des Schreiberlings, wenn gerade ein derber Breakdown durch den Moshpit stampft?! Nein? Dabei lohnt es sich wirklich, ab und an genauer hinzuhören. Ich gebe zu, dass mir das manchmal schwerfällt, denn wenn mich Musik so richtig mitreißt, möchte ich mich zu 100 Prozent darauf konzentrieren (und ich bin ungefähr so multitaskingfähig wie ein Fisch).

Gerade in härteren Gefilden überrascht die eine oder andere Band mit ausgeklügelten Texten, die durch Tiefgang, Humor oder Gesellschaftskritik überzeugen. Hier kommen 5 Deathcore Songs mit außergewöhnlichen Lyrics:

5) Suicide Silence – „Cancerous Skies“

Hach Mitch Lucker, du fehlst uns! Auch fast 6 Jahre nach seinem Tod ist eine Tatsache gewiss: Der Ex-Frontmann von Suicide Silence hat die Szene entscheidend geprägt. Eines seiner außergewöhnlichsten Werke ist zweifelsohne „Cancerous Skies“, der Finaltrack vom 2011er Album BLACK CROWN. Denn neben dem gesanglich typischen Wechselspiel aus hohem Gekeife und tiefem Gegrunze wissen Mitchs Lyrics in diesem Song zu beeindrucken. Darin rechnet der Sänger schonungslos mit dem rücksichtslosen Umgang der Menschheit mit Mutter Natur ab: „We are all her human cancer“ – ein schockierend ehrlicher Vergleich, den wir uns alle zu Herzen nehmen sollten.

4) Chelsea Grin – „Don’t Ask Don’t Tell“

Auch wenn ich tatsächlich nie der größte Fan Chelsea Grins war, so muss ich ihnen doch Talent für gute Songtexte zugestehen. Ihr Hit „Don’t Ask Don’t Tell“ aus dem Jahr 2012 sticht diesbezüglich besonders hervor. Man kann den Song durchaus als Deathcore-Ballade bezeichnen, was nicht nur durch die atmosphärische Musik, sondern auch durch die bildhaften und zum Nachdenken anregenden Lyrics zum Ausdruck gebracht wird. Meine Lieblingszeile:

My lady winter, please come and take my soul. So don’t ask and I won’t tell. Just relax and let your heart swell.

3) Thy Art Is Murder – „Holy War“

Mit “Holy War” veröffentlichten Thy Art Is Murder im Jahr 2015 zweifelsohne einen ihrer größten Hits. Dabei ist der Name Programm. In Zeiten von Glaubenskriegen und zunehmender Radikalisierung durch Terrorverbindungen hätte die Band den Nagel nicht besser auf den Kopf treffen können:

Father and son marching in rhythm firing bullets through the skulls of the children.

„Holy War“ ist ein gebrüllter Rundumschlag gegen religiöse Fanatiker, die den Glauben benutzen, um unschuldige Menschen zu unterwerfen und zu töten.

2) Attila – „Pizza“

Ganz ehrlich: Wer kommt eigentlich auf die kranke Idee, einen Core-Song über Pizza zu schreiben? Was vor einigen Monaten noch wie ein Witz klang, wurde tatsächlich Realität.

Und „Pizza“ ist für mich der Song des Jahres! Nicht nur Musik und Video sind ein echter Kracher. Auch textlich begeistern Attila durch eine einmalige Kombination aus Stumpfsinn und Genialität:

I’m gonna peel your eyes out of your fucking skull. I will extract your blood. And use it as pizza sauce

So idiotisch und trotzdem urkomisch. Wer es außerdem fertig bringt, den Slogan P-I-Z-Z-A als Gangshouts zu verarbeiten, verdient sowieso einen Orden! Nennt mich einen Kindskopf, aber: Ich feiere sowas.

1) Fit For An Autopsy – „Black Mammooth“

„Black Mammooth“ von Fit For An Autopsy ist nicht nur einer der neueren Tracks von New Jerseys bekanntester Hartwurstkapelle, es ist auch einer der beliebtesten. Das liegt unter anderem an der tollen Message, die durch das zugehörige Musikvideo, aber auch durch den Songtext transportiert wird. Dieser richtet sich vor allem an die „Kaufleute des Todes“ – also Machthaber großer Ölkonzerne, deren Profitgier für das Leid vieler Tiere und Menschen verantwortlich ist. Gesellschaftskritisch. Tiefgreifend. Großartig.


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