Parkway Drive

Warum Sind Parkway Drive So Verdammt Gut?


Wie beginnt man ein Porträt zur vielleicht größten Metalcore-Band, die derzeit anzutreffen ist? Dabei rede ich nicht von „Wir machen mal eine Welt Tournee“-groß, sondern von „Wir machen mal eine Welt Tournee, spielen nebenbei auf allen wichtigen europäischen Sommer Festivals und kündigen ein Album an, auf das eine komplette Szene wartet“-groß. Die Rede ist von Parkway Drive und da habe ich auch schon meine Einleitung:

Parkway Drive können in ihrer 12-Jährigen Geschichte auf ein großen Haufen Output schauen. Vier Alben, eine EP, ein Split mit I Killed The Prom Queen, zwei DVDs, ein Buch, unzählige Shows auf dem gesamten Planeten, mehrmaliger Headliner vom With Full Force und ein weiteres Album, welches am 25.09 diesen Jahres erscheinen wird. Dabei haben sie diese doch recht ereignisreichen 12 Jahre fast ohne Wechsel durchstanden. Lediglich die Stelle des Bassisten wurde zwei mal neu besetzt, doch seit 2006 weißt die Band ein felsenfestes und unerschütterliches Line Up auf. So viel zu den harten Fakten, doch hinter dem Namen „Parkway Drive“ muss einfach mehr stecken. Wie ist es sonst zu erklären, dass eine Band in dieser Musikrichtung solche Massen mobilisieren kann?

PWD1

Das ist nicht so einfach zu erklären, denn auch wenn Festivals wie das With Full Force, das Summer Blast, das Vainstream usw. doch den Eindruck vermitteln, dass Metalcore ein breites Publikum erreicht, so ist diese Szene im Vergleich zu anderen Genres eher ein Witz. Metalcore und Hardcore ist auf lokaler Ebene viel stärker durch viele kleine Bands vertreten als durch die wenigen großen, die dafür weltweit bekannt sind. Wie hat man es unter solchen schwierigen Bedingungen nun geschafft so weit oben zu spielen und ähnlich viele Menschen zu begeistern, wie sonst einige  vollkommen kommerzialisierte und überhypte Pop Acts?

Ganz objektiv betrachtet liegt es an zwei grundlegenden musikalischen Dingen. Einerseits haben die Jungs bisher noch kein einziges schlechtes Album hervorgebracht und andererseits haben die Sunny Boys auch noch keine schlechte Show gespielt. Klar es wird immer wieder Leute geben, die dir sagen, dass DEEP BLUE das schlechteste Parkway Drive-Album seit Anbeginn der Zeitrechnung ist, doch selbst ein schlechtes Parkway Drive-Album zerstört halt immer noch die Diskografie vieler anderer Künstler. Ihr Debüt KILLING WITH A SMILE ist für mich persönlich ein bis heute unerreichtes Werk voller Perfektion. Die Scheibe ist mittlerweile 10 Jahre alt, doch hat weder Charme noch an Esprit verloren. Das Teil ist DAS Metalcore-Album. Nicht nur weil es einfach von Anfang bis Ende ein perfektes Album geworden ist, sondern weil es vor ganzen 10 Jahren Metalcore aus seinem schrammeligen Underground-Sumpf geholt hat, ohne sich dabei auszuverkaufen. KILLING WITH A SMILE hat das Genre tatsächlich musikalisch revolutioniert.  Neben dem konstant starken Output waren die Jungs aber gleichzeitig auch unermüdlich auf Tour. Sicherlich waren die Meisten von euch auf der letzten Tour Of The Year oder haben Parkway Drive diesen Sommer auf einem der vielen Festivals gesehen. Ihre Erfahrung spricht einfach aus jedem Ton, jeder Bewegung, jedem Dialog mit dem Publikum. Parkway Drive-Shows sind immer ein Garant für fiesen Abriss, blaue Flecke und jede Menge Körperkontakt mit Menschen, die man nicht kennt.

m_428858_MN2HUEGHVViJ

Doch wenn wir ehrlich sind, dann gibt es auch noch andere Bands, die ebenso gute Alben rausgehauen haben und eine ebenbürtige Live-Präsenz bieten, doch weit davon entfernt sind auf dem selben Niveau wie Parkway Drive zu leben. Der Grund liegt tiefer: Man kann die Jungs aus Down Under nicht hassen. Und glaubt mir, eigentlich müsste man sie hassen. Immer gebräunt, immer gut gelaunt, das perfekte Zahnpastalächeln und dabei aber eben auch down to earth. Die Jungs passen ebenso in eine US-Sticom oder Dr.Best-Werbung, wie auf das With Full Force. Selbst wenn ihr die Musik von Parkway Drive nicht mögen solltet, wird es nicht so sein, dass ihr sie hasst. Ganz im Gegensatz zu Bands, wie Bring Me The Horizon, die regelrechte Grabenkämpfe zwischen Befürwortern und Gegnern erzeugt. Bei den Australiern ist es eher so wie bei Iron Maiden oder Slayer. Mag man ihren Musikstil nicht, dann hört an es einfach nicht, einfach weil die Band durch ihre sympathische Art eben auch keine Angriffsfläche bietet. Parkway Drive zu hassen wäre ein bisschen so wie einen Obdachlosen auszurauben. Sowas macht man nicht und ist nicht gut fürs Karma.

Kommentare