Was passiert, wenn sich zwei gegensätzliche Genre vermischen?


Heutzutage ist die Antwort auf die Frage, welche Musikrichtung man am liebsten höre, das berühmte ‚Alles‘. Kaum ein Musiker oder Musikliebhaber beschränkt sich nur noch auf ein Musikgenre.

Metal und Rock vermischen sich mit typischen Eigenschaften des Hardcores. Auf einmal sind die Bands nicht mehr Metal, sondern Metalcore und Death-, Black- oder Thrashmetal. Die Szene des Oldschool-Hardcore verändert sich durch Rapeinlagen zum Newschool. Rock, Pop und Punk werden zu Punk-Rock und Pop-Punk.
Die Sätze „Das ist doch kein Metal!“ und „Das nennst du Hardcore?“ gehören nun zum Hauptwortschatz eines jeden Musikkenners.
Und spätestens, wenn wir realisieren, dass Deez Nuts nicht mehr Hardcore sind, sondern zur Musikrichtung Rapcore gehören, hat man den Überblick völlig verloren.
Dass sich verschiedene Genren in Songs vermischen können, haben nicht Astroid Boys oder gar die Crossover-Band Rise of the Northstar erfunden.
Schon vor über 20 Jahren experimentieren Bands an neuen Stilen – das Experiment: Was passiert, wenn Hip Hop und Rap auf Metal trifft?

Das beste Beispiel dafür ist wohl der Song „Bring The Noise“ von Anthrax und Public Enemy, welcher 1991 veröffentlicht wurde und zu den ersten Crossover-Songs überhaupt zählt.
Die US-Amerikanische Hip-Hop-Truppe gründete sich 1982 und gehört bis heute zu den einflussreichsten Bands in der Rapszene weltweit. Ein großer Meilenstein war daher das Feature mit der Trash-Metal-Band Anthrax. Der Song verbund das Genre Metal und Hip Hop so gut miteinander, wie es wahrscheinlich kein anderer schaffen könnte.

Reisen wir weiter in das Jahr 1995, als Dog Eat Dog ihren wohl gewaltigsten Auftritt hinlegte. Mit ihrem Song „Who’s the King?“ schaffte es die Band, 118.000 Festivalbesucher innerhalb weniger Sekunden zum Springen zu bringen. Danach war wirklich jedem auf dem Dynamo Festival in den Niederlanden klar, wer der King ist.
Mit ihrer Mischung aus Gitarrenriffs, Schlagzeugsolos, Rapeinlagen und einem Saxophon legte die Band eine Performance hin, die heute jeden in Nostalgie schweben lässt.

 

Mit der Zeit entstand aus den einzelnen Features eine neues Genre, in dem sich viele Bands zu etablieren versuchten. Eine davon war Methods of Mayhem, die sich 1999 als Rap Metal Band gründete. Ihren großen Erfolg konnten sie zu dieser Zeit leider nicht feiern und lösten sich bereits ein Jahr später auf. Sie hinterließen ihr gleichnamiges Album ‚Methods of Mayhem‘, welches Rap, Electro und Metal miteinander vereint und definitiv ihre Einzigartigkeit widerspiegelt – heutzutage nicht selbstverständlich.
2010 veröffentliche die Band ihr Comeback mit neuem Album „A Public Disservice Announcement.“

Wenn man über die Einzigartigkeit der Musik spricht, muss natürlich auch P.O.D erwähnt werden. Ihr Song „Youth of the Nation“ (2001) wurde bis heute über 48 Millionen mal auf Youtube angeklickt und ist bei vielen ein wahrer Klassiker.
Doch was wäre eine Band ohne ein Hip-Hop Feature? Im Jahr 2002 veröffentliche die Band zusammen mit der Alternative Southern Rap-Crew Happy Roots den Song „Awnaw„.
Zwei talentierte Bands vereinen zwei unterschiedliche Genren und zeigen, dass Hip-Hop und Metal mehr als Gut miteinander harmonieren kann.

 

Um zu zeigen, dass zwei unterschiedliche Genren perfekt zueinander passen können, muss auch nicht gleich ein neuer Song entstehen. Das Rezept für eine gelungene Kombination ist eigentlich ganz einfach:
Stellt man Mike Shinoda, Chester Bennington und die Linkin Park Crew auf die Bühne und lässt sie mit Jay-Z performen, hat man definitiv „99 problems but Rap-Metal ain’t one
Und wer jetzt immer noch sagt, dass Hip Hop, Rap und Metal nicht zusammen passen, der soll sich bitte selbst überzeugen:

 

 

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