Impericon

Zehn Jahre Impericon – Im Interview mit Fuze


HAPPY BIRTHDAY! Impericon wird zehn Jahre alt und hat sich nicht nur in Deutschland in der Szene einen Namen gemacht. Auch international ist man tätig und neben dem Merchandise-Geschäft veranstaltet Impericon auch ziemlich erfolgreiche Festivals und betreibt einen Blog. Wir haben uns mal hingesetzt und mit Christian Ströckel von Impericon die letzten Jahre Revue passieren lassen.

Zehn Jahre Impericon sind eine lange Zeit, kannst du dich noch an die Anfänge erinnern? Wie ging alles los?

Ja, zehn Jahre sind eine verdammt lange Zeit, aber es fühlt sich natürlich gar nicht so an, wenn man mit Herzblut seiner Leidenschaft nachgeht. Ich kann mich noch sehr gut erinnern und es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen. Wir waren selbst schon seit Jahren in der Hardcore-Szene unterwegs und wollten mit einem DIY-Versand etwas an die Szene zurückgeben. Alles hat mit einem kleinen eBay-Shop angefangen, in dem wir Vinyl, Aufnäher und ein paar T-Shirts, die wir aus den USA importiert hatten, verkauft haben. Und natürlich war bei jeder Lieferung aus den USA auch die eigene Sammelleidenschaft für Vinyl, CDs und Merch zusätzlicher Bestandteil der Bestellliste. Der Versand der ersten Sendungen wurde dann kurzerhand aus dem Wohnzimmer der Eltern organisiert und einmal die Woche zum Paketzentrum gebracht. Durch unsere Auswahl an heiß begehrten Artikeln entwickelte sich in kürzester Zeit ein Kundenstamm, der sehr schnell wuchs und das Wohnzimmer als Lager für Tonträger und Merch zu klein werden ließ. Der nächste Schritt war eine eigene Wohnung mit Lagerfläche und diese wurde bald durch das richtige Lager ersetzt. An unserer Leidenschaft für Musik hat sich bis heute nichts verändert, aber ein paar neue Ideen kamen natürlich über die Jahre hinzu.

 

Hättet ihr damals gedacht, dass Impericon zu so einem großen Laden wird?

Das hat selbstverständlich keiner geahnt, dass Impericon mal eine solche Größe erreichen wird. Die gleiche Frage könntest du aber auch Winston von Parkway Drive oder Molle von Heaven Shall Burn stellen und ich würde wetten, dass du die gleiche Antwort bekommst. Wir haben das gemacht, woran wir selbst Spaß hatten. Das ist wohl auch der Punkt, der uns dorthin gebracht hat, wo wir heute stehen. Mir sind mehrere Ereignisse besonders in Erinnerung geblieben, zum Beispiel die erste Progression Tour mit unseren guten Freunden Heaven Shall Burn. Diese Tour ist für uns immer ein großes Highlight, da wir hier selbst als Veranstalter auftreten und sie in Zusammenarbeit mit Kingstar Booking organisieren. Dasselbe gilt für die erste Impericon Never Say Die! Tour mit Parkway Drive, das erste Impericon Festival in Leipzig. Ein einschneidendes Erlebnis war auch unser erster Stand auf dem With Full Force, wo wir noch mit einem kleinen Army-Zelt auftauchten und ungefähr zehn T-Shirts in verschiedenen Größen angeboten haben. Nach zehn Jahren sind da natürlich viele Sachen, an die man sich gerne erinnert.

 

Wie muss man sich einen Arbeitstag bei Impericon vorstellen?

Du kommst morgens in die Firma, wirst dort von vielen freundlichen Kollegen und guten Freunden begrüßt und kümmerst dich dann um die Aufgaben, die in deiner Verantwortung liegen. Zwischendurch triffst du weitere Freunde auf dem Flur, in der Küche oder in den zahlreichen Kreativ-Meetings, die dir angeboten werden. Ab und zu läuft dir dann auch mal Winston von Parkway Drive oder Sam von Architects über den Weg. Am Nachmittag geht es des Öfteren auch mal zu Fotoshootings, Konzertlokalitäten oder Weiterbildungskursen. Alles ganz im Sinne der Produktivität natürlich. Manchmal bist du auch auf Touren quer durch Europa unterwegs, kümmerst dich um Models oder bist auf einem der zahlreichen Sommerfestivals. Wenn du aber nicht gerade einer der genannten Tätigkeiten nachgehst, ist der Alltag hier eigentlich wie in jeder anderen Firma, denn auch hier gibt es Arbeit, die erledigt werden muss. Der wichtigste Faktor ist aber natürlich das Arbeitsumfeld, denn wo hast du schon die Chance, mit so vielen deiner Freunde zusammenzuarbeiten, deine Ideen einzubringen und nach der Arbeit dann noch zusammen Konzerte zu besuchen.

 

Neben dem Merchandise-Geschäft richtet ihr auch Festivals in verschiedenen Ländern aus, ein Label seid ihr auch und einen Musikblog betreibt ihr ebenfalls. Wie bekommt ihr das alles unter einen Hut?

An dieser Stelle können wir uns nur bei unseren zahlreichen Partnern, Mitarbeitern und Freunden bedanken, denn ohne sie würden wir das alles kaum bewältigen können. Nur wie ich schon angedeutet habe, wir empfinden viele Dinge in unserem Alltag nicht als Arbeit, da wir uns diesen Aufgaben mit Leidenschaft widmen und uns immer weiter entwickeln wollen, um unseren Kunden das bestmögliche Ergebnis zu präsentieren. Aber ohne eine geordnete Arbeitsplanung geht das natürlich nicht.

 

Viele der Bands auf den diesjährigen Festivals arbeiten schon lange mit euch zusammen, gibt es da neben den geschäftlichen auch private Kontakte?

Einige Bands begleiten uns ja schon von Beginn an und über die Jahre entwickeln sich da natürlich auch tiefe Freundschaften. Ich werde jetzt mal lieber keine nennen, um nicht Gefahr zu laufen, jemanden zu vergessen. Dass wir immer sehr eng mit den Bands zusammenarbeiten und das große Vertrauen, die gleichen Interessen und die enge Zusammenarbeit sind natürlich auch Momente, aus denen viele Freundschaften entstehen.

 

Wenn du auf die letzten Festivals zurückblickst, was ist deine Lieblingsgeschichte, die dort passiert ist und du immer wieder erzählst?

Ich muss da konkret an unseren Merchstand auf dem Impericon Festival denken, denn dort hat mal einer unserer Verkäufer spontan zum Kraftwettbewerb aufgerufen. Hier ging es darum einen Vorschlaghammer so lange hoch zu halten, wie die Kraft es zulässt. Die ausdauerndsten Teilnehmer haben dann direkt Merchandise aus unserem Sortiment bekommen. Man glaubt es kaum, aber von einer auf die andere Minute haben sich zwanzig, dreißig Leute gefunden, die unbedingt mitmachen wollten. Das ist wahrscheinlich etwas, das mir immer im Kopf bleiben wird, wenn ich an die Festivals denke.

 

Auf welche Band freust du dich bei den Festivals 2015 am meisten?

Da ich wohl bei allen sieben Impericon Festivals dabei sein werde und mir sicherlich alle Auftritte anschaue, ist das eine wirklich schwere Frage bei der enormen Fülle an Bands. Ich persönlich würde hier einfach mal Stick To Your Guns, The Ghost Inside und Deez Nuts nennen.

 

 

Fuze

 

 

 

 

Dennis Müller

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